Mehr Ladesäulen für Elektroautos in Xanten
17 neue Ladesäulen sollen Elektromobilität stärken und Engpässe vermeiden
XANTEN. Im März 2026 wurden in Deutschland erstmals mehr rein elektrische Pkw neu zugelassen als Benziner. Die Zulassungen von Elektroantrieben (inklusive Plug-in) sind insgesamt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich angestiegen. Ein Grund dafür sind auch die gestiegenen Spritpreise in Folge des Iran-Krieges. Umso bedeutender ist natürlich die Ladeinfrastruktur geworden, die in Xanten nun deutlich ausgebaut wurde. In den kommenden Wochen gehen nach und nach insgesamt 17 neue Ladesäulen an ausgewählten Standorten ans Netz.
„Der Ausbau der Ladeinfrastruktur bringt die Mobilitätswende in Xanten spürbar voran. Mit den neuen Ladesäulen schaffen wir ein attraktives und alltagstaugliches Angebot für alle, die auf Elektromobilität setzen möchten“, sagt Xantens Bürgermeister Rafael Zur. Die Stadt wolle die erforderliche Ladeinfrastruktur rechtzeitig ausbauen, um einem möglichen Engpass frühzeitig vorzubeugen, ergänzt Zur.
Die neuen Ladepunkte seien gezielt so platziert worden, dass sowohl Xantener Bürger als auch Gäste der Stadt bequem und zuverlässig ihre Fahrzeuge laden können – ob beim Einkaufen, Arbeiten oder Erkunden der Region. „Das stärkt gleichzeitig den Einzelhandel, die Gastronomie und den Tourismus vor Ort“, betont Zur. Denn ein Elektroauto lade mitunter zwei, drei oder sogar vier Stunden. „Währenddessen setzen sich die Autofahrer etwa ins Café und trinken einen Kaffee oder bummeln durch die Stadt“, sagt Zur. Anwohner könnten die Ladesäulen etwa zum Aufladen ihrer E-Autos über Nacht benutzen.
In den nächsten Wochen werden alle neuen Ladesäulen schrittweise in Betrieb genommen. Sie seien gezielt so platziert worden, dass sie von Xantener Bürgern, Arbeitnehmern und Touristen gleichermaßen genutzt werden könnten. Insgesamt wird es elf neue Standorte für die Ladesäulen auf öffentlichen Parkplätzen geben, die bis Juni alle ans Netz gehen sollen: Sie befinden sich an zentralen Parkplätzen vorwiegend in der Xantener Kernstadt: Am Rheintor (acht Stellplätze), an der Niederstraße (zwei Stellplätze), an der Bemmelstraße (vier Stellplätze) sowie am Standort de Beyer (zwei Stellplätze). Weitere Ladesäulen werden am Fildersteg mit vier Stellplätzen und im Bereich Fildersteg/Marsstraße mit zwei Stellplätzen eingerichtet. In der Siegfriedstraße und in der Scharnstraße sind jeweils zwei Stellplätze vorgesehen, während am Friedhof Holzweg vier Stellplätze entstehen. Auch am Schulzentrum an der Heinrich-Lensing-Straße werden vier Stellplätze geschaffen. Am Dorfplatz Marienbaum an der Emil-Underberg-Straße sind schließlich zwei Stellplätze geplant.
Das Mönchengladbacher Versorgungsunternehmen NEW hatte sich auf ein bundesweites Interessenbekundungsverfahren beworben, das die Stadt gestartet hatte, nachdem der Xantener Stadtrat 2021 nach einem Antrag der FDP einen flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge beschlossen hatte. Zu den Kriterien, nach denen die Stadt das Unternehmen ausgewählt habe, hätten unter anderem die Aufbauzeit, ein zuverlässiger Störungsdienst und der Preis für Endkunden gezählt. Die NEW investierte schließlich etwa 15.000 bis 20.000 Euro pro Ladesäule und darf diese dafür die nächsten zehn Jahre betreiben. Für die Fläche der zu den Ladesäulen gehörenden Parkflächen muss die NEW an die Stadt Xanten eine monatliche Abgabe bezahlen.
Die Parkflächen sind für Elektroautos während des Ladevorgangs reserviert, wie auch Schilder auf den Parkflächen ausweisen. Auch während des Ladevorgangs seien jedoch Parkgebühren fällig, wie Xantens Ordnungsamtsleiter Noah Decker betont. „Es gilt die entsprechende Regelung auf den Parkplätzen“, sagt Decker. Wo eine Parkscheibenregelung gelte, gelte diese auch während des Ladevorgangs – genauso wie eben die Parkraumbewirtschaftung in Form von zu entrichtenden Parkgebühren.
Bei den Ladesäulen handelt es sich um AC-Normalladestationen mit jeweils zwei Ladepunkten mit bis zu 22 Kilowatt (kW). Autofahrer müssen ihre Ladekabel selbst mitbringen. Für eigene Kunden berechnet NEW einen Preis von 47 Cent pro Kilowattstunde (kWh); für Nutzer anderer Anbieter kann der Tarif höher ausfallen, wie Marcel Pesel und Johannes Vieten von NEW erläutern. Nach vier Stunden Ladezeit wird zudem – außer in den Nachtstunden von 19 bis 8 Uhr – eine sogenannte Blockiergebühr von fünf Cent pro Minute erhoben. Damit soll verhindert werden, dass die Parkplätze und Ladepunkte durch Dauerparker belegt werden.
Detaillierte Informationen zu Standorten und Nutzungsmöglichkeiten stellt die Stadt Xanten in Kürze auf ihrer Homepage bereit. Zusätzlich zu den NEW-Ladesäulen gibt es im Xantener Stadtgebiet noch weitere Ladesäulen von anderen Anbietern – darunter auch Schnellladestationen.
Ein Verkehrsschild weist darauf hin, dass diese Parkplätze für Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs reserviert sind. NN-Foto: SP
Marcel Pesel (NEW), Noah Decker (Ordnungsamtsleiter Stadt Xanten), Heike Görtzen (Stadt Xanten), Johannes Vieten (NEW) und Xantens Bürgermeister Rafael Zur (v.l.) haben die neuen Ladesäulen auf dem Parkplatz an der Bemmelstraße in Xanten in Betrieb genommen. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich