Mehr Keuchhustenfälle im Kreis Kleve – besonders Säuglinge schützen
4. November 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Mehr Keuchhustenfälle im Kreis Kleve – besonders Säuglinge schützen

Fachbereich Gesundheit weist auf aktuelle Entwicklung hin und empfiehlt, den eigenen Impfstatus zu überprüfen

KREIS KLEVE. Keuchhusten gilt oft noch als typische Kinderkrankheit. Tatsächlich kann die hochansteckende bakterielle Infektion Menschen jeden Alters treffen. Besonders für Neugeborene und junge Säuglinge kann eine Erkrankung jedoch schwer verlaufen. Die gestiegenen Fallzahlen im Kreisgebiet nimmt der Fachbereich Gesundheit des Kreises Kleve deshalb zum Anlass, erneut über Keuchhusten zu informieren und auf die Bedeutung eines vollständigen Impfschutzes hinzuweisen.

Von Januar bis Ende Oktober 2026 wurden im Kreis Kleve 514 Keuchhustenfälle gemeldet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 76 Fälle. Damit hat sich die Zahl innerhalb eines Jahres mehr als versechsfacht. „Die Entwicklung zeigt, dass Keuchhusten weiterhin sehr ernst genommen werden muss. Gerade für Neugeborene und junge Säuglinge kann eine Infektion mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden sein. Umso wichtiger ist es, den eigenen Impfstatus rechtzeitig zu überprüfen, insbesondere in der Schwangerschaft und im engen familiären Umfeld eines Neugeborenen oder jungen Säuglings“, sagt Dr. med. Martina Scherbaum, Leitende Amtsärztin des Kreises Kleve.

Keuchhusten (Pertussis) beginnt häufig wie ein gewöhnlicher Atemwegsinfekt. Im weiteren Verlauf können ausgeprägte und über Wochen anhaltende Hustenanfälle auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft die Erkrankung teilweise weniger typisch und kann sich lediglich durch einen hartnäckigen Husten bemerkbar machen. Dadurch bleibt eine Infektion mitunter zunächst unerkannt. Bei jungen Säuglingen können dagegen unter anderem Atemaussetzer und weitere schwere Komplikationen auftreten. Einen wichtigen Schutz bietet die Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie bereits im Säuglingsalter mit späteren Auffrischimpfungen. Erwachsene sollen einmalig im Rahmen der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung auch gegen Pertussis geimpft werden. Für Schwangere wird die Impfung in jeder Schwangerschaft empfohlen, um insbesondere das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten zu schützen. Auch Eltern, Geschwister, Großeltern und weitere enge Kontaktpersonen von Neugeborenen sollten ihren Impfstatus rechtzeitig überprüfen lassen. Für Beschäftigte im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen gelten darüber hinaus regelmäßige Auffrischungsempfehlungen. Der Fachbereich Gesundheit des Kreises Kleve empfiehlt daher, den eigenen Impfpass zu überprüfen und bestehende Impflücken frühzeitig schließen zu lassen. Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie Frauenärzte beraten hierzu individuell.

Prospekte
weitere Artikel