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Lana Verfürth arbeitet bereits seit elf Jahren als Aushilfe in der Sauna-Gastronomie des Embricana. Foto: mvo
25. Mai 2022 · Michael Bühs · Niederrhein

Mehr als nur eine Aushilfe

Ferien- und Minijobber werden von vielen Betrieben dringend gesucht – oft werden sie als vollwertige Teammitglieder gesehen

NIEDERRHEIN. Das Taschengeld ein wenig aufbessern, einen ersten Einblick ins Berufsleben erhalten – die Gründe, einen Ferienjob anzunehmen, können vielfältig sein. Allerdings: „Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot. Viele Firmen bevorzugen es, Aushilfen regelmäßig, beispielsweise einmal pro Woche zu beschäftigen“, weiß Sabine Hanzen-Paprotta, Pressesprecherin der Agntur für Arbeit Wesel. Dennoch sind Betriebe immer wieder auf der Suche nach Unterstützung gerade für die anstehende Ferienzeit.

So sind Ferien-, noch mehr aber Minijobber beispielsweise für das Embricana in Emmerich von großer Bedeutung. „Mit unseren Festangestellten allein könnten wir unsere hohe Zahl von Öffnungsstunden an in der Regel sieben Tagen in der Woche nicht abdecken, erst recht nicht, wenn im Sommer die Außenanlage hinzukommt“, erläutert Sarah Mantwill vom Sport- und Freizeitbad in Emmerich. Daher werden weitere Kräfte in fast allen Bereichen benötigt.

Schwierige Situation

Doch aufgrund von Corona ist auch hier die aktuelle Situation schwierig: „Uns geht es da ähnlich wie der Gastronomie. Während der coronabedingten Schließungen haben sich viele unserer geringfügig Beschäftigten eine neue Tätigkeit gesucht“, erklärt Sonja Killemann, stellvertretende Betriebsleiterin des Embricana. Das macht das Erreichen des Ziels, „einen gewissen Pool von Aushilfen“ zusammenzustellen, keineswegs einfacher, weiß Mantwill.

Aus diesem Grund initiierte das Embricana kürzlich an zwei Tagen einen Jobberday und stellte sich potenziellen Aushilfskräften, die man im Embricana „als vollwertige Teammitglieder“ ansieht und die bei entsprechender Voraussetzung auch schnell Eigenverantwortung übernehmen, als Arbeitgeber vor. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz auf unseren Jobberday. Für alle Bereiche haben sich interessierte Mini-Jobber gemeldet. Diese gilt es nun zügig einzuarbeiten, damit sie zur bevorstehenden Sommersaison eingesetzt werden können“, erklärt Killemann.

Ganz ähnlich sieht es im Wunderland Kalkar aus. Auch hier ist man auf der Suche nach Ferien- und Minijobbern. Man suche keine „wundervollbringenden Helden“, sondern engagierte, flexible und bodenständige Aushilfskräfte aller Altersklassen sowohl für den Familienpark als auch für den Hotel- und Messebereich. Es sei durchaus gewünscht, dass die neuen Kollegen auch eigene Verantwortung tragen. Und mit Blick auf die Zukunft biete sich die Chance zur persönlichen Weiterentwicklung, was unter Umständen sogar zu einer Ausbildung im Wunderland führen könnte.

Um ihren Arbeitskräftebedarf abzudecken, haben Embricana und Wunderland jüngst besagte „Jobberdays“ durchgeführt, an denen sich Interessenten über die Angebote der beiden Unternehmen informiert konnten. Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten, einen Ferienjob zu finden. „Hier ist viel Eigeninitiative gefragt“, betont Sabine Hanzen-Paprotta von der Arbeitsagentur: „Eltern, Verwandte, Bekannte hören auf ihrer Arbeitsstelle, wo es vielleicht Jobs gibt. Vielleicht hat eine Freundin oder Freund schon einen Job gefunden und weiß, dass weitere Ferienjobberinnen und Jobber gesucht werden. Manchmal schalten Unternehmen Anzeigen in Zeitungen und auf ihren Online-Portalen. Schwarze Bretter in den Schulen und Unis oder im Supermarkt sind weitere Fundstellen für Jobs.“ Wer bei seiner Suche fündig geworden ist, empfiehlt Hanzen-Paprotta, sich schriftlich, oft online, mit einem kurzen Lebenslauf und den Kontaktdaten zu bewerben. Dies sei aber auch abhängig von jeweiligen Unternehmen.

Aufs Alter achten

Weiter gibt es bei Ferienjobs einige Dinge zu beachten. So dürfen Kinder unter 13 Jahren in ihren Ferien nicht jobben. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren dürfen, aufgrund einer Ausnahmeregelung im Jugendschutzgesetz, leichte und geeignete Arbeiten verrichten. „Wie lange sie täglich arbeiten dürfen, hängt jedoch wiederum vom Alter ab“, stellt Hanzen-Paprotta klar. „13- und 14-Jährige können bis zu zwei Stunden pro Tag kleinere Jobs übernehmen, zum Beispiel Zeitungen austragen oder Nachhilfe geben. Die Arbeit darf die Gesundheit nicht gefährden, und Eltern müssen zuvor ihre Zustimmung geben.“ 15- bis 17-Jährige dürfen in den Ferien bis zu acht Stunden pro Werktag jobben, höchstens jedoch 40 Stunden in der Woche.

Abschließend blickt Hanzen-Paprotta noch auf das Thema berufliche Zukunft: „Wer regelmäßig in den Ferien arbeitet, sollte das später unbedingt in seinem Lebenslauf erwähnen. Ohnehin sind Ferienjobs ein guter Probelauf für die Ausbildung oder den Beruf.“Michael Bühs
Das Wunderland-Team freut sich auf neue Kollegen. Foto: privat

Das Wunderland-Team freut sich auf neue Kollegen. Foto: privat

Lana Verfürth arbeitet bereits seit elf Jahren als Aushilfe in der Sauna-Gastronomie des Embricana. Foto: mvo

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