Medizinisches Wundzentrum am Marienhospital Kevelaer ist ICW-zertifiziert
Fachübergreifende Versorgung von Patienten mit chronischen und schwer heilenden Wunden
KEVELAER. Das Medizinische Wundzentrum des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums am Marienhospital Kevelaer ist von der Initiative Chronische Wunden (ICW) zertifiziert worden. Es ist das einzige zertifizierte Wundzentrum im gesamten Kreis Kleve. Die Auszeichnung würdigt die fachübergreifende Versorgung von Patienten mit chronischen und schwer heilenden Wunden und macht die langjährige, hohe Versorgungsqualität am Marienhospital Kevelaer sichtbar.
Eine langwierige Wunde kann das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und die oft aufwendige Versorgung belasten Betroffene im Alltag enorm. Manche ziehen sich deshalb auch aus ihrem sozialen Leben zurück. Umso wichtiger ist eine Behandlung, die den Menschen in seiner Gesamtsituation betrachtet.
Die Ursachen für solche Krankheitsbilder sind vielfältig. Sie reichen von Durchblutungsstörungen der Beine und Diabetes über Krampfadern bis hin zu Herzinsuffizienz. Für eine erfolgreiche Behandlung reicht es daher oft nicht aus, nur die Wunde zu versorgen. Auch die Ursache muss erkannt und behandelt werden. „Das diabetische Fußsyndrom ist eine der zentralen und zugleich besonders komplexen Komplikationen des Diabetes mellitus. Ein spezialisiertes Wundzentrum ist daher eine entscheidende Ergänzung, um eine ganzheitliche, interdisziplinäre und optimale Versorgung dieser Patienten sicherzustellen“, sagt Dr. Ufuk Gündug, Chefarzt der Inneren Medizin und Diabetologie am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum.
Hohe Hürden für das Qualitätssiegel der ICW
Das ICW-Wundsiegel ist ein anspruchsvoller Qualitätsnachweis in der Wundversorgung. Um die Zertifizierung als Medizinisches Wundzentrum zu erhalten, musste das Zentrum am Marienhospital unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:
•Multidisziplinäre Fachexpertise: Es müssen mehrere medizinische Fachdisziplinen fest in die Strukturen eingebunden sein.
•Qualifiziertes Personal: Neben der ärztlichen Leitung müssen ausgebildete Wundexpertinnen und -experten (ICW) im Zentrum tätig sein.
•Geprüftes Qualitätsmanagement: Ein etabliertes Qualitätsmanagementsystem regelt sämtliche Behandlungs- und Versorgungsstandards verbindlich.
•Rund-um-die-Uhr-Versorgung: Für Patientinnen und Patienten mit chronischen und schwer heilenden Wunden muss eine Rund-um-die Uhr-Versorgung an allen Tagen der Woche sichergestellt sein.
•Umfassende Diagnostik: Neben den Kernbereichen müssen ergänzende Fachdisziplinen wie Anästhesie und Radiologie (inklusive CT und MRT) jederzeit zur Verfügung stehen.
Interdisziplinäre Vernetzung für eine optimale Therapie
Das Kevelaerer Wundzentrum basiert auf der seit 2025 bestehenden engen und fächerübergreifenden Zusammenarbeit der drei spezialisierten Kliniken für Gefäßchirurgie, Allgemeine Innere Medizin und interventionelle Angiologie sowie Allgemeine Innere Medizin, Diabetologie, Hypertensiologie, Lipidologie und Infektiologie. Beteiligt sind die Teams um PD Dr. med. Martin Steinmetz (Chefarzt der Inneren Medizin und Angiologie), Doctor-medic Emil Liteanu (kommissarischer Chefarzt der Gefäßchirurgie) und Dr. med. Ufuk Gündug (Chefarzt der Inneren Medizin und Diabetologie). Gemeinsam mit den Pflegekräften und den qualifizierten Fachkräften der Wundversorgung stimmen sie Diagnostik und Behandlung aufeinander ab. Je nach Erkrankung werden weitere Fachbereiche und Kooperationspartner einbezogen.
„Die Zertifizierung ist eine Anerkennung für die Arbeit vieler Kolleginnen und Kollegen. Entscheidend ist für mich, dass wir Menschen mit chronischen Wunden ganzheitlich betrachten: Wir behandeln die Wunde und suchen zugleich nach den Ursachen, die ihre Heilung verhindern“, sagt Dr. Martin Steinmetz.
Gesamtes Spektrum moderner Wundtherapien
Die Fachbereiche haben die Etablierung und Bündelung des Wundzentrums eigenständig vorangetrieben, um das gesamte Spektrum moderner Wundtherapien aus einer Hand anbieten zu können. Nach einer gemeinsamen Ursachenanalyse wird für jeden Patienten ein individueller Therapieplan erstellt und die Behandlung in der jeweiligen Fachklinik oder über weitere Kooperationspartner im Marienhospital koordiniert.
„Die Zertifizierung durch die ICW ist eine wunderbare Bestätigung unserer täglichen Arbeit und unterstreicht die hervorragende Zusammenarbeit unserer drei Fachbereiche“, erklärt Dr. Patrick Berg, leitender Koordinator des Medizinischen Wundzentrums und langjähriger Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie. „Indem wir Gefäßchirurgie, Angiologie und Diabetologie im Wundzentrum zusammenführen, schaffen wir einen enormen medizinischen Mehrwert für unsere Patienten. Chronische Wunden erfordern eine ganzheitliche Betrachtung. Durch unser gebündeltes Know-how können wir die Ursachen präzise diagnostizieren und zielgerichtet behandeln. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten – in den Fachabteilungen, in der Pflege, im Wundmanagement und in den unterstützenden Bereichen. Dieses Ergebnis haben wir gemeinsam erreicht.“
Starkes Netzwerk und kurze Wege für immobile Patienten
Darüber hinaus ist das Wundzentrum eng mit den diabetologischen Schwerpunktpraxen in der Region vernetzt. Für hochspezialisierte Fälle – wie etwa die Versorgung von Brandwunden – greift das Zentrum auf ein breites externes Expertennetzwerk zurück.
Im Medizinischen Wundzentrum arbeiten die Kliniken für Gefäßchirurgie, Angiologie und Diabetologie eng zusammen. Beteiligt sind die Teams um (v.l.n.r.) Doctor-medic Emil Liteanu (kommissarischer Chefarzt der Gefäßchirurgie), Dr. Ufuk Gündug (Chefarzt der Inneren Medizin und Diabetologie), Dr. Patrick Berg (leitender Koordinator des Medizinischen Wundzentrums und langjähriger Chefarzt der Gefäßchirurgie) und Dr. Martin Steinmetz (Chefarzt der Inneren Medizin und Angiologie). Foto: KKLE