Harald Gülzow erläutert die Entwicklung der Nitratbelastung im Kreis Kleve.Foto: Ruben Wiltsch
3. März 2026 · Niederrhein

Maßnahmen zeigen Wirkung

Nitratergebnisse der Brunnenwasseranalysen im Kreis Kleve seit 1996

KREIS KLEVE. In den letzten 30 Jahren machte das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz in verschiedenen Städten im Kreis Kleve Station. Dort konnten Bürger Brunnenwasseranalysen durchführen lassen. Zusätzlich sandten viele Brunnenbesitzer ihre Wasserprobe mit der Post zur Überprüfung zu. Erstmalig stellt die gemeinnützige Organisation jetzt die Entwicklung der Nitratbelastung von 1996 bis 2025 mit Hilfe der 3628 Untersuchungen aus dem Kreis Kleve dar.

Der VSR-Gewässerschutz findet seit Beginn der Untersuchungen in vielen Gartenbrunnen Nitratwerte über 50 Milligram pro Liter. Die Nitratrichtlinie verpflichtet allerdings bereits seit 1991 dazu diese Überschreitungen im Grundwasser zu verhindern. „Während in den Jahren 1996 bis 2000 noch 53 Prozent der Brunnen den Grenzwert überschritten, waren es im Zeitraum 2021 bis 2025 immer noch 32,6 Prozent. Besonders problematisch ist, dass der Anteil der Brunnen mit einer Nitratbelastung von über 100 Milligram pro Liter im gesamten Zeitraum nur auf 7,1 Prozent sank“, erläutert Harald Gülzow, der die Nitratuntersuchungen im Kreis Kleve von Anfang an begleitete. „Es zeigt sich, dass die Maßnahmen in der Landwirtschaft zur Verringerung der Nitratbelastung im Grundwasser Wirkung zeigen. Allerdings ist die Nitratbelastung bisher nicht wie gehofft gesunken“, ist sein Fazit. Er erklärt, dass der VSR-Gewässerschutz auch dieses Jahr wieder mit dem Labormobil in den Kreis Kleve kommen wird, um die Entwicklung der Nitratbelastung weiter zu beobachten. Die Termine, an denen das Labormobil in der Region hält, werden auf der Homepage veröffentlicht. Zusätzlich findet man dort weitere Ergebnisse und die dazugehörigen Grafiken (vsr-gewaesserschutz.de/regionales/nordrhein-westfalen/kreis-kleve/nitrat).

Die nitratbelasteten Gartenbrunnen liegen oft außerhalb der Wasserschutzgebiete der öffentlichen Trinkwasserversorgung. In den speziell ausgewiesenen Bereichen zum Schutz von Grundwasser haben viele Wasserversorger bereits frühzeitig gehandelt, um die Nitratbelastung zu verringern. „Ihnen war klargeworden, dass sie sich nicht auf die Politik verlassen können. Die Regelungen für die Aufbringung von Dünger waren nicht ausreichend, um längerfristig den Trinkwassergrenzwert von 50 Milligram pro Liter einzuhalten“, erläutert Harald Gülzow. Deshalb entstanden freiwillige Kooperationen mit Landwirten, um die Nitratbelastung im Grundwasser zu senken. Durch effizienteres Düngen und gewässerschonendere Anbausysteme, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, tragen die Kooperationen seit vielen Jahren dazu bei, teure Methoden zur Nitratentfernung zu vermeiden.

Der VSR-Gewässerschutz weist jedoch darauf hin, dass die Nitratbelastung auch außerhalb von Wasserschutzgebieten dringend flächendeckend gesenkt werden muss. Die Gartenbesitzer sollen das eigene Brunnenwasser ohne gesundheitliche Risiken für Tier und Mensch beim Gießen, Befüllen eines Teichs und als Tränkwasser nutzen können.

Außerdem sickert das nitratbelastete Grundwasser den Bächen und Flüssen zu. Diese transportieren das Nitrat in die Nordsee. Dort richtet die Nährstofffracht großen Schaden an. Es kommt zu einem starken Algenwachstum, das die Wasserlebewesen gefährdet. „Eine Verringerung der Nitratbelastung ist dringend nötig um die Artenvielfalt zu fördern“, erklärt Harald Gülzow.

Harald Gülzow erläutert die Entwicklung der Nitratbelastung im Kreis Kleve.Foto: Ruben Wiltsch