Lerntheater sensibilisiert Schüler für globale Gerechtigkeit
Am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer erlebten Schüler eine interaktive Aufführung über Empathie und Konsumverhalten
KEVELAER. Das Lerntheater „Alle Satt?!“ war zu Gast am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer und spielte in zwei Vorführungen für die sechsten und siebten Klassen über Gerechtigkeit, globale Zusammenhänge und Empathie gegenüber Fremden.
Erzählt wird die Geschichte zweier Schulfreundinnen, die Lebensmittel aus Müllcontainern retten und zu einer „Weltrettungsmission“ in ein fernes Land aufbrechen, in dem Äpfel millionenfach angebaut werden. Aus dem Abenteuer wird schnell eine unbequeme Begegnung mit globaler Ungerechtigkeit – und mit den eigenen Gewohnheiten. Die 60-minütige Produktion des Theater-Spiel aus Witten verbindet Schauspiel, Musik und Bewegung, live begleitet von zwei Musikern.
Es ging um große Themen, wie der Fragen des Zuviels und Zuwenigs auf der Welt. Auf einer großen Reise um die Welt wurden die Charaktere, dazu gebracht, ihren eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Und interaktive Elemente ließen den Schülerinnen und Schülern Raum, aktiv am Stück mitzuwirken und ihre persönlichen Gedanken zu äußern, was sie erfreulich reflektiert taten.
Mit selbstkomponierten Songs wie „Global“ und einer tollen Performance auf Bewegung, Raps und einer starken Schauspielleistung schaffte es die Gruppe, die Schüler dafür zu sensibilisieren, dass der große Schritt hin zu einer gerechteren Welt auch im Kleinen beginnen kann. Betroffen machte es die Schüler, als Schauspielerin Beate Albrecht, die das Stück auch selbst geschrieben und inszeniert hat, in der anschließenden Diskussion beispielsweise die wenigen Sekunden abzählte, die es dauerte, bis ein Kind auf der Welt an Hunger stirbt, obwohl eigentlich genug für alle da wäre.
Das Schauspiel kam gut an, aber auch das Thema machte nachdenklich. Der herzliche Dank des KvGGs gilt der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Kleve, die die Aufführung durch die komplette Kostenübernahme finanziell ermöglicht hat, und Yvonne Kannenberg, die durch die Nachbereitung in der Schule das Thema noch einmal aus der Perspektive der Abfallentsorgung nahegebracht hat.