Lebenshilfe warnt vor Kürzungen bei Teilhabe
Folgen wären auch im Kreis Kleve spürbar
KREIS KLEVE. Die geplanten Reformen in der Eingliederungshilfe, Pflege sowie Kinder- und Jugendhilfe könnten den Kreis Kleve erheblich treffen. Darauf macht die Lebenshilfe im Kreis Kleve aufmerksam. Die Lebenshilfe warnt, dass notwendige Unterstützungsleistungen künftig gekürzt oder stärker pauschalisiert werden könnten. Dies würde Menschen mit Behinderung und ihre Familien direkt belasten. „Wir sehen täglich, wie wichtig Unterstützung ist“, sagt Jörg Kador, Vorstand der Lebenshilfe im Kreis Kleve. „Wenn Leistungen gekürzt oder vereinheitlicht werden, geht es nicht um abstrakte Systeme, sondern um die Selbstbestimmung im Alltag der Menschen vor Ort.“ Besonders kritisch bewertet die Lebenshilfe die Tendenz zu pauschalen Leistungsmodellen und einer stärkeren Bündelung von Hilfsangeboten. Dadurch drohen individuelle Bedürfnisse auf der Strecke zu bleiben.
Auch Familien könnten stärker unter Druck geraten. Viele von ihnen tragen schon jetzt über Jahre hinweg eine enorme Last. „Familien brauchen Entlastung, keine zusätzlichen Belastungen“, betont Jörg Kador. Zudem verweist die Lebenshilfe auf den Fachkräftemangel im sozialen Bereich. Ohne eine verlässliche Finanzierung von Tarifgehältern werde sich die Personalsituation weiter verschärfen – mit direkten Folgen für die Versorgung. Die Lebenshilfe im Kreis Kleve appelliert an die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene, die Auswirkungen der Reformen vor Ort zu berücksichtigen und Teilhabe weiterhin sicherzustellen. „Teilhabe ist kein Standardmodell, sondern ein individuelles Recht“, unterstreicht Jörg Kador.