Lauter Kunstobjekte in Rotkohlfarben
DaZ-Klasse der Gocher Gustav-Adolf-Schule war zu Gast im Niederrheinischen Museum Kevelaer
Damit die Nützlinge es darin besonders schön haben, sollen die verschiedenartigen Häuschen kunstvoll bemalt werden. Somit wurde aus der Idee ein ganzes Schulklassenprojekt, für das die DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Gustav-Adolf-Schule in Goch durch die Initiative von Wilhelmine Schmitz begeistert werden konnte. Die Farben für die Insektenwohnungen sollten natürlich umweltschonend sein und darum wagte die Klasse in der Museumsschule kürzlich ein Experiment: Die Schüler stellten aus Rotkohl selber verschiedene Farben her. Kleingeschnitten, zu einem Brei zermörsert und mit ein wenig Wasser wurde der Saft des Kohls durch ein Tuch gepresst; schon hatten die Schüler Ausgangstinte und erste Ergebnisse: Die weißen Tücher waren blau gefärbt. Dabei machte es schon einen Unterschied im Blauton, ob sie Regen-, Leitungs- oder Sprudelwasser verwendet hatten. Die ausgepresste Tinte auf dem Unterteller präsentierte sich hingegen in einem kräftigen Violet. Gibt man diesem nun verschiedene Substanzen bei, ändert sich der pH-Wert und es entstehen ganz neue Farben. Der Saft einer Zitrone verwandelt das dunkle Violet des Rotkohls in ein knalliges Magenta, durch entsäuerndes Natron wird es wiederum Türkisblau. Auch zum Beispiel mit Seife, Essig und Salz lässt sich die Ursprungsfarbe verändern. Nun fehlte nur noch ein Bindemittel, um die flüssige Farbe „malfähig“ zu machen. Auch hier griffen die Schüler auf „natürliche“ Zutaten zurück und experimentierten mit Sonnenblumenöl, Kreide, Gelatine, Agavendicksaft und sogar mit Chiasamen. Für einen ersten Versuch wurden die selbst gemachten Farben auf Tontöpfen aufgetragen, die für eine bessere Haftung vorab mit Sojamilch bestrichenen worden waren. Aus ihnen sollen Ohrwurmnester und ein „Sandarium“ für Wildbienen entstehen. Beim nächsten Treffen sollen dann die fertiggebauten Insektenhäuschen bemalt werden. Alle Beteiligten sind schon sehr gespannt, wie sich die selbst hergestellten Farben auf dem Holz verhalten und ob sie den umweltschonenden Fertigfarben aus dem Handel Konkurrenz machen können.