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Emil Sorge vor seinem Kunstwerk zur Zerstörung des Theaters Mariupol.Foto: J. Kurschatke
2. November 2023 · Jacqueline Kurschatke · Xanten

„Kunst ist zum Ansehen da“

Neue Ausstellung des Künstlers Emil Sorge im Drei-Giebel-Haus in Xanten

XANTEN. „Kunst ist zum Ansehen gemacht und dafür, sich mit anderen Menschen auszutauschen. Deshalb lässt sie sich viel besser in echt vermitteln“, sind die Worte des Stolberger Künstlers Emil Sorge. Gemeinsam mit dem Kunstverein Xanten lädt er am morgigen Sonntag, 5. November, ab 12 Uhr, interessierte Besucher zu der Eröffnung seiner neusten Ausstellung „Strukturen“ in die Domstadt ein.

Abstrakte Reliefarbeiten, bei denen man zweimal hinsehen muss; Wälder im tiefen Schnee, das Chaos unserer urbanen Großstädte, Bibliotheken mit Büchern bis unters Dach und der Kontrast von Vergangenheit und Gegenwart. Das erwartet einen, wenn man die oberste Galerie im Drei-Giebel-Haus, Kapitel 18, betritt. Die Inspirationen für seine Motive zieht Emil Sorge aus dem, was ihn aktuell bewegt, „viel Inspiration kommt durch Bilder aus dem Internet, manchmal auch von Fotos, die ich auf Reisen selbst geschossen habe. Es kann ein Pressefoto in einer Zeitung sein, aber auch manche Amateur-Fotografien haben mich schon bewegt“, erklärt Sorge. „20 Jahre lang habe ich frei das gemalt, was ich in mir gespürt habe. Habe meine Emotionen also in die Welt getragen, oder wie ich es gerne nenne ‚von innen nach außen‘ gearbeitet. In den letzten 15 Jahren hat sich das Blatt gewendet. Jetzt beschäftige ich mich damit, die Welt an mich heranzulassen. Das bedeutet: Arbeit von außen nach innen.“

Gerade aktuelle Schlagzeilen von Kriegen in Europa, wie die Angriffe auf die Ukraine, haben Sorge als Inspiration gedient. So hängt in der Ausstellung auch ein großes Bild, welches die Zerstörung des Theaters von Mariupol zeigt. „Dieses Thema fand ich so interessant, weil es für mich eine Zerstörung der Kunst und Kultur darstellt. Die Bibliotheken, die ich abbilde, spiegeln wiederum den Schatz unseres heutigen Wissensreichtums allgemein wieder.“

Zu sehen ist eine barocke Klosterbibliothek mit spiegelndem Fußboden, die Marmorstatue einer Frau und hohe Decken, schließlich die großen Bücherregale. Im Kontrast dazu findet sich auch eine moderne Bibliothek, die sich in Sorges Inszenierung über drei große Leinwände und eine ganze Wand erstreckt. Bücherchaos, symbolisiert mit bunten senkrechten Strichen. Man erkennt die Bücherei vor lauter Büchern nicht.

Ein realer Bezug ist für Emil Sorge bei seiner Kunst unerlässlich: „Als Künstler kann man realen Momenten und Bildern eine persönliche Note schenken. Individuell wird es dadurch, was viele unterschiedliche Besucher in das Bild hineininterpretieren. Es regt zum Nachdenken an und das muss auch so sein.“

Auch die dreidimensionale Arbeitstechnik bildet den Charakter des Bildes: Je näher man kommt, desto mehr Ausdruck bekommt man zu spüren. 3-D zu arbeiten ist für den Künstler zu seiner liebsten Arbeitsweise geworden. Die Umsetzung sei wiederum nicht immer einfach, „man kann Fehler, die beim Ausschnitzen der tieferen Elemente entstehen, nicht einfach beheben. Das lässt die Arbeit auf einer Holzplatte nicht zu. Man muss lernen mit diesen Fehlern umzugehen und immer weiter machen. Es ist und bleibt Kunst, das heißt, auch Fehler können ein Bild besonders machen.“

Die Bestätigung von Kunstinteressierten sei dafür ebenfalls maßgeblich und bringe Motivation. Schließlich entstehe kein vorzeigbares Werk dadurch, sich im Atelier zu verkriechen und nie wieder etwas zu zeigen.

Besucht werden kann die Ausstellung bis Samstag, 16. Dezember, dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und mittwochs sowie samstags von 9 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Im Rahmen der Vernissage haben die Besucher die Möglichkeit, persönlich mit Künstler Emil Sorge zu sprechen. Zudem gibt es Begrüßungsworte vom Xantener Bürgermeister Thomas Görtz.Jacqueline Kurschatke

Emil Sorge vor seinem Kunstwerk zur Zerstörung des Theaters Mariupol.Foto: J. Kurschatke

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