Kreismusikschule lädt zu Sinfoniekonzerten in Geldern und Kleve ein
60 Musiker begeistern am 27. und 28 Juni mit Werken von Brahms, Dvořák und Zimmer
GELDERN / KLEVE. Das Orchester der Kreismusikschule freut sich auf sein nächstes Sinfoniekonzert. Dieses hat mittlerweile Tradition und bietet schon den Jüngsten im Ensemble die Möglichkeit, ihr Talent vor großem Publikum zu präsentieren. Am Samstag, 27. Juni in Kleve und am Sonntag, 28. Juni in Geldern, können sich Besucher auf „wunderschöne Melodien in allen Registern und ein fulminantes Ende“ freuen.
Johannes Brahms, Antonín Dvořák, Hans Zimmer und John Williams: In große Fusstapfen treten die rund 60 Mitglieder des Sinfonieorchesters der Kreismusikschule. Damit alles auch genau so klappt wie geplant, proben die Schüler neben ihrem normalen Unterricht jeden Mittwoch zusätzlich. Eine gemeinsame Orchesterfahrt rundet die Proben kurz vor dem Konzert ab. In diesem Jahr ging es vier Tage auf die Jugendburg Gemen bei Borken. Die urige Kulisse bietet nicht nur viel Platz für Spiel und Spaß, sondern auch „perfekte Voraussetzungen für unsere Musik“, wie Schul- und Orchesterleiterin Anne Giepner berichtet.
Doch anders als zu vermuten ist, geht es hier auch noch um etwas anderes: „Es geht über das Rein-Fachliche hinaus. Die soziale Komponente ist wichtig um als Orchester zusammenzuwachsen. Die Schüler schließen hier auch enge Freundschaften“, erklärt Giepner weiter. Thomas Löffler, der in diesem Jahr stellvertretend für Johannes Hombergen neben Giepner für die Leitung des Orchesters zuständig ist, ergänzt: „Ich bin immer wieder begeistert zu sehen, was Jugendliche noch alles leisten können. Sie sind motiviert, offen und fröhlich. Die Musik klingt dann auch dementsprechend.“ Gemeinschaftsgefühl, voneinander lernen. Das schätzten auch die Schüler selbst. Mit einer Altersspanne zwischen elf und etwa 70 Jahren ist das Orchester auch ein generationsübergreifendes Projekt.
Fest steht: Die Musiker haben sich nicht wenig für ihr neues Konzert vorgenommen. Los geht es im Vorprogramm am Samstag, 27. Juni um 18 Uhr in der Stadthalle Kleve. Zu Beginn gibt hier die Sinfonietta von Frederik Geene eine Auswahl klassischer Kompositionen zum Besten. Gespielt werden unter anderem der Kaiserwalzer von Johann Strauß, „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar oder Fred Raymonds „Maske in Blau“. Die Schüler der Sinfonietta sind zwischen neun und 14 Jahren alt. Für einige ist es der erste große Auftritt. So auch für die Mitglieder des Kinderorchesters von Anne Giepner, die am Sonntag, 28. Juni ab 17 Uhr das Konzert in Geldern einleiten. In der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums bieten sie den Zuhörern zum Beispiel den „Theme from the New World Symphony“ von Antonín Dvořák oder „Dauntless Heroes“ von Michael Kamuf. Im Kinderorchester spielen Schüler im Alter von sechs bis 13 Jahren. Anne Giepner und ihr Team führen die jungen Musiker bewusst so früh an die große Bühne heran. „Uns ist wichtig, dass die Kinder auch mal Bühnenluft schnuppern und den großen Applaus bekommen. Wenn sie nach ihrem eigenen Auftritt dann auch das Sinfonieorchester erleben, motiviert es sie, noch besser zu werden und irgendwann selbst im Orchester dabei sein zu können.“
Das Sinfonieorchester der Kreismusikschule umfasst 60 Musiker im Alter zwischen elf und 70 Jahren. Foto: Kreismusikschule
Das Programm des Sinfonieorchesters ist an beiden Spieltagen gleich. Die Stückauswahl, die in den vergangenen Jahren oft sehr von Filmmusik dominiert war, wird 2026 wieder mehr in die Klassik befördert. „Alle Schüler können ihre Musikwünsche für das Konzert äußern. Aus allen Vorschlägen wird dann das fertige Programm ausgesucht. Noch vor einigen Jahren wollten fast alle Filmmusik spielen. Das ändert sich aktuell wieder. So haben wir in diesem Jahr wieder mehr klassische Stücke dabei“, berichtet Anne Giepner.
Ausgesucht wird nach Orchester-Tauglichkeit. „Es müssen stücke sein, in denen alle mitspielen können, nicht nur eine Instrumentengruppe.“ Antonio Vivaldis Konzert in g-Moll RV 156 macht den Anfang. Es folgt erneut Antonín Dvořák mit seiner achten Symphonie und die „Akademische Festouvertüre“ von Johannes Brahms. In der anschließenden Pause sorgt ein Catering-Service in Kleve für Snacks und Getränke. Kühle Erfrischungen reicht in Geldern der Förderverein der Kreismusikschule. Anschließend geht es mit Blockbustermomenten weiter: Dafür sorgen Soundtracks von The Last Samurai (Hans Zimmer), Superman Returns (John Williams) oder Noah‘s Ark (Bert Appermont). Es seien anspruchsvolle Stücke. Nach dem Indiana Jones-Medley aus dem vergangenen Jahr vielleicht sogar noch eine Herausforderung mehr, wie Löffler betont. Aber „wir genießen das gerade sehr“, sagt Anne Giepner und meint damit die Möglichkeit, mit Musikern zu arbeiten, die ihr Instrument bereits beherrschen und dieser Herausforderung gewachsen seien.
Der Besuch beider Konzerte ist wieder kostenlos möglich. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Programmbeginn. Spenden werden gern entgegengenommen. Anne Giepner, Thomas Löffler und das Orchesterteam rechnen erneut mit mehreren Hundert Zuschauern.
Durch Gemeinschaft und das Pflegen von Freundschaften unter den Schülern, profitiert auch der Klang der Musik. Foto: Kreismusikschule