"Judith Erichlandwehr und David Krystof, Grüne Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Porträtfoto"
14. Oktober 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Kreis Kleve verkauft knapp ein Drittel seiner RWE-Aktien

Grüne befürworten Umschichtung in lokale Projekte und erneuerbare Energien

KREIS KLEVE. In den vergangenen Jahren sei in der Politik im Kreis Kleve immer wieder über einen möglichen Verkauf der RWE-Aktien diskutiert worden. Wie nun aus dem Entwurf zum Kreishaushalt 2027 ersichtlich geworden sei, seien im laufenden Jahr 2026 insgesamt 500.000 Aktien verkauft worden, so die Grünen im Kreis Kleve. Zum Kauf oder Verkauf sei grundsätzlich ein Beschluss des Kreistages nötig. Der Kreis Kleve folge damit dem Trend vieler Kommunen, die sich in den letzten zehn Jahren ganz oder teilweise von ihren RWE-Aktien getrennt haben.

Die Grünen im Kreis Kleve hätten sich dabei in den letzten Jahren besonders stark für den Verkauf der RWE-Aktien eingesetzt und entsprechend Position in ihrem Wahlprogramm bezogen. Sie bewerten den Verkauf als überfällig und befürworten weitere Verkäufe: „Statt auf die Aktie einer Firma zu setzen, die vor großen Herausforderungen steht, sollte der Kreis sein Geld besser im Kreis Kleve investieren. Besonders der Bereich der erneuerbaren Stromerzeugung oder der soziale Wohnungsbau schafft direkt einen Mehrwert für die Menschen vor Ort“, kommentiert Judith Erichlandwehr, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, den nun erfolgten Kauf.

Aus dem Entwurf zum Kreishaushalt gehe nicht hervor, wie der Kreis Kleve zukünftig mit seinen verbleibenden 1.244.730 RWE-Aktien umgehen möchte. Es sei lediglich erkennbar, dass der Kämmerer mit einer Steigerung der Dividende von zehn Prozent pro Jahr bis 2030 plane. Auch der Co-Fraktionsvorsitzende David Krystof betont die Notwendigkeit zur Überprüfung kommunaler Beteiligungen: „In Zeiten knapper Kassen ist es angebracht, alle Beteiligungen des Kreises daraufhin prüfen, ob sie noch zu unseren Zielen passen. Dabei gilt es mit Blick auf die angespannte Haushaltslage mögliche Risiken realistisch zu bewerten und eine Umschichtung in risikoärmere Investments zu prüfen.“

Judith Erichlandwehr, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, und der Co-Fraktionsvorsitzende David Krystof. Foto: privat

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