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Sie engagieren sich freiwillig und bieten Ratsuchenden ihre Hilfe im Caritas-Beratungszentrum in Emmerich: (v. l.) Bernd Woytowicz, Ulrich Bergmann, Sigrid Seegers, Asmaa Ibrahim, Saicha Sloey und Bert Visser. Foto: CV Kleve
4. Februar 2025 Von NN-Online · Emmerich

Kontaktpunkt der Caritas ist ein Erfolgsmodell in Emmerich

Freiwillig Engagierte bieten ihre Hilfe im Caritas-Beratungszentrum an

EMMERICH. Es ist reger Betrieb an diesem Morgen. Im Beratungsbüro der Erziehungsberatung in Emmerich sitzt Bert Visser und bietet sein Sprachcafé an. Im Konferenzraum übersetzt Asmaa Ibrahim und im Kontaktcafé helfen Ulrich Bergmann, Sigrid Seegers und Saicha Sloev beim Ausfüllen von Formularen. In allen drei Fällen ist es ein Antrag auf Wohngeld, der bearbeitet wird.

Bert Visser, Asmaa Ibrahim, Ulrich Bergmann, Sigrid Seegers und Saicha Sloev sind ehrenamtliche Mitarbeiter der Caritas Kleve. Jeden zweiten Freitag im Monat kommen sie ins Beratungszentrum am Neuen Steinweg in Emmerich, um dort zu helfen. Sigrid Seegers ist zudem noch jeden Montag vor Ort. An diesem Tag wird sie von Bernd Woytowicz, ebenfalls freiwillig Engagierter, unterstützt. Das Ganze nennt sich „Kontaktpunkt“ und ist ein kostenfreies Angebot des Caritasverbandes für Rat- und Hilfesuchende.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Kontaktpunkt so gut angenommen wird“, sagt Anne-Kathrin Lehmann, Fachdienstleiterin „Gemeindecaritas und Ehrenamtskoordination“. Gemeinsam mit den Kollegen der Sozialberatung der Caritas hat sie das Angebot vor gut einem Jahr ins Leben gerufen. Lehmann erklärt: „Wir haben auf der einen Seite viele Menschen, die helfen, die sich engagieren oder etwas zurückgeben möchten. Und auf der anderen Seite gibt es unheimlich viele Menschen in der Stadt, die Unterstützung benötigen. Diese an einem Ort zusammen zu bringen – das ist der Kontaktpunkt der Caritas.“

Ein Konzept, das aufgeht. Allein im vergangenen Jahr suchten 360 Personen den Kontaktpunkt im Caritas-Beratungszentrum in Emmerich auf. Dabei geht es hauptsächlich um das Lesen und Verstehen von Behördenschreiben. Auch Übersetzungsdienste oder Formularhilfen stehen auf der Agenda. „Sie helfen, vermitteln, weisen auf fehlende Unterlagen hin. Bei Bedarf begleiten unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Ratsuchenden auch zum Amt, geben die Adressen von anderen Unterstützungsangeboten weiter oder händigen Soforthilfen je nach Lebenslage aus“, sagt Anne-Kathrin Lehmann und ergänzt: „Unser Angebot ist schnell und unbürokratisch. Wer hingegen eine ausführliche Beratung oder eine längerfristige Unterstützung benötigt, der wird von uns wiederum zu den Fachberatern und Fachberaterinnen vermittelt. Sie stehen uns im Hintergrund jederzeit zur Verfügung.“

Das Angebot des Kontaktpunktes kommt übrigens nicht von ungefähr. „Seit der Eröffnung unseres neuen Beratungszentrums in Emmerich stellen wir einen erhöhten Bedarf an Beratung fest“, sagt Rita Fergen, Fachbereichsleiterin Soziale Hilfen. Vor allem in den Bereichen der Sozial-, Flüchtlings- und Migrationsberatung ist die Nachfrage hoch. „Umso mehr freuen wir uns über die ehrenamtliche Unterstützung hier vor Ort“, sagt Rita Fergen.

An diesem Morgen ist es zum Beispiel Roksana, die Hilfe benötigt. Die Polin, die seit 2017 in Emmerich wohnt und lange in der Lagerlogistik gearbeitet hat, hat kürzlich ihren Job verloren. „Mit ihr habe ich heute einen Antrag auf Wohngeld ausgefüllt“, sagt Ulrich Bergmann, der sich als Vorsitzender der Vinzenz-Konferenz St. Aldegundis Emmerich auch ehrenamtlich bei der Caritas engagiert. Nebenan übersetzt Saicha Sloev für eine Frau aus der Ukraine. Sie selbst benötigt Hilfe bei einem Antrag, ihr Sohn ist derweil auf Jobsuche. Und bei Bert Visser sitzen Fordowsa aus Somalia und Twen aus Eritrea. Die beiden Frauen warten auf einen freien Platz im Sprachkursus und überbrücken ihre Zeit mit dem Besuch des Sprachcafés. An diesem Morgen bespricht der Niederländer, der seit 18 Jahren in Emmerich lebt, das deutsche Gesundheitssystem.

Kontaktpunkt der Caritas

Der Kontaktpunkt für Rat- und Hilfesuchende findet aktuell jeden Montag und in der Regel jeden zweiten und vierten Freitag im Monat, jeweils von 9 bis 12 Uhr, im Caritas-Beratungszentrum am Neuen Steinweg in Emmerich statt.

Die nächsten Termine sind am 10., 17., 21. und 24. Februar.

Sie engagieren sich freiwillig und bieten Ratsuchenden ihre Hilfe im Caritas-Beratungszentrum in Emmerich: (v. l.) Bernd Woytowicz, Ulrich Bergmann, Sigrid Seegers, Asmaa Ibrahim, Saicha Sloey und Bert Visser. Foto: CV Kleve

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