Kompakt und gemütlich: Reeser Stadtfest im Wandel
„Hochwertige, lokale Stände“ treffen auf Highlights für Kinder – Reeser Werbegemeinschaft strebt weitere Veränderungen für das Stadtfest in 2027 an
REES. Wer etwas verändert will, braucht vor allem eines: Geduld. „Es ist noch nicht das, was ich mir ursprünglich gedacht hatte“, gesteht Anika Nobel mit Blick auf das Stadtfest am Sonntag, 31. Mai, von 12 bis 18 Uhr mit verkaufsoffenem Sonntag von 13 bis 18 Uhr in Rees. „Wir haben viele Ideen, aber vieles lässt sich nur in kleinen Schritten umsetzen“, sagt die Vorsitzende der Reeser Werbegemeinschaft (RWG). Dennoch ist die Vorfreude groß, und Nobel verspricht ein „attraktives Stadtfest“ mit einigen Highlights.
Eine Veränderung in diesem Jahr: „Wir haben das Fest etwas kompakter und gemütlicher gestaltet“, sagt Nobel. Das bedeutet: mehr Händler auf kleinerer Fläche – „das finde ich charmanter“. Dabei freut es sich besonders, dass „viele Händler unserem Ruf gefolgt sind“. So könne man eine gute Mischung aus zahlreichen „hochwertige, lokale Stände“ bieten, mit Handwerker, Künstlern und Kleingewerbe.
Adäquater Ersatz für „Holland on Tour“ in Rees
Nicht mit dabei sind in diesem Jahr die Trucks von „Holland on Tour“, wie Nobel mit Bedauern berichtet: „Sie haben uns am Mittwoch ganz kurzfristig abgesagt.“ Doch die Besucher sollen dies kaum bemerken, denn für adäquaten Ersatz ist gesorgt: „Wir haben alles dabei, was ‚Holland on Tour‘ in den vergangenen Jahren auch geboten hat – außer Blumen“, sagt Nobel. Und selbst diese „Versorgungslücke“ könnte dank des Engagements der Reeser Wirtschaftsförderin Sandra Kimm-Hamacher bis Sonntag noch geschlossen werden.

Kulinarische Spezialitäten sind fester Bestandteil des Stadtfestes in Rees. Foto: Gerhard Seybert
Wobei sich ein Besuch auf der Fallstraße am Sonntag dennoch lohnt: Vor dem offiziellen Start lädt hier die „Bärenhöhle“ zu einem Tag der offenen Tür ein, außerdem öffnet auch das Atelier von Judith Anna Schmidt.
Kinderflohmarkt und Riesen-Hüpfburg
Vor dem Delltor findet zudem wieder ein Kinderflohmarkt statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Ab 12 Uhr dürfen Kinder und Jugendliche auf beiden Seiten der Straße Vor dem Delltor ihre Spielsachen, Bücher, Kleidungsstücke, CDs, DVDs und Computerspiele anbieten und so ihr Taschengeld aufbessern. Nicht erlaubt sind erwachsene Händler und der Verkauf von Neuwaren. Anmeldung per Mail an kinderflohmarkt@46459rees.de.
Eines der Highlights beim Stadtfest richtet sich an die jüngeren Besucher: Die RWG ist inzwischen Mit-Sponsor eine großen, etwa 25 Meter langen Hüpfburg der DLRG aus Bedburg-Hau. „Als Sponsor dürfen wir sie einmal im Jahr ausleihen, und sie passt natürlich perfekt zum Stadtfest“, sagt Anika Nobel. Auch das bekannte Kinderkarrussel ist wieder mit dabei.
Musik und „Food Corner“ rund um die Pumpe
Eine weitere Veränderung betrifft den „offiziellen Part“, wie es Nobel formuliert. Die Begrüßung durch Bürgermeister Sebastian Hense, Rheinkönigin Jutta Green und die RWG-Vorsitzende findet nicht mehr um 12 Uhr statt, sondern gegen 15 Uhr am Pavillon, „wenn auch viele Besucher auf dem Markt sind“.

Auch das Reeser Tambourcorps zieht wieder durch die Innenstadt. Foto: Gerhard Seybert
RWG-Vorsitzende wünscht sich „mehr Manpower“
Noch einmal zurück zu den Veränderungen: Die sollen sich auch in 2027 fortsetzen. Das Problem: „Uns fehlt die Manpower, um alle Ideen direkt umzusetzen“, sagt Anika Nobel und wird konkreter: „Es scheitert schlicht an der fehlenden Zeit und den Menschen, die uns unterstützen.“ Der „kleine und sehr engagierte Arbeitskreis“, zu dem auch Nobels Amtsvorgängerin Renate Bartmann und Renate Nann-Belting gehören, könne auf Dauer nicht alles allein schaffen.
Dabei seien „schöne Events“ wie das Reeser Stadtfest in Zeiten der großen Konkurrenz durch den Online-Handel „ein echtes Pfund“ der lokalen Händler und eines der wenigen letzten Argumente, die für den Einkauf vor Ort sprechen. „Das heißt aber auch: Jeder müsste mal raus aus seiner Komfortzone und auch nach Ladenschluss noch mal ran.“ Nobel ist überzeugt: „Wenn sich alle Mitglieder der RWG ein wenig engagieren, würden wir richtig viel schaffen. Wir haben in Rees richtig viel Potenzial – wir müssen nur aus dem Quark kommen.“