Klimaspaziergang durch Geldern
Inspiration aus privaten Gärten
GELDERN. Wie können Haus und Garten an die Folgen des Klimawandels angepasst werden? Antworten darauf lieferte ein rund 90-minütiger Klimaspaziergang durch Geldern, der interessierte Bürger zu mehreren fußläufig erreichbaren Stationen führte. Die Teilnahme war kostenlos, und die Route war überwiegend barrierefrei gestaltet, sodass viele Menschen die Gelegenheit nutzen konnten, sich praxisnah zu informieren.
Begleitet wurde der Spaziergang von dem Fachreferenten Dietmar Bernhardi, Energieberater und Referent der Verbraucherzentrale NRW. Mit anschaulichen Beispielen und verständlichen Erläuterungen zeigte er, wie sich Klimaanpassung konkret im eigenen zuhause umsetzen lässt.
Die erste Station führte zu dem Wohnhaus von Hermann-Josef Windeln mit einer üppig berankten Fassade und einem begrünten Garagendach. Es standen Leitern bereit, so dass das Dach besichtigt werden konnte. Heimische Pflanzen sorgen hier nicht nur für eine ansprechende Optik, sondern auch für eine bessere Wärmeregulierung und mehr Lebensraum für Insekten. Herr Windeln erklärte, wie solche Maßnahmen helfen können, Gebäude vor Überhitzung zu schützen und gleichzeitig die Biodiversität zu fördern.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel bietet ein ehemaliger Schottergarten, den Hermann-Josef Windeln in eine blühende Oase verwandelt hat. Die Umgestaltung ist verblüffend einfach: Er überdeckte den Schotter mit Kompost. Daraus entwickelte sich innerhalb von zwei Jahren die bunte Vielfalt.
Ein kurzer Abstecher in ein nahegelegenes Naturschutzgebiet eröffnete den Teilnehmenden einen faszinierenden Einblick in die Welt der Wildbienen. In einem einfachen Spatenstich im sandigen Boden hatten diese ihre Nester angelegt – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig offene Bodenflächen für bestimmte Arten sind.
Der letzte Halt des Spaziergangs führte in den Garten der Familie de Mülder. Der Garten ist konsequent mit Naturmaterialien gestaltet. Im Mittelpunkt steht ein Naturteich, der sich selbst reinigt und ohne chemische Zusätze auskommt. Ein besonderes Detail war ein in den Boden eingelassenes Rohr, das als natürlicher Kühlschrank dient – eine einfache, aber effektive Methode, um Lebensmittel ohne Strom kühl zu lagern.
Der Klimaspaziergang macht deutlich, dass bereits kleine Veränderungen große Wirkung entfalten können. Die vorgestellten Beispiele liefern zahlreiche Anregungen, wie sich private Gärten und Gebäude nachhaltig und klimaresilient gestalten lassen – praxisnah, kreativ und oft mit einfachen Mitteln umsetzbar.
Der Klimaspaziergang fand in Kooperation der Volkshochschule Gelderland und der Stadt Geldern mit der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Kleve statt. Der nächste Rundgang findet in Straelen am Mittwoch, 6. Mai,von 17 bis 18.30 Uhr in Kooperation mit der Stadt Straelen statt. Weitere Informationen unter Telefon 02831/93750. Anmeldung auch über www.vhs-gelderland.de