Klimaschutz und Wirtschaft im Einklang
Besichtigung und Diskussionsrunde in Issumer Gartenbaubetrieb
ISSUM. Können Innovationen die Wettbewerbsfähigkeit stärken und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten und wie funktioniert der Spagat zwischen Wirtschaft und Klimaschutz? Dass Innovation, Wirtschaft und Klimaschutz kein Gegensatz sein müssen, präsentierte der Gartenbaubetrieb Viehweg in Issum bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der KlimaUnion NRW.
Viehweg ein moderner, ökologisch ausgerichteter und technisierter Gartenbaubetrieb, zeigt, wie moderne Gartenbautechnik, Digitalisierung, intelligentes Wassermanagement und nachhaltige Produktionsverfahren zu einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell und Klimaschutz verschmelzen. Viehweg steht beispielhaft für die Innovationskraft des Mittelstands und des Gartenbaus und verdeutlicht, wie wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Wirtschaften Hand in Hand gehen.
An der gut besuchten Veranstaltung nahmen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gartenbau, teil, darunter Lukas Viehweg und Herbert Siemes (Viehweg Gartenbau), Sascha van Beek (Mitglied des Bundestags), Christin Haack (Hauptgeschäftsführerin Landesverband Gartenbau NRW), Alexander Alberts (Bürgermeister der Gemeinde Issum), Agnes Teilmans (stellvertretende Landrätin Kreis Kleve) und Frederik Reymer (Vorsitzender des Ausschusses für Klima, Landwirtschaft, Umwelt und Naturschutz im Kreis Kleve). Jutta Manten, stellvertretende Landesvorsitzende der KlimaUnion NRW, hatte die Idee zu dieser Veranstaltung und hat sie zusammen mit Herbert Siemes organisiert.
Lukas Viehweg und Herbert Siemes führten die mehr als 40 Gäste durch den Betrieb und berichteten unter anderem, dass die Gärtnerei eine PV-Anlage nutzt, die 95 Prozent des Strombedarfs deckt, geheizt wird mit Totholz, das den Heizbedarf zu 90 Prozent abdeckt. Die verwendeten Pflanztöpfe sind zu 100 Prozent recyclingfähig, das Pflanzsubstrat 50 Prozent torfreduziert.
Hemmnis durch Bürokratie
Bei der Podiumsdiskussion, die im Anschluss an die Betriebsbesichtigung stattfand, diskutierten Niklas Benner (Co-Vorsitzender der KlimaUnion NRW), Matthias Mühlenhoff-Wirth (CDA Vorsitzender Kreis Kleve und Bezirk Niederrhein) Eva Kähler-Theuerkauf (Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW), Frederic J. Ferber (Abteilungsleiter bei der Handwerkskammer Düsseldorf, Zentrum für Umwelt, Energie und Klima) sowie Robert Böving (JU, ehemaliger Vorsitzender JU Kreis Kleve) darüber, wie Wirtschaft und Klimaanpassung gemeinsam gestaltet werden können, was Unternehmen von der Politik brauchen und wie vor Ort Akzeptanz für Klimaschutz geschaffen werden kann, auch wenn dies Veränderungen bedeutet. Rainer Deppe, ehemaliges Mitglied des Landtags und früherer CDU-Sprecher für Landwirtschaft und Umwelt, moderierte die Runde.
Lukas Viehweg sieht in der Bürokratie ein Hemmnis, das den Gartenbaubetrieben das Leben schwer mache und viel Arbeitszeit raube. Robert Böving meint, dass Klimaschutz nur funktioniere, wenn man mit den Unternehmen Hand in Hand zusammenarbeite.
Für Herbert Siemes gehören Klimaschutz und Klimaanpassung einfach dazu. Je später ein Unternehmen damit beginne, desto teurer würden Maßnahmen. Matthias Mühlenhoff-Wirth findet, dass der Bund sich für eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung für Maßnahmen der Klimaanpassung einsetzen solle. Ziel sei, insbesondere Kommunen bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels strukturell zu unterstützen.
Eva Kähler-Theuerkauf resümierte, es sei genug geredet worden, es müsse gehandelt werden. Das fand auch Moderator Rainer Deppe zum Schluss: „Wir haben viel zu tun und wir können auch viel tun.“
Nach der Podiumsdiskussion bot ein abschließendes Get-together den passenden Rahmen, um den Abend beim fachlichen und politischen Austausch mit den Referenten und Gästen ausklingen zu lassen.