Kleve soll attraktiver für Unternehmen werden
Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähiger machen: IHK bietet Masterplan an
KLEVE. Kleve punktet mit hoher Lebensqualität – verliert aber bei der Verkehrsanbindung. So bewerten die Unternehmen ih-ren Standort, zeigt die Analyse der Niederrheinischen IHK. Darüber sprach Dr. Stefan Dietzfelbinger, IHK-Hauptgeschäftsführer, mit Kleves Bürgermeister Markus Dahmen.
„Kleve ist ein starker Standort mit einem guten Image. Die Einzelhandels-Zentralität ist herausragend. Das zeigt: Kleve ist ein Einkaufs-Magnet, auch für die niederländischen Nachbarn. Die Hochschule ist ebenso ein dickes Pfund“, meint Dietzfelbinger zu den Vorteilen der Schwanenstadt. Sorgen macht dem IHK-Chef die beschlossene Erhöhung der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer. Dietzfelbinger: „Das passt nicht in die Zeit und belastet unsere Unternehmen, die ohnehin schon kämpfen müssen“. Dazu kommt viel Bürokratie. Beides belastet Unternehmen spürbar. Die Wirtschaft fördern, das sei wichtig, um Arbeitsplätze und Wohlstand für Kleve zu sichern und auszubauen. Die Wirtschaft schätzt Kleve für seine Hochschulen, für gute Weiterbildungsangebote und die Lebensqualität. Doch beim Verkehr hakt es. Der IHK-Chef verdeutlicht: „Das marode Schienennetz und der unzuverlässige Niersexpress sind ein echtes Risiko für den Standort. Mobilität entscheidet über die Erreichbarkeit der Betriebe und damit über Fachkräfte.“ Dem parteilosen Bürgermeister Markus Dahmen sind die Herausforderungen seiner Stadt bewusst: „Mein Ziel ist es, die Einnahme- und Ausgabesituation der Stadt zu verbessern. Wir müssen uns dringend fragen, was wir uns noch leisten können. Wichtige Projekte sind für mich Schulneubauten, der Umbau der Innenstadt und die Landesgartenschau.“ Gleichzeitig betont er: „Kleve hat großes Potenzial: durch seine geografische Lage, seine Hochschule und die Nähe zu den Niederlanden. Dieses Potenzial will ich entschlossen nutzen.“ Die IHK möchte mit der Stadt einen Masterplan entwickeln. Sie ist überzeugt, dass eine enge Zusammenarbeit den Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähiger macht. „Wir wollen Hindernisse aus dem Weg räumen und die Potenziale des Standorts ausbauen“, so Dietzfelbinger.