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Kita-Gruppen werden im Kreis Kleve kleiner
4. März 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Kita-Gruppen werden im Kreis Kleve kleiner

Jugendhilfeausschuss beschließt die aktuelle Bedarfsplanung ab Sommer

KREIS KLEVE. Der Kreis Kleve kann allen Kindern mit Anspruch auf einen Kindertagesstätten („Kita“)-Platz im Sommer dieses Jahres ein entsprechendes Angebot machen. Das ist das Ergebnis der Bedarfsplanung für die Jahre 2026 bis 2031, die der Jugendhilfeausschuss nun einstimmig beschlossen hat.

„Vielen Dank an die Träger sowie die Städte und Gemeinden für die gute Zusammenarbeit. Allen Familien einen Kita-Platz anbieten zu können, bedeutet nicht nur Planungssicherheit für die Eltern, sondern vor allem gute Bildungs- und Entwicklungschancen für Kinder“, betont Landrat Christoph Gerwers.

In den vergangenen Jahren hatte der Kreis Kleve stets die hohe Dynamik bei der Nachfrage hervorgehoben. Zurückzuführen war dies auf starke Geburtenjahrgänge aus der „Corona-Zeit“ sowie auf Zuzüge aus städtischen Ballungsräumen und von Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine.

Ab diesem Sommer ist zum ersten Mal seit Jahren ein deutlicher Rückgang der Kinderzahlen im gesamten Zuständigkeitsbereich des Kreises Kleve spürbar. Die Zahl der Einrichtungen in den Kommunen Bedburg-Hau, Issum, Kalkar, Kerken, Kranenburg, Rees, Rheurdt, Straelen, Uedem, Wachtendonk und Weeze bleibt mit 82 Kitas konstant. Diese bieten für das Kindergartenjahr 2026/27 insgesamt 5.040 Plätze an – aufgrund der geringeren Nachfrage 212 weniger als ein Jahr zuvor. Die Einrichtungen können nun Überbelegungen abbauen und die Altersstruktur der Gruppen anpassen. Zudem bleiben einige mögliche Plätze auch unbesetzt.

„Diese Entwicklung bringt Herausforderungen mit sich, eröffnet aber zugleich neue Chancen für die frühkindliche Bildung. Weniger Kinder in den Einrichtungen können dazu beitragen, die vorhandenen Kapazitäten besser zu nutzen und die Kita-Versorgung qualitativ weiterzuentwickeln“, sagt André Amourette, Leiter der Abteilung „Jugend und Familie“ des Kreises Kleve. Die nun oftmals kleinere Gruppenstärke bringt viele Vorteile mit sich. „Wenn weniger Kinder auf gleich viele Fachkräfte treffen, bleibt mehr Zeit für jedes einzelne Kind“, sagt Amourette. Das stärke die individuelle Förderung, die Sprachentwicklung und die soziale Kompetenz. Besonders profitieren Kinder mit besonderem Förderbedarf. Durch kleinere Gruppen und mehr personelle Ressourcen kann gezielter auf ihre individuellen Bedürfnisse eingegangen werden.

Kleinere Gruppen bedeuten zudem weniger Stress für Kinder und Fachkräfte und ermöglichen eine ruhigere Lernumgebung. Für die Folgejahre sei jedoch genau in den Blick zu nehmen, ob das derzeit bestehende Angebot überall auch weiterhin so aufrechterhalten werden könne. oder ob aufgrund der gesunkene Nachfrage Angebotskorrekturen erforderlich werden.

Weitere Vorteile: Durch die freien Kapazitäten stehen auch im Laufe des Jahres Kita-Plätze zur Verfügung – beispielsweise für zugezogene Familien. Außerdem können mehr Erstwünsche der Eltern bei der Kita-Wahl erfüllt werden. Und es können mehr U3-Kinder aufgenommen werden: Von den genannten 5.040 Kita-Plätzen werden nachfrageorientiert 1.024 Plätze mit Kindern dieser Altersgruppe belegt. In vielen Kommunen könnten bei entsprechender Nachfrage weitere Plätze belegt werden. Zusätzlich bieten 147 Tagespflegepersonen insgesamt 687 Plätze für U3-Kinder an (rund 100 Plätze weniger als im Vorjahr). Damit liegt die Betreuungsquote der U3-Kinder im Zuständigkeitsbereich des Kreises Kleve konstant bei 61,9 Prozent. Dies ist auch im NRW-weiten Landesvergleich ein sehr guter Wert.

Ein Problem lösen jedoch auch die geringeren Kinderzahlen nicht: den Fachkräftemangel bei den Erzieherinnen und Erziehern. „Auch bei den kleineren Gruppen kann es leider im Einzelfall mal passieren, dass aufgrund fehlender Erzieherinnen und Erzieher das Betreuungsangebot eingeschränkt werden muss“, so Amourette. In diesen Fällen steht der Kreis Kleve im engen Austausch mit dem Träger, um die Einschränkungen für die Familien so gering wie möglich zu halten.

Auch mit weniger Kindern bleibt der Wunsch nach langen Betreuungszeiten ungebrochen hoch: Im Vorjahr hatte zum ersten Mal mehr als die Hälfte der Familien die 45 Stunden Betreuungszeit pro Woche gebucht. In diesem Sommer wird mit 52,5 Prozent ein neuer Rekordwert erreicht.

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