Das pädagogische Mitarbeiter-Team der Stadt Kalkar und der Evangelischen Kirchengemeinde mit Bürgermeisterin Alexandra Schacky und Pfarrer Thomas Hagen. NN-Foto: SP
8. Oktober 2026 · Sabrina Peters · Kalkar

Kirche und Stadt machen beim Jugendhaus gemeinsame Sache

Das „neue“ Jugendhaus Kalkar an der Birkenallee ist künftig an allen Werktagen geöffnet

KALKAR. Die (blaue) Zuckerwatte musste am Dienstag noch etwas warten, auch wenn sie sehnsüchtig erwartet wurde. Doch bevor die Zuckerwattenmaschine angeschmissen wurde, hielt Pfarrer Thomas Hagen von der evangelischen Kirchengemeinde Kalkar erst noch eine kurze Ansprache. Zu wichtig war der Anlass, zu dem am Dienstagnachmittag nicht nur Kalkars Bürgermeisterin Alexandra Schacky, sondern auch unter anderem Vertreter der Politik, der Stadtverwaltung und des Kreisjugendamtes eingeladen waren: ein Tag der offenen Tür im „neuen“ Jugendhaus Kalkar (Juka) an der Birkenallee, das ab sofort von der evangelischen Kirchengemeinde Kalkar und der Stadt Kalkar gemeinsam „bespielt“ wird.

Hagen erinnerte daran, dass die evangelische Kirchengemeinde das Haus an der Birkenallee in Altkalkar vor 28 Jahren erworben habe. Dieser Schritt sei damals „sehr wichtig“ gewesen, „denn hier, am ehemaligen Imbiss ,Hexenkessel‘, trafen sich damals Jugendliche und gingen überhaupt nicht gut miteinander um. Sie verprügelten sich sogar, weil sie sich nicht verstanden. Sprachlich und überhaupt.“ Jugendarbeit sei da die Lösung gewesen. Schon ein Jahr zuvor habe die evangelische Kirchengemeinde damit angefangen, ehe sie zu diesem Zweck in die Räumlichkeiten des ehemaligen Imbisses „Hexenkessel“ zog. „Wir wollen euch hier nicht erklären, was ihr zu sein und zu tun habt oder woran ihr glauben sollt. Mein einziger Wunsch ist: Lernt, offen miteinander zu sein und Menschen aller Art zu respektieren“, sagte Hagen. Dies sei bis heute der Grundsatz.

Doch in Zeiten, in denen die Kirchen mit immer weniger werdenden Mitgliedern und damit immer geringer ausfallenden Einnahmen zu tun hätten, habe im vergangenen Jahr auch das Jugendhaus auf dem Prüfstand gestanden. „Wir mussten im vergangenen Jahr ernsthaft überlegen, wie es weitergehen könnte. Deshalb haben wir uns mit der Stadtverwaltung zusammengesetzt und überlegt“, sagte Hagen. Die Stadt Kalkar bot in weiteren Räumlichkeiten direkt nebenan ebenfalls schon seit vielen Jahren einen Jugendtreff an. Während die Kirche ihre Räumlichkeiten für ihre pädagogische Betreuung immer montags und dienstags öffnete, bot die Stadt in ihren Räumlichkeiten immer mittwochs, donnerstags und freitags einen Jugendtreff an. An den jeweils anderen Werktagen blieben die jeweils anderen Räumlichkeiten immer ungenutzt, während die Betriebskosten für beide Parteien natürlich weiterliefen.

Das ist nun anders: Die Stadt Kalkar zahlt der evangelischen Kirchengemeinde nun anteilig Miete für das „Jugendhaus Kalkar“ an der Birkenallee, während ihre eigenen Räumlichkeiten nun anderweitig genutzt werden sollen. Das pädagogische Personal der evangelischen Kirchengemeinde und der Stadt Kalkar wechselt sich zwar weiterhin im gleichen Umfang ab, dafür ist das „Jugendhaus Kalkar“ aber jeden Tag für Kinder von sechs bis zwölf Jahren ab 13 Uhr (eine Stunde ist Hausaufgabenhilfe) und für Jugendliche ab zwölf Jahren ab 16.30 Uhr geöffnet. Dazu wird es weiterhin verschiedene Ferienangebote und andere gemeinsame Aktivitäten geben.

Das pädagogische Mitarbeiter-Team der Stadt Kalkar und der Evangelischen Kirchengemeinde mit Bürgermeisterin Alexandra Schacky und Pfarrer Thomas Hagen. NN-Foto: SP

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