„Kirche ist jung und sehr international“
Die Krankenbruderschaft Rhein-Maas lädt zur Lourdes-Wallfahrt ein
NIEDERRHEIN. Die Tradition der Lourdes-Wallfahrt wird auch 2026 fortgesetzt. Die Krankenbruderschaft Rhein-Maas lädt herzlich zur Teilnahme vom 11. bis 16. September ein: egal ob Menschen mit Handicap, ehrenamtliche Helfer oder reguläre Tagespilger. Raphaël Freiherr von Loë (Schloss Wissen) und Antoinette Freifrau von Elverfeldt-Ulm (Schloss Kalbeck) erläutern die Hintergründe.
Schon seit den 1960er Jahren sammelt die Krankenbruderschaft Rhein-Maas Geld für die Lourdes-Wallfahrt und organsiert diese, um auch Menschen mit verschiedensten Einschränkungen die Reise zu ermöglichen – physisch wie auch finanziell.
In den Anfangstagen habe man die Spenden noch in einem Sack aufbewahrt, erinnert sich Raphaël Freiherr von Loë, Vorsitzender der Krankenbruderschaft, mit einem herzhaften Lachen. Heute dient dazu zwar längst ein Vereinskonto, das zugrunde liegende Konzept hat sich jedoch nicht verändert.
Die Teilnehmer lassen sich in drei Lager einordnen: Menschen mit Handicap, die ihnen zur Seite stehenden Helfer und die Hotelpilger. Doch auch letztere helfen während des teils gemeinsamen Programms im Rahmen ihrer Möglichkeiten immer mal wieder aus: „So haben sich über die Jahre sehr schöne Verbindungen aufgebaut“, sagt von Loë. Einen Dienst am Menschen zu tun, sei für viele ein Bedürfnis – die Bedeutung dahinter habe auch er auf seiner ersten Fahrt 2008 erlebt.
Häufig sind die Helfer schon lange dabei, aber auch junge Leute unterstützen mit Hilfsdiensten. „Seit vielen Jahren haben wir eine Kooperation mit der Gaesdonck, die die Schüler freistellt“, sagt Raphaël von Loë. Nicht selten akquirierten auch die Helfer neue Leute, sagt Antoinette Freifrau von Elverfeldt-Ulm. Neben ihrer Vorstandstätigkeit in der Krankenbruderschaft ist sie die Vorsitzende des Vereins „Deutsche Hospitalité Notre Dame de Lourdes“. In der Wallfahrtssaison von Palmsonntag bis Allerheiligen empfängt und koordiniert dieser vor Ort Helfer aus ganz Deutschland für die verschiedenen Dienste an den Pilgern – darunter auch die Helfer der Lourdes-Wallfahrt der Krankenbruderschaft.
Dass manche Pilger finanzielle Hilfe für die Reise brauchen, lässt sich auch 2026 wieder gut nachvollziehen: fünf Nächte und der Flug kosten dieses Mal 1.370 Euro. „Die Wallfahrten werden nicht preiswerter, aber es ist der marktgängige Preis“, sagt von Loë. Wie im Vorjahr fliegen die Teilnehmer zum zweiten Mal von Düsseldorf aus. „Düsseldorf ist gut eingerichtet für Pilger mit Handicap“, begründet von Loë die Entscheidung. Die früheren Fahrten mit der Bahn hätten den Vorteil gehabt, sich schon auf der Fahrt besser kennenlernen zu können, doch sei dieser Ansatz finanziell nicht mehr tragbar gewesen. Das sei auch aus einem anderen Grund schade: „Man konnte auch Menschen mitnehmen, die zum Beispiel im Bett liegen müssen. Im Flieger geht das nur eingeschränkt.“ Der Vorteil beim Flieger wiederum: Man brauche, anders als beim Mieten der Bahn, nicht mehr hunderte Leute. „Uns reichen schon 170. Und selbst die teilen wir uns mit der Malteser-Wallfahrt aus Essen.“
Auch wenn die Teilnehmerzahlen zu Corona stark eingebrochen seien, bessere sich die Lage seit 2022 zunehmend, sagt von Elverfeldt-Ulm. „Es kommen mehr Pilger und auch eine andere Form von Pilger. Die Einzelpilger sind extrem gestiegen.“ Zu ihnen gehörten auch junge Besucher, die eigentlich in den Ferien seien, aber dem besonderen Ruf Lourdes nachspüren wollten. Gut so, findet sie: „Die Welt verändert sich und der Wallfahrtsort ist bemüht, sich auch auf die Pilger von einem Tag einzustellen, damit auch sie eine wunderbare Erfahrung haben.“ Der Querschnitt sei bunt durchmischt, neben den europäischen Besuchern auch mit Gästen aus Afrika oder Asien. „Das ist Weltkirche“, lobt sie. „Wenn man in Lourdes ist, sieht man: Kirche ist jung und sehr international.“
Details zum Programm und Anmeldemöglichkeiten gibt es über den Flyer. Dieser liegt in den örtlichen Pfarreien aus und steht, neben einem QR-Code, unter krankenbruderschaft.jimdofree.com zum Download bereit.
Der südfranzösische Marienwallfahrtsort Lourdes zieht nach dem Ende der Corona-Krise wieder mehr Pilger an. Foto: privat