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Luis Janßen (r.) und Thomas Haas (l.) haben es aufs Treppchen geschafft. Foto: International Table Soccer Federation
5. Juli 2025 · Thomas Langer · Niederrhein

Kevelaerer holt Kicker-Silber

Luis Janßen und Thomas Haas holen Vizeweltmeister-Titel im offenen Doppel

KEVELAER. Auch wenn es in den Kategorien Nationalmannschaft und Classic Doppel nicht ganz so gut lief wie erhofft, hat der Kevelaerer Luis Janßen zusammen mit seinem Doppel-Partner Thomas Haas aus Köln in der Kategorie offenes Doppel bei der Multi-Table-Weltmeisterschaft im Tischfußball in Saragossa in Spanien gut abgeräumt: Damit geht der Titel des Vizeweltmeisters nach Deutschland – bis zur nächsten WM in drei Jahren.

Für den 19-jährigen Luis Janßen, der auch für den 1. KC Rees spielt, war es zwar die dritte WM, aber dennoch eine besondere Premiere: „2019 und 2022 habe ich jeweils bei den Junioren gespielt, aber jetzt war es meine erste Herren-WM“, erklärt er. Auch wenn er normalerweise nicht zu jenen gehört, die im Vorfeld von Nervosität geplagt sind: ein bisschen Druck verspürte der neue Silber-Träger dieses Mal durchaus, zumindest zu Anfang: „Im Doppel gehörten wir mit zum Favoritenkreis und brauchten wegen guter Ergebnisse im vorherigen Jahr nicht die Vorrunde zu spielen.“ So habe man am entsprechenden Tag zwar ausgeschlafener in der Halle erscheinen können als andere, „aber jeder war schon eingespielt, wir aber nicht und jeder erwartet, dass man liefert.“

Entsprechend schwieriger hätten sich die ersten beiden Spiele gestaltet: „Es waren beides Spiele, in denen wir erst im fünften, dem Entscheidungssatz, gewonnen haben – also nicht deutlich.“ Danach eingespielt, sei der Druck zum Halbfinale am Folgetag aber abgeflacht, merkt Janßen an – zumindest für ihn. „Mein Partner hat bereits bei der WM 2017 bei den Herren gespielt. Für ihn war es von Anfang an nur positive Anspannung.“

Nach anderthalb Jahren als Duo wissen Janßen und Haas mittlerweile, wie sie das meiste aus ihrem gemeinsamen Spiel holen können. „Thomas weiß, wie er mich lenken muss“, sagt Janßen. „Ich bin nicht so der Spieler, der sich vorher schon einen Kopf um das Spiel selbst macht, Thomas schon.“ Diese Herangehensweise konnten sie bereits in vielen Spielen verfeinern: „Wir spielen jedes größere Turnier in Deutschland und im Ausland zusammen, aber auch kleinere Turniere“, sagt Janßen. Erfahrung, die sich nun bezahlt gemacht hat.

Nach den fordernden Matches gegen Luxemburg, die Schweiz, Italien, die Niederlande im Viertelfinale sowie Österreich im Halbfinale musste sich das deutsche Duo nur den US-Amerikanern im Finale geschlagen geben. „In der KO-Runde haben wir auch jeden Tisch mal gespielt, es gibt fünf verschiedene“, ergänzt Luis Janßen. Die Unterschiede sind durchaus groß: „‘Leonard‘ als unseren Heimtisch können wir beide sehr gut“, auf den anderen Tischen habe wiederum jeder von ihnen andere Stärken. „Demnach haben wir unsere Positionen auf den jeweiligen Auswärtstischen angepasst.“

Während man beim „Bonzini“ aus Frankreich mit schweren Gussfiguren spiele, sei der „Roberto“ aus Italien ein sehr leichter Tisch. „Mit ein wenig Kraft hebt man ihn problemlos an.“ Der „Tornado“ aus Amerika wiederum weise einen besonders schweren Ball auf – wieder ein anderes Spielgefühl: „Der Ball springt gar nicht.“

Dass es nicht ganz für die Goldmedaille gereicht hat, schreibt Luis Janßen aber nicht den Tischen zu. „Im ersten Satz hatten wir einfach keine Chance.“ Danach, jeweils bei 4:4, hätten sowohl er selbst als auch Haas Fehler gemacht. „Das passiert einfach. Es war unsere erste WM zusammen und das erste Mal Finale. Zudem hat unser Gegner gefühlt gar keinen Fehler gemacht.“

Haas und Janßen sind stolz auf ihr Silber, eines steht aber trotzdem fest: Sofern die beiden die Qualifikation schaffen, werden sie 2028 einen weiteren Versuch wagen, um dann endlich auch den Weltmeistertitel nach Deutschland zu holen. Bis es soweit ist, hat Janßen sich das Ziel gesetzt, sein Spiel noch weiter zu verbessern – vor allem seine Platzierungen im Einzel.

Spannend bleibt es für ihn aber auch abseits des Sports: Als frisch gebackener Abiturient startet er im August eine Ausbildung zum Vermessungstechniker beim Rhein-Kreis Neuss. TL

Luis Janßen (r.) und Thomas Haas (l.) haben es aufs Treppchen geschafft. Foto: International Table Soccer Federation

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