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Der „Gewässerdienst“ hält das Grundstück sauber und ermöglicht dadurch ein sorgenfreies angeln. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
20. August 2024 · Sabrina Peters · Kleve

Kein Vereinsleben ohne das Ehrenamt

ASV Kleve hat viele helfende Hände – aber kennt auch die allgemeinen Sorgen

KLEVE. Wenn vor allem am Wochenende die begeisterten Angler die Vereinsgewässer des Angelsportvereins (ASV) Kleve aufsuchen, finden sie eine hervorragend gepflegte Natur vor, die ihnen ihr Hobby in vollen Zügen genießen lässt. Dafür sorgen beim ASV eine Handvoll älterer Mitglieder, die zwei Mal in der Woche das Grundstück in Schuss halten. Sie schneiden Hecken, mähen Rasen und sorgen vor allem dafür, dass etwa keine losen Äste zur Gefahr für alle Angler werden. „Gewässerdienst“ nennt sich diese Art der Arbeit beim Klever Angelsportverein. „Man kann sagen, dass ohne sie kein Angeln möglich wäre“, betont ASV-Vereinsvorsitzender Jochen van Heek. Doch damit nicht genug: Genau wie der Vorstand arbeitet auch der „Gewässerdienst“ ehrenamtlich. „Ohne Ehrenamt gäbe es gar kein Vereinsleben“, macht van Heek deutlich.

Dabei stellt der Nütteraner, der nicht nur beim ASV Kleve seit Jahren aktiv ist, sondern etwa auch beim Klever Rosenmontags Komitee (RKK) und in einem Fußballverein, eine einfache Rechnung auf: „Der ,Gewässerdienst‘ besteht aus einer Gruppe von zehn bis 15 Senioren. Zum harten Kern gehören etwa acht Leute. Zwei Mal in der Woche – immer mittwochs und samstags – treffen sie sich morgens auf dem Vereinsgelände, um es sauber und ordentlich zu halten. Etwa zwei Stunden reine Arbeit kommen da immer zusammen. Das sind – wenn man die Leistung aller Personen grob zusammenrechnet – etwa 25 bis 30 Stunden pro Woche, die für den ,Gewässerdienst‘ aufgebracht werden.“ Dabei seien diese Senioren keine ständigen Angler mehr. „Manche von ihnen angeln vielleicht noch zwei Mal pro Jahr. Aber für sie ist es die Gemeinschaft im ,Gewässerdienst‘ und im Vereinsleben, die sie schätzen und leben wollen. Da wird morgens direkt die Kaffeemaschine angeschmissen und gemeinsam Kaffee getrunken. Nach dem verrichteten Dienst wird auch gerne mal gegrillt, weil einer Würstchen mitgebracht hat“, sagt van Heek. Ihm als Vorsitzender sei vor allem ein Erlebnis positiv in Erinnerung geblieben: „Ich wurde damals zur Weihnachtsfeier eingeladen – und da hatten sie es sich richtig schön gemütlich gemacht. Mit netten Servietten und einem geschmückten, beleuchteten Weihnachtsbaum.“ Dieses gelebte Vereinsleben mache ihn als Vereinsvorsitzenden sehr stolz.

Verärgert ist van Heek allerdings oftmals über die Selbstverständlichkeit, für die manche Vereinsmitglieder diese Arbeit halten. Ihm fehle häufig die Wertschätzung und die Dankbarkeit – nicht nur in Bezug auf den „Gewässerdienst“, sondern allgemein für das Ehrenamt. „Fakt ist, ohne das Ehrenamt wäre allgemein kein Vereinsleben möglich. Die Vorstände von Vereinen sind alle ehrenamtlich tätig. Anders geht es auch gar nicht“, sagt van Heek, der die Vereinsarbeit wohl wie kaum ein Zweiter kennt. Gleiches gilt allerdings auch für die mangelnde Wertschätzung. „Ich habe auch schon erlebt, dass sich jemand bei uns im Verein neu anmelden wollte und sagte, dass er dann morgen vorbeikäme, um seine Unterlagen abzuholen. Da habe ich gesagt: Stopp mal. Das funktioniert so nicht“, schildert van Heek. Er sei schließlich – wie die meisten Vorstandsmitglieder zahlreicher Vereine – noch voll berufstätig und könne nicht ständig parat stehen. „Es ist schon so, dass man ohnehin fast täglich für den Verein tätig ist. Aber es geht nicht immer alles sofort. Wir sind schließlich alles Ehrenamtler“, sagt van Heek. Ihn wundert es daher auch nicht, dass sich immer weniger Menschen bereiterklären, ein Ehrenamt – sei es ein Vorstandsposten oder eine andere Tätigkeit – anzunehmen und damit eine Verantwortung einzugehen. „Bei unseren 600 Mitgliedern sind es eigentlich immer dieselben zehn Menschen, die sich einbringen und eine Aufgabe übernehmen oder mithelfen etwas – beispielsweise unser Sommerfest – zu organisieren“, verrät van Heek, „gleichzeitig gibt es aber immer wieder auch die Rufe aus dem Verein, warum das und das nicht gemacht wird“. Das trage nicht zu einer guten Stimmung bei. „So ist es nur schwer möglich, ein Vereinsleben aufzubauen – auch wenn das bei uns bislang noch gut funktioniert“, sagt van Heek. Das sei aber unterm Strich immer denselben tätigen Menschen – und beim ASV auch ganz besonders den Senioren vom „Gewässerdienst“ – zu verdanken. „Und alle machen es ehrenamtlich – im Prinzip für ein kleines Dankeschön, einen warmen Händedruck und vielleicht ein jährliches gemeinsames Abendessen“, betont van Heek. Mit eben jenem würde sich der Vorstand zumindest bei den Senioren vom „Gewässerdienst“ erkenntlich zeigen.

Der Angelsportverein Kleve lädt am Samstag, 31. August, ab 14 Uhr auf dem ASV-Gelände an der Ziegelstraße 108 in Kleve-Rindern zum Sommerfest ein. Neben frisch geräuchertem Fisch, Grillgut, Kaltgetränken, Tombola, Hüpfburgen und Kinderschminken wird es auch ein Menschenkicker-Turnier geben. Weitere Infos unter www.asv-kleve.de.

Der „Gewässerdienst“ hält das Grundstück sauber und ermöglicht dadurch ein sorgenfreies angeln. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

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