Kanadisches Bataillon ehrt seinen Victoria-Kreuz-Träger
Der Heimat- und Verkehrsverein Uedem begleitete den Besuch auf dem Mooshof in Keppeln
UEDEM. Aubrey Cosens ist einer von nur zwei kanadischen Unteroffizieren, die im Zweiten Weltkrieg das Victoria-Kreuz für eine heroische Tat erhielten. Er gehört zu den 16 Kanadiern, die mit dem Victoria-Kreuz ausgezeichnet wurden. Ihn zu ehren, machte sich eine Gruppe von Kanadiern der „Queen’s Own Rifles“ für eine Woche auf den Weg nach Europa.
Sie besuchten am kürzlich den Mooshof an der Läpperstraße in Keppeln, der am 25. und 26. Februar 1945 Schauplatz erbitterter Kämpfe war. Der Heimat- und Verkehrsverein Uedem war ebenfalls bei dem Besuch anwesend. Der Chronist Rifleman Don Chittenden hat die Ereignisse des 26. Februar 1945 niedergeschrieben. „Die ,Operation Veritable‘ begann am 8. Februar 1945 und leitete die Invasion Deutschlands ein. In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar griff das 1. Bataillon der ,Queen’s Own Rifles‘ den Bauernhof Mooshof bei Keppeln an. Ihr Auftrag war es, ein Gebiet zu erobern, das für zukünftige Operationen als notwendig erachtet wurde. Der Zug von Sergeant Cosens, unterstützt von zwei Panzern, griff drei Bauernhöfe an, in denen sich deutsche Truppen befanden. Zweimal wurden sie von der deutschen Verteidigung zurückgeschlagen, woraufhin die Kanadier in die Offensive gingen. Der Zug erlitt Verluste. Cosens übernahm sofort das Kommando. Er versammelte die vier Überlebenden und befahl ihnen, ihn zu decken, während er unter schwerem Mörserfeuer zu dem einzigen verbliebenen Panzer rannte. Er kletterte auf den Panzer und leitete von dort das Feuer. Nachdem er mit einer Sten-Pistole in der Hand heruntergesprungen war, rannte er nach vorne, während seine vier Kameraden ihn weiterhin deckten. Dann rollte der Panzer vor und rammte das erste Bauernhaus, wodurch ein Loch in der Wand entstand. Mit Steinen um sich herum stürmte Cosens in das Gebäude und durchsuchte Raum für Raum, wobei er deutsche Soldaten gefangen nahm. Anschließend eroberte er unter heftiger Gegenwehr das zweite und dritte Bauernhaus. Kurz nachdem er dieses strategisch wichtige Gebiet erfolgreich eingenommen hatte, wurde Sergeant Cosens von einem feindlichen Scharfschützen in den Kopf geschossen und starb sofort – er war erst 23 Jahre alt.“ Sergeant Aubrey Cosens wurde posthum mit dem Victoria-Kreuz für seinen außergewöhnlichen Mut, seine Initiative und seine entschlossene Führung während der Schlacht von Mooshof am 25./26. Februar 1945 ausgezeichnet. Seine Geschichte wurde am 18. Mai 1945 in der „London Gazette“ veröffentlicht. Sein Victoria-Kreuz ist im „Queen’s Own Rifles of Canada Regimental Museum“ in Toronto ausgestellt. Aubrey Cosens wurde zunächst in Bedburg-Hau, beigesetzt und am 11. September 1945 auf den kanadischen Soldatenfriedhof in Groesbeek, Niederlande, in Grab V111. H. 2. umgebettet. Nach dem Besuch in Keppeln fuhr die Gruppe aus Kanada weiter und sah sich andere Orte des Kampfgeschehens ihrer Gruppe an.