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Thomas Losch, Ursula Beck, Nils Sieben und Lea Oppitz (v.l.n.r.) im neuen Kinderraum der JVA Geldern in Pont.Foto: privat
10. März 2026 Von NN-Online · Geldern

JVA Geldern schafft neue Langzeitbesuchsbereiche

Begegnungen in einer kindgerechten Umgebung ermöglichen

GELDERN. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Geldern wurden die Langzeitbesuchsbereiche umfassend neugestaltet. Langzeitbesuch bedeutet eine unbeaufsichtigte Besuchsmöglichkeit mit Angehörigen, die den Kontakt unter den besonderen Rahmenbedingungen der Justizvollzugsanstalt ermöglichen soll.

„Langzeitbesuche tragen maßgeblich zur Stabilisierung familiärer Beziehungen bei und fördern eine positive Entwicklung der Beziehungsdynamik“, erklärt die JVA in einer Pressemitteilung. „Eine gut gestaltete Besuchsumgebung kann Stress reduzieren, die Kommunikation erleichtern und langfristig Resozialisierungsprozesse unterstützen.“ Gleichwohl sei nicht jeder Gefangene automatisch langzeitbesuchsberechtigt. Vor der Vergabe des Langzeitbesuchs werden Gefangene und deren Angehörige sorgfältig geprüft, um eine entsprechende Eignung feststellen zu können.

Der Impuls für die Modernisierung kam aus einer studentischen Projektarbeit der Sozialen Arbeit. Lea Oppitz, Studentin der Hochschule Mönchengladbach, hatte im Rahmen ihres Praktikums unter Anleitung des Sozialdienstes der JVA Geldern eine Bedarfsanalyse durchgeführt, um konkrete Bedürfnisse und Wünsche der Gefangenen sowie deren Angehöriger in Bezug auf die Langzeitbesuchsräume der JVA Geldern zu ermitteln. Die Erhebung bildete die Grundlage für eine daraus resultierende Konzeptentwicklung: Welche Räume benötigen Gefangene und Angehörige, wie lässt sich Besuch stressarm gestalten, welche Sicherheits- und Hygieneaspekte sind zu berücksichtigen?

Dank der aktiven Mitwirkung zahlreicher interner Bereiche der JVA – von der Arbeitstherapie über Malerarbeiten bis hin zur organisatorischen Unterstützung durch den Sozialdienst – konnte die Planung umgesetzt und die neuen Langzeitbesuchsräume realisiert werden. Besonders hervorzuheben ist die Einführung eines Kinderraums. Da rund ein Drittel der langzeitbesuchsberechtigten Gefangenen in der JVA Geldern Kinder haben, wurde dieser Bereich eingerichtet, um Begegnungen in einer kindgerechten Umgebung zu ermöglichen. Beim Gestaltungskonzept für den sogenannten Kinderraum stand die farbige, freundliche Gestaltung der Wände im Vordergrund, ergänzt durch kindgerechte Möbel und eine sichere Raumatmosphäre. Somit bietet die JVA Geldern nunmehr ein weiteres Angebot im Zuge der familiensensiblen Vollzugsgestaltung. Die neuen Räume schaffen eine Atmosphäre, in der Nähe zu den Lieben trotz Haft möglich bleibt.

Thomas Losch, Ursula Beck, Nils Sieben und Lea Oppitz (v.l.n.r.) im neuen Kinderraum der JVA Geldern in Pont.Foto: privat

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