Interkulturelle Kunst im Dialog: „mothertongue“ in Emmerich
Kunstverein Emmerich präsentiert eine feministische Programmreihe zu Körper und Sprache, die den Austausch zwischen Generationen fördert
EMMERICH. Eine interkulturelle, feministische Programmreihe als ein lebendiges Labor für feministische Bild- und Körperpolitiken: Mit „mothertongue“ lädt der Kunstverein Emmerich vom 14. Juni bis 26. Juli neben einer Ausstellung zu Performances, Künstlerinnengesprächen und Vermittlungsangeboten ein. Das Publikum wird dabei aktiv einbezogen in einen Austausch über Sprache, Körper und Generationenverhältnisse.
Abseits der großen Kunstzentren entsteht so eine Ausstellung zu Körper, Sprache und Generation: „mothertongue“ im Kunstverein Emmerich, nominiert für den Weststern Förderpreis 2026.
Im Zentrum steht der Dialog zwischen den Künstlerinnen Iris Hoppe und Smila Vita Hoppe – Mutter und Tochter. So fragt „mothertongue“, wie künstlerische Praxis, Erinnerungen und Körperwissen zwischen Mutter und Tochter zirkulieren – und wie sich diese Prozesse in einer interkulturellen, feministischen Perspektive verorten lassen.
Die Arbeiten von Iris Hoppe greifen ihr langjähriges Interesse an zeitbasierten Medien, partizipativer Kunst im öffentlichen Raum und performativen in-situ-Situationen auf und übersetzen es in einen intimen, zugleich gesellschaftlich aufgeladenen Kontext. Smila Vita Hoppe, die unter anderem im Museum Folkwang am Projekt „54 Hours Performances“ von Marina Abramovićs mitwirkte, bringt ihre Erfahrung aus zeitgenössischem Tanz, Performance und Bewegungsnotation ein und setzt den Körper als Vermittlungsinstrument für Familiengeschichte, kulturell politische Prägung und Resonanzraum für eigene künstlerische Positionierungen ein.
Dass eine solche Setzung im Kontext eines Kunstvereins am Niederrhein entsteht, verweist zugleich auf eine Verschiebung innerhalb der institutionellen Landschaft: Relevante künstlerische Positionen formieren sich zunehmend jenseits urbaner Verdichtungsräume – mit kuratorischer Vielfältigkeit, als Kunsterlebnis und als gesellschaftlicher Raum für Dialog.
„Mit ‚mothertongue‘ zeigt der Kunstverein Emmerich eindrucksvoll, wie relevante, zeitgenössische Kunst auch abseits urbaner Zentren entsteht und neue Perspektiven eröffnet“, sagt Bettina Klein, Geschäftsführerin von Weststern.
Der Kunstverein Emmerich lädt zur Vernissage am 14. Juni, 14 Uhr, Rheinpark 1, ein.