"Bürgermeisterin Claudia Lindlahr informiert sich bei Guido Janssen über lokale Aktion, Emmerich, Foto: privat"
12. Oktober 2026 Von NN-Online · Emmerich

Initiative „Herzsicheres Emmerich“ fördert Zugang zu Defibrillatoren

Notfallsanitäter Guido Janssen setzt sich für mehr öffentlich zugängliche Defibrillatoren ein, um schnelle Ersthilfe bei Herznotfällen zu sichern.

EMMERICH. Mit einer Einweisung der Nachbarschaft hat die Aktion „Herzsicheres Emmerich“ begonnen. Der Notfallsanitäter Guido Janssen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Werbung zu machen, dass mehr Defibrillatoren in der Öffentlichkeit zugänglich sind. Dafür hat er sich an seinen Wohnort in Leegmeer einen Defibrillator an die Hauswand geschraubt, der bei Bedarf rund um die Uhr genutzt werden kann.

„Der kardiologische Notfall ist heute immer noch einer derjenigen, mit denen sich der Rettungsdienst in seinen Einsätzen mit Abstand am häufigsten beschäftigen muss“, weiß Janssen: Rund 370 Menschen erleiden in Deutschland täglich außerhalb einer Klinik einen Herzkreislaufstillstand. Der Faktor Zeit sei bei kardiologischen Notfällen der wesentliche Überlebensfaktor, wie der Notfallsanitäter betont. „Jede Minute ohne Sauerstoffversorgung senkt die Überlebenschance bei einem Kreislaufstillstand drastisch“, sagt der gelernte Krankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege.

Schnelles Eingreifen von Ersthelfern unerlässlich

Aus diesem Grund ist das schnelle Eingreifen von „Ersthelfern“ in der Rettungskette von elementarer Bedeutung. Erste, schnelle Maßnahmen, etwa durch Nachbarn, Familienangehörige, Arbeitskollegen und Mobile Retter, erhöhen die Möglichkeit, ein solches Ereignis zu überleben enorm.

Defibrillator an Hauswand, Guido Janssen, Lebensrettung, medizinisches Gerät, Erste Hilfe

Der angebrachte Defibrillator an der Hauswand bei Guido Janssen. Foto: privat Foto: privat

Da die meisten Herzkreislaufstillstände in den ersten Minuten mit einem Herzkammerflimmern einhergehen, kann in diesen Fällen mit einem Defibrillator ein großer Schritt in Richtung des Überlebens der betroffenen Person gemacht werden. Der Defibrillator erkennt die Art der Herzrhythmusstörung und gibt bei Bedarf den Stromstoß frei, den der Patient in diesem Moment benötigt. Der Ersthelfer wird bei der Anwendung eines Defibrillators mit Sprachanweisungen durch das „Programm“ geführt. Es besteht zu keiner Zeit der Anwendung die Möglichkeit, Fehler zu machen. Die Defibrillatoren, gleich welcher Hersteller, sind anwenderfreundlich und absolut sicher.

Defibrillator-Register des Kreises Kleve

In Emmerich gibt es aktuell laut Defibrillator-Register des Kreises Kleve insgesamt 29 gemeldete Defibrillatoren. Sechs davon sind öffentlich, also „24/7“, zugänglich. Die Standorte: Praest, Sulenstraße 46, Michael-Grundschule; Praest, Raiffeisenstraße 32, Schützenplatz; Dornick, Dorfplatz; Leegmeer, Netterdensche Straße 66; Emmerich, Großer Wall 52, Polizeiwache; Elten Luitgardisstraße, Touristeninfo. Alle anderen Geräte sind innerhalb von Gebäuden angebracht, und haben eine zeitlich beschränkte Verfügbarkeit, beispielsweise die Defibrillatoren in Banken, Sparkassen und in anderen öffentlichen Gebäuden.

"Einweisungs- und Infoveranstaltung mit Nachbarn, organisiert von Guido Janssen, Foto: privat"

Einweisungs- und Infoveranstaltung mit einem Teil der Nachbarschaft von Guido Janssen. Foto: privat Foto: privat

Hier setzt die Aktion „Herzsicheres Emmerich“ an. Es gibt laut Janssen diverse Möglichkeiten, die Verbreitung und die Zugänglichkeit für Defibrillatoren zu verbessern: Nachbarschaften und Bürger, die solche Geräte an ihren Hauswänden montieren. Firmen, die Defibrillatoren innerhalb ihrer Betriebe vorhalten und diese nach draußen an das Gebäude montieren. Ebenso die öffentlichen Gebäude der Stadt, hier insbesondere Turnhallen und Schulen.

Effektive Hilfe, Menschenleben zu retten

Aus seiner mehr als 45-jährigen Erfahrung als Ausbilder und der Tätigkeit im Rettungsdienst weiß Janssen, wie wichtig es ist, die lebensrettende Lücke zwischen dem Eintritt einer lebensbedrohlichen Situation und dem Eintreffen des Rettungsdienstes zu schließen und als Ersthelfer tätig zu werden. „Wird dieser Einsatz durch einen Defibrillator begleitet, hilft das effektiv, Menschenleben zu retten.“

Wer mehr über die Aktion und die Anschaffung eines Defibrillators erfahren möchte, kann sich bei Guido Janssen per E-Mail an Guido.Janssen@web.de melden. Ebenso gibt er Hinweise zur Registrierung der Defibrillatoren im Defibrillator-Register des Kreises Kleve.

Auch Emmerichs Bürgermeisterin Claudia Lindlahr (l.) hat sich bereits über die Aktion von Guido Janssen (r.) informiert. Foto: privat

Prospekte
weitere Artikel