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Der aktuelle Grundstücksmarktbericht Kreis Kleve 2026 zeigt, dass die Nachfrage nach Baugrundstücken im Kreisgebiet deutlich gestiegen ist. Foto: Kreis Kleve
27. März 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Immobilienmarkt im Kreis Kleve explodiert

Bauland-Nachfrage um 147 Prozent gestiegen

KREIS KLEVE. Insgesamt zeichnet sich eine deutliche Erholung am Immobilienmarkt im Kreis Kleve ab. Das Interesse an Baugrundstücken ist erstaunlich hoch und bestehende Wohnimmobilien verzeichnen wieder moderate Preissteigerungen. Dies geht aus den nun vorgelegten Zahlen im Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Kleve hervor. Der Bericht beinhaltet Analyseergebnisse zum Immobilienmarkt des Jahres 2025 im gesamten Kreisgebiet. Der Bericht leistet einen wesentlichen Beitrag zum Verbraucherschutz, da er Laien und Fachleuten einen tiefen Einblick in den Grundstücksmarkt verschafft. Im Gegensatz zu den meisten Marktuntersuchungen beruhen die Auswertungen des Gutachterausschusses auf der Erfassung notariell beurkundeter Verkäufe.

Nachfrage-Boom bei Bauland

Im vergangenen Jahr war im Kreisgebiet eine beeindruckende Marktentwicklung bei veräußerten Wohnbaugrundstücken festzustellen. Insgesamt wurden 353 Grundstückskäufe für den individuellen Wohnungsbau registriert. „Die Anzahl der Kauffälle ist damit sprunghaft um 147 Prozent angestiegen, was weit über dem üblichen Marktdurchschnitt liegt“, erläutert Dirk Brammen, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Die enorm gestiegene Nachfrage schlägt sich unmittelbar in der Preisgestaltung nieder, bleibt jedoch durchschnittlich im moderaten Bereich, denn das mittlere Bodenwertniveau im Kreisgebiet kletterte im selben Zeitraum um rund 4,2 Prozent. Dass die Verkaufszahlen so massiv angestiegen sind, deutet auf eine hohe Marktattraktivität und eine entschlossene Käuferschicht hin, die trotz gestiegener Baukosten auf den Standort Kreis Kleve setzt.

Auf Basis tatsächlich gezahlter Kaufpreise hat der Gutachterausschuss insgesamt 438 neue Bodenrichtwerte für den Kreis Kleve ermittelt (Stand: 1. Januar 2026). Diese Durchschnittswerte bieten eine verlässliche Orientierung über das Preisniveau in den verschiedenen Lagen des Kreisgebiets. Die aktuellen Werte sind für die Öffentlichkeit ab sofort kostenfrei über die offizielle Plattform für Immobilienmarktdaten, BORIS-NRW (www.boris.nrw.de), einsehbar.

Trendwende

Die Anzahl der Kauffälle für Ein- und Zweifamilienhäuser im Kreisgebiet hat sich im Jahr 2025 deutlich stabilisiert und zeigt eine klare Aufwärtstendenz. Nach der Talsohle 2023 stieg die Anzahl der Kauffälle im Berichtsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 16 Prozent. Nach einer zweijährigen Phase der Preisrückgänge stabilisierten sich die Kaufpreise nicht nur, sondern zeigten einen moderaten Aufwärtstrend. Im Durchschnitt stiegen die Preise gebrauchter Ein- und Zweifamilienhäuser um rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Je nach Objektart zeigen sich unterschiedliche Tendenzen. Am stärksten stieg die Anzahl der veräußerten Doppel- und Reihenendhäuser (plus 19 Prozent), gefolgt von den freistehenden Wohnhäusern (plus zwölf Prozent) und den Reihenmittelhäusern (plus neun Prozent).

Eigentumswohnungen

Bei den Eigentumswohnungen wurden im Jahr 2025 insgesamt 506 Transaktionen verzeichnet, rund 38 Prozent mehr Fälle als im Jahr zuvor. Die Zahl der Neubau-Eigentumswohnungen bleibt auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Während früher jede dritte verkaufte Wohnung ein Neubau war, ist es seit nunmehr vier Jahren nur noch jede neunte. Die Gründe sind vielfältig: hohe Baukosten, steigende Zinsen und eine allgemein unsichere wirtschaftliche Lage. Auch regulatorische Vorgaben belasten Neubauprojekte weiterhin erheblich.

Bei den neu errichteten Eigentumswohnungen ist in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt ein nahezu unverändertes Preisniveau zu beobachten, während Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen im Berichtsjahr 2025 um rund zwei Prozent anstiegen. „Angesichts des massiven Kostendrucks ist die Errichtung von Eigentumswohnungen für Investoren weiterhin eine kalkulatorische Herausforderung“, sagt Brammen.

Land- und forstwirtschaftliche Grundstücke

Im Berichtsjahr 2025 wechselten 159 Acker- und Grünlandflächen mit einer Grundstücksfläche über 2.500 Quadratmetern und Waldflächen den Eigentümer. Dies waren rund 50 Prozent mehr Transaktionen als im Vorjahr. Die veräußerte Gesamtfläche erhöhte sich um 36 Prozent auf rund 254 Hektar. Der mittlere Kaufpreis der registrierten Ackerland-Kauffälle stieg um rund zwei Prozent auf 11,62 Euro pro Quadratmeter. Grünlandflächen wurden im Mittel mit 6,96 Euro pro Quadratmeter zum annähernd gleichen Preisniveau veräußert wie im Vorjahr.

Vergleichswerte

Weitere Fakten und Zahlen enthält der jetzt vom Gutachterausschuss veröffentlichte Grundstücksmarktbericht 2026. Darin sind Vergleichswerte für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen, Liegenschaftszinssätze, Preisentwicklungen und Indexreihen sowie Durchschnittswerte für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke zu finden. Der Grundstücksmarktbericht steht kostenlos zum Download bereit unter: www.boris.nrw.de oder www.gutachterausschuss.kreis-kleve.de.

Der aktuelle Grundstücksmarktbericht Kreis Kleve 2026 zeigt, dass die Nachfrage nach Baugrundstücken im Kreisgebiet deutlich gestiegen ist. Foto: Kreis Kleve

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