Immobilien und Co. nicht ungenutzt lassen
FDP Kevelaer fordert Vorgehen gegen Leerstand
„Die Stadt Kevelaer lebt nicht nur von ihrer Geschichte, sondern auch von einer attraktiven Innenstadt, einem gepflegten Stadtbild und lebendigen Ortsteilen“, erklärt Jan Itrich. „Wenn zentrale Immobilien über Jahre leer stehen oder ganze Grundstücke verwildern, ist das nicht nur ein städtebauliches Ärgernis, es ist auch ein wirtschaftliches Problem und ein Imageschaden für unsere Stadt.“
Konkret nennt die FDP-Fraktion 15 Immobilien und Grundstücke. Vom Goldenen Apfel am Kapellenplatz über das alte Kino/Videothek an der Annastraße bis hin zum früheren Edeka in Winnekendonk. Viele dieser Objekte seien entweder seit Jahren ungenutzt oder warten trotz bestehender Pläne weiter auf ihre Reaktivierung. Das koste nicht nur potenzielle Wohn- und Gewerbeflächen, sondern führe auch zu steuerlichen Einbußen, gerade im Gewerbebereich.
Dabei, so die Liberalen, ließen sich viele dieser Standorte wieder mit Leben füllen durch Umnutzung, Nachverdichtung oder moderne Wohn- und Gewerbekonzepte. Auch Förderprogramme wie „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren NRW“ könnten helfen, die Entwicklung anzustoßen.
Die FDP sieht die Stadtverwaltung, insbesondere die Wirtschaftsförderung, als zentralen Impulsgeber. „Wir sind überzeugt, dass viele Eigentümer grundsätzlich ein Interesse daran haben, ihre Immobilie wieder sinnvoll zu nutzen oder in gute Hände zu übergeben. Oft fehlt es aber an konkreten Perspektiven oder der richtigen Ansprache. Genau hier muss die städtische Wirtschaftsförderung ansetzen als Impulsgeber, als Vernetzer, als Lotse durch Förderprogramme und Vermarktungsmöglichkeiten. Ziel muss es sein, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Eigentümern als auch der Stadt Kevelaer nutzen“, betont Fraktionsmitglied Felix Naber. Die Verwaltung soll mit den Eigentümern konkrete Gesprächsformate schaffen, Fördermöglichkeiten aufzeigen, bei der Vernetzung mit Investoren helfen und nicht zuletzt verbindliche Zeitpläne vereinbaren. Die FDP fordert zudem, den zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung in jeder Sitzung der Jahre 2025 und 2026 über die Fortschritte zu informieren.
„Wir verstehen, dass die Gründe für Leerstand oft vielfältig sind, von Erbstreitigkeiten über Finanzierungslücken bis zu bürokratischen Hürden. Aber was wir nicht akzeptieren können, ist das bloße Abwarten“, erklärt Fraktionsmitglied Stefan Karmann. „Jeder ungenutzte Tag kostet Geld, bremst Potenzial und beschädigt das Erscheinungsbild unserer Stadt.“
Der Antrag zielt darauf ab, Kevelaer langfristig attraktiver, wirtschaftlich robuster und wohnraumpolitisch handlungsfähiger zu machen. Denn gerade vor dem Hintergrund steigender Baukosten und eines angespannten Wohnungsmarkts könne es sich die Stadt nicht leisten, vorhandene Ressourcen ungenutzt zu lassen.