Illegaler Müll: Ein großes Ärgernis in Emmerich
Einwohner beklagen wilde Müllkippen und illegale Müllablagerungen – können „Müll-Detektive“ für Abhilfe sorgen?
EMMERICH. Alte Autoreifen, Müllsäcke, Ratten zwischen überquellenden Abfalltonnen – es sind Meldungen dieser Art, die im „Mängelmelder“ der Stadt Emmerich dominieren. „Die Rubrik ‚Müll‘ wird mit Abstand am meisten ausgewählt“, bestätigt Tim Terhorst, Pressesprecher der Stadt Emmerich. Tatsächlich sei die „illegale Müllablagerung ein Ärgernis“ auch für die Verwaltung. „Wir haben den Eindruck, dass sie sich auf einem hohen Level bewegt“, sagt Terhorst. Eine mögliche Lösung könnte die Einführung von „Müll-Detektiven“ sein – Udo Kersjes hatte einen entsprechenden Antrag gestellt, der nach der Ratssitzung am vergangenen Dienstag nun den Betriebsausschuss der Kommunalbetriebe Emmerich (KBE) beschäftigt.
Es ist der zweite Anlauf, den Kersjes nach September 2024 mit den „Müll-Detektiven“ nimmt. Der erste Antrag sei aus Kostengründen abgelehnt worden. „Da sich die Müllberge in Emmerich aber an vielen Orten häufen, habe ich einen neuen Antrag gestellt“, sagt Kersjes. Er selbst könne bei Spaziergängen schon längst nicht mehr die Augen vor dem vielen Unrat verschließen. Zudem werde er persönlich oder über die sozialen Medien immer wieder auf dieses Ärgernis angesprochen. „Ich habe schon als bitterbösen Scherz gesagt: Wenn man Müll hat, den man loswerden werden will, muss man ihn nur auf die Straße stellen, ein Foto machen, es in den Mängelmelder stellen – dann wird er zuverlässig abgeholt.“
MEK in Emmerich täglich im Einsatz gegen illegalen Müll
Denn in der Tat gibt es bei den KBE ein „mobiles Einsatzkommando“ (MEK), in dem drei bis vier Mitarbeiter täglich mit einem Lkw mit der Beseitigung von illegalen Müllablagerungen und dem Einsammeln von allgemeinem Unrat an verschiedenen Stellen in der Stadt beschäftigt sind. Die Zahlen beziehungsweise Mengen illegaler Müllablagerungen seien in den vergangenen Monaten laut Tim Terhorst zwar nicht „explodiert“, aber nach Eindruck der Kommunalbetriebe schon permanent zunehmend.

Eine wilde Müllkippe am Parkplatz hinter dem KLK-Gelände. Foto: privat Foto: privat
„Müll-Detektive“ in Düsseldorf und Köln erfolgreich
Für Udo Kersjes lautet die Antwort: Müll-Detektive einsetzen. In Großstädten wie Düsseldorf und Köln hätten diese sich, nach einer Probezeit von ein bis zwei Jahren, mittlerweile bezahlt gemacht. „Wo sie sind, verbessert sich die Lage“, sagt Kersjes. Auch in Emmerich, ist er überzeugt, könnten sie Positives bewirken, denn „Die Kosten durch die illegale Müllentsorgung sind für die Stadt enorm.“ Wie hoch diese tatsächlich sind, sei laut Tim Terhorst „schwer zu ermitteln, weil die Mengen derzeit nicht separat erfasst werden und in den Containern am Blackweg mit entsorgt werden“.

Gewerbemüll samt Mülltonnen unterhalb der Rheinbrücke in Richtung Yachthafen. Foto: privat Foto: privat
Problem: Täter kaum auf frischer Tat zu ertappen
Nach Ansicht von Udo Kersjes könnten „Müll-Detektive“ in jedem Fall für eine Verbesserung der aktuellen Situation sorgen. Sei es durch Aufklärung bei Unwissen oder indem sie den Verursachern des illegalen Mülls nachgehen. Aktuell sind die KBE für die „Erstermittlung“ rund um das Müll-Thema zuständig. „Manchmal sind sogar noch Adressaufkleber auf Müllkartons zu finden“, berichtet Kersjes. Dazu schränkt Tim Terhorst jedoch ein: „Ein Hinweis auf den Empfänger reicht unter Umständen nicht. Es bleibt das Problem, dass kaum jemand auf frischer Tat zu ertappen ist.“
Mit dem Antrag zu den „Müll-Detektiven“ beschäftigt sich nun der Betriebsausschuss der Kommunalbetriebe Emmerich. Die nächste Sitzung ist am Mittwoch, 10. Juni. Thematisiert wird der Antrag jedoch nur, wenn es bis dahin eine beratungsfähige Vorlage gibt.
Müllberge wie dieser an der Wassenbergstraße sind in Emmerich immer wieder anzutreffen. Foto: privat