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IHK-Umfrage Going International: Zölle sind größtes Handelshemmnis
26. März 2026 Von NN-Online · Niederrhein

IHK-Umfrage Going International: Zölle sind größtes Handelshemmnis

IHK NRW: Weniger Bürokratie und eine klare EU-Linie gegenüber den USA

NIEDERRHEIN. Zölle, Auflagen und geopolitische Unsicherheiten belasten das internationale Geschäft der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. In der NRW-Auswertung der diesjährigen IHK-Umfrage „Going International“ berichten knapp drei Viertel der Betriebe von zunehmenden weltweiten Handelshemmnissen – ein Rekordwert.

Hinzu kommt aus Sicht vieler Unternehmen ein wachsender bürokratischer Aufwand in Deutschland und Europa: „87 Prozent der Unternehmen sehen die deutsche und europäische Bürokratie inzwischen als Belastung für ihr Auslandsgeschäft“, mahnt Ralf Stoffels, Präsident von IHK NRW. „Deutschland und Europa müssen Regulierungen spürbar abbauen und Verfahren deutlich vereinfachen. Neue Hürden dürfen gar nicht erst entstehen“, so Stoffels weiter. Als besonders belastend gelten Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, EU-Verpackungsregeln sowie CBAM und EUDR (Entwaldungsverordnung).
Auch die US-Handelspolitik trifft die Unternehmen spürbar: Knapp 85 Prozent berichten von negativen Auswirkungen auf ihr internationales Geschäft. Mehr Unsicherheit sowie zusätzliche Kosten und Bürokratie im Zollverfahren setzen die Betriebe unter Druck. Die höheren Zollkosten wirken sich unmittelbar aus: Drei Viertel der Unternehmen geben sie ganz oder teilweise an ihre Kunden weiter.
Ralf Schlindwein, Fachpolitischer Sprecher Außenwirtschaft bei IHK NRW, sagt zum Handel mit den USA: „Die USA sind für die NRW-Wirtschaft weiterhin der drittwichtigste Exportmarkt. Wenn Zollankündigungen, Vorgaben und Verfahren sich laufend ändern, fehlt den Betrieben die notwendige Planungssicherheit. Das belastet nicht nur Unternehmen mit direktem US-Geschäft, sondern ganze Liefer- und Wertschöpfungsketten.“
IHK NRW fordert von der EU ein konsequentes und geschlossenes Vorgehen im Handel mit den USA, einen stärkeren Binnenmarkt und deutlich weniger Regulierung. Nötig sind aus Sicht der Wirtschaft verhältnismäßige, umsetzbare und letztlich weniger Regeln, um Unternehmen zu entlasten.

„Viele Unternehmen am Niederrhein berichten, dass der Handel weltweit schwieriger wird. Neben Zöllen erschweren vor allem komplexe Zertifizierungen, verschärfte Exportkontrollen sowie bürokratische Anforderungen das internationale Geschäft. Während sich einzelne Märkte leicht bessern, überwiegt weiterhin die Unsicherheit. Eine spürbare Entlastung ist aus Sicht der Betriebe derzeit nicht absehbar. Auch die aktuelle Handelspolitik der USA trägt dazu bei: Rahmenbedingungen wechseln häufig, Zölle steigen und zusätzliche Verfahren werden eingeführt. Dies erschwert nicht nur das direkte Geschäft mit den Vereinigten Staaten. Es wirkt sich auch auf internationale Liefer- und Wertschöpfungsketten aus, in die viele Unternehmen der Region eingebunden sind. Die Folgen: Kosten steigen. Das geben zahlreiche Betriebe an ihre Kunden weiter. Die Unternehmen sind zurückhaltend bei Investitionen im Ausland und prüfen alternative Beschaffungs- und Absatzmärkte stärker als bislang. Hinzu kommt, dass innerhalb Deutschlands und Europas die Bürokratie weiter wächst. Vorschriften – etwa im Bereich Nachhaltigkeit, Lieferketten oder Verpackungsvorgaben – führen zu zusätzlichem administrativem Aufwand und binden Ressourcen“, ergänzt Richard Millotat, Referent im Bereich Internationales.

An der IHK-Umfrage „Going International“ im Februar dieses Jahres beteiligten sich bundesweit 2.419 auslandsaktive Unternehmen, darunter 462 aus Nordrhein-Westfalen. Die Gesamtergebnisse der Auswertung finden Sie hier: ihk-nrw.de/goinginternational

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