Höchstleistungen und tiefe Einblicke
SSG Kevelaer feiert offiziell die fünfte Bundesligameisterschaft Luftgewehr
KEVELAER. „Der Wettkampf gegen den bisher alleinigen Rekordmeister Paderborn-Elsen in der Vorrunde war der sportliche Wendepunkt. Ab diesem Zeitpunkt wussten wir, dass wir den Meistertitel holen können“. Bei der offiziellen Meisterfeier der Schießsport-Gemeinschaft (SSG) Kevelaer gab Simon Janssen, Trainer des Bundesligateams Luftgewehr, tiefe Einblicke in die Vorbereitung, Vorrunde und das Finale. Mit der dort gezeigten Höchstleistung wurde dann der Meisterspiegel zum fünften Mal nach Kevelaer geholt.
Den Meistertitel hatte die Mannschaft schon Anfang Februar in Rotenburg an der Fulda errungen. Doch Schul-, Studien- und Wettkampftermine, nicht zuletzt die internationalen Einsätze von Anna Janssen als beste deutsche Gewehrschützin, ließen erst jetzt die Zeit und die Ruhe zu, um den fünften Bundesligameistertitel gebührend zu feiern.
Denn schließlich darf sich die SSG nun Bundesligarekordmeister nennen. Und ein solches Ereignis feiert man am besten in der Gemeinschaft von Vereinsmitgliedern, befreundeten Vereinen, Vertretern aus Politik und Verbänden und nicht zuletzt den vielen Freunden und Förderern. Gerade diese schaffen ein Umfeld, das einen solchen Erfolg erst möglich macht. So galt der Dank von Lambert Janshen, Vorsitzender der SSG Kevelaer, insbesondere den Förderern im Hintergrund, die meist ohne namentliche Nennung die Schützen und ihren Sport unterstützen. So darf die Mannschaft nun eine große Teambuilding Maßnahme durchführen, die von einem Förderer ermöglicht wird. Auch der Bürgermeister Dr. Dominik Pichler würdigte den großen sportlichen Erfolg des Teams in seinem Grußwort.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Eine besonders emphatische Rede hielt der Präsident des Rheinischen Schützenbunds (RSB), Jürgen Treppmann. Er schlug den Bogen von der Vergangenheit hin zur Gegenwart und gab einen Ausblick in die Zukunft. Denn bei der großen Freude über den Titel erinnerte er an die Anfänge der SSG, die maßgeblich mit dem 2021 verstorbenen Ehrenvorsitzenden und Ehrenlandestrainer Rudi Joosten verbunden sind. Der Vereinsvorsitzende, Trainer und Meistermacher der SSG hatte selbst noch das Bundesligateam 2019 zum ersten Bundesligatitel geführt. Seine Arbeit lebt sprichwörtlich im Schießsportzentrum der SSG, dessen Namensgeber er ist, und dem in Kevelaer ansässigen Landesleistungsstützpunkt weiter.
Die Gegenwart wird durch die vielen Schützen verkörpert, die auf nationaler und nicht zuletzt internationaler Ebene Erfolge feiern. So macht die Olympiateilnehmerin und Viertplatzierte von Paris, Anna Janssen, in 2026 weiter, wo sie Ende 2025 mit dem Erfolg beim Weltcupfinale in Doha, Katar, (Platz drei mit dem Kleinkalibergewehr) aufgehört hat. Ihre diesjährigen Medaillen bei den Weltcups in Granda, Spanien (Gold), und München (Bronze) lassen für die Weltmeisterschaft im November, ebenfalls in Doha, hoffen. Dort werden auch die ersten Quotenplätze für Olympia 2028 in Los Angeles vergeben.
Finja Rentmeister konnte bei der diesjährigen EM in Kroatien drei Medaillen, unter anderem Mannschaftsgold mit dem Kleinkaliber, einsammeln. Und auch für die Zukunft darf die SSG Kevelaer hoffnungsvoll sein. Der Ausbau der Sport- und Vereinsstätte nimmt mit Eigen,- städtischen, Landes- und europäischen Fördermittel (Regionalförderung Leader) weiter Gestalt an. Und mit der intensiven Nachwuchs- und Jugendförderung arbeitet die SSG Kevelaer weiter an den sportlichen Erfolgen der Zukunft.
Tiefe Einblicke
Einen Rückblick besonderer Art gab Simon Janssen. Der Teammanager und Trainer nahm die gebannten Zuhörer mit auf die Reise der Meistermannschaft durch die Bundesligasaison. Da wurden Trainingspläne und -programme aufstellt, Trainingseinheiten durchführt, die indische Topschützin Ayonika Paul in das Bundesligateam integriert und der Bundesligakader wieder mit eigenen Nachwuchsschützinnen erweitert. Denn bis auf die Ausländerposition besteht das Bundesligateam der SSG ausschließlich aus Schützen aus der eigenen Nachwuchs- und Trainingsgruppe. Das ist einmalig in der Bundesliga.
Janssen schilderte anschaulich von den überzeugenden, aber auch zum Teil glücklichen Vorrundensiegen und einer verdienten Niederlage. Den besonderen Kick in der Vorrunde gab es beim Sieg gegen Paderborn. Auch mit der besonderen Unterstützung der Fans, allen voran den „SSG Ultras“, konnte dabei Finja Rentmeister „12 Sekunden vor Wettkampfende“ ein Stechen erzwingen, das sie dann dramatisch zum 3:2 Gesamtsieg gewinnen konnte.
Beim Finale in Rotenburg an der Fulda setzte sich das Team dann im Viertelfinale gegen SSSG Fürth mit 4:1, im Halbfinale gegen SV Pfeil Vöhringen mit 4:0 und gegen den SV Kronau mit 3:0 durch. Mit entscheidend für den Erfolg waren auch dort die Fans aus der Heimat. Auf der Woge der Unterstützung von über 60 Fans wurden das Team von einem Sieg zum nächsten getragen.
Mit dabei war auch die Schülergruppe der SSG, betreut vom Nachwuchstrainer Mark Potthoff. Auf dem erhaltenen Meisterspiegel ist jetzt nur noch Platz für einen Titelträger. Klar, dass die SSG genau diesen Platz als Ziel für die neue Saison ausgegeben hat.
Simon Janssen, Teammanager und Trainer der Bundesligamannschaft der SSG Kevelaer, gab tiefe Einblicke in die Seele der Mannschaft und den Weg zur fünften Bundesligameisterschaft.