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„Heilung der Beziehung zwischen Mensch und Gott“
3. April 2026 Von NN-Online · Niederrhein

„Heilung der Beziehung zwischen Mensch und Gott“

Predigt von Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers an Karfreitag

NIEDERRHEIN. In der Karfreitagsliturgie im St.-Paulus-Dom hat der Diözesanadministrator des Bistums Münster, Dr. Antonius Hamers, am Karfreitag in seiner Predigt die Passion Jesu als Spiegel des menschlichen Lebens gedeutet. Die Leidensgeschichte zeige das ganze „Drama des Menschseins“ – von dunklen Abgründen bis zu tief berührenden Zeichen der Menschlichkeit. Hamers erinnerte daran, wie in der Passionsgeschichte Verrat, Verleumdung, Feigheit, rohe Gewalt, Sadismus, Folter und Mord sichtbar würden. Gleichzeitig aber zeige sie „Zeichen der Liebe, der Treue, der Tapferkeit und der Menschlichkeit“.

Zentral stellte Hamers das Wort des Pilatus „Ecce homo – seht, der Mensch“ heraus. Es offenbare „die Ambivalenz unseres Menschseins“, stellte Hamers fest und führte aus: „Seht, der Mensch – in seiner Würde, in seiner Verletzlichkeit. Seht, der Mensch - seht, was Menschen Menschen antun können. Seht, der Mensch – seht, wie Menschen andere Menschen erniedrigen, fertig machen, vergewaltigen können. Seht, wie ihr am Menschen schuldig werden könnt.“

Der menschlichen Schuld stehe „die Erlösung durch Jesus am Kreuz gegenüber.“ Hamers erklärte: „Er heilt die Beziehung zwischen Gott und Mensch, er schenkt uns einen Neuanfang, er befähigt uns, Verantwortung für unser Versagen zu übernehmen.“ Musikalisch geprägt wurde die Karfreitagsliturgie durch die Johannespassion von Peter Amadeus Schneider, die für die Domliturgie neu komponiert worden war. Stephan Hinssen (Evangelist), Annette Bialonski (Evangelistin), Peter Amadeus Schneider (Jesus), Constantin van Schelve (Pilatus) und der Kammerchor am Dom führten die Gottesdienstbesucher eindrucksvoll durch die Leidensgeschichte Christi. Ergänzend erklangen Mendelssohns ausdrucksstarke Vertonung von Psalm 22 sowie das berühmte „Miserere“ von Gregorio Allegri.

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