Heftiger Krach beim VdK
Xantens Vorstand tritt geschlossen zurück / Streit mit Kreisverband ist eskaliert
Es folgte ein monatelanger Streit, der letztendlich zum Ausschluss von Volker Markus, aktuell noch Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Xanten, als Beisitzer aus dem Kreisverbandsvorstand führte. Markus soll mehrere Protokolle unerlaubt weitergegeben haben, weshalb der VdK-Kreisverband sogar ein Verfahren vor dem Schiedsgericht einleitete, das er gewann. Zwei Jahre lang darf Markus nicht mehr dem VdK-Kreisvorstand angehören.
Markus belastet die Situation derart, dass er und der gesamte weitere Xantener VdK-Vorstand auf der jüngsten Jahreshauptversammlung angekündigt haben, ihr Vorstandsamt geschlossen zum 31. Dezember dieses Jahres niederzulegen. Diese Entscheidung sei ihnen nicht leichtgefallen, aber sie sei angesichts des Zerwürfnisses mit dem VdK-Kreisverband Niederrhein alternativlos. Sie seien enttäuscht und verärgert über die Art und Weise, wie der Kreisverband ihnen in den vergangenen Monaten gegenüber aufgetreten sei und ihre ehrenamtliche Arbeit mit Füßen getreten habe. „Wir möchten das Thema mit unserem Rücktritt aber nun für uns beenden und einen Schlussstrich ziehen“, sagt Markus, der seit März 2010 Vorsitzender des VdK Xanten ist.
Seinen Anfang nahm alles im Oktober 2022. Damals habe Horst Vöge auf einer Versammlung in Hamminkeln, zu der Vertreter aller 51 Ortsverbände eingeladen gewesen seien, angekündigt, sein Amt als Geschäftsführer des VdK Ende des Jahres niederlegen zu wollen. Gleichzeitig habe er seinen gewünschten Nachfolger präsentiert. Die VdK-Ortsverbände stellten – laut eigenen Angaben unabhängig voneinander – Nachforschungen über den Kandidaten an und fanden heraus, dass der Kandidat mehrere Ämter auf kommunaler Verwaltungsebene – darunter ein Bürgermeisteramt – bereits nach (sehr) kurzer Zeit wieder aufgegeben oder verloren habe. „Für uns war klar, dass dieser Kandidat nicht mehr im Kreisgebiet installiert werden kann. Er kann den VdK nicht nach außen vertreten“, sagt Markus. Daraufhin habe er Vöge zuerst unter vier Augen über seine Erkenntnisse informiert und ihn darum gebeten, über seine geeignete Nachfolge neu beraten zu lassen.
Da das Gespräch wirkungslos geblieben sei, stellten die VdK-Ortsverbände Xanten, Alpen und Wesel-Büderich am 1. Dezember gemeinsam schriftlich einen Antrag zur Behandlung des Themas in der nächsten Kreisverbandsvorstandssitzung. „Unsere Absicht dahinter war nur, einen möglichen Schaden vom Verband abzuwenden“, bekräftigt Michael Schumacher, derzeit noch stellvertretender Vorsitzender beim VdK-Ortsverband Xanten. Bereits am 4. Dezember habe der Kandidat in einem Schreiben an den VdK-Kreisvorstand aufgrund der „Irritationen bezüglich meiner Person“ seine Kandidatur zurückgezogen. „Das ist doch schon bezeichnend, wenn jemand beim kleinsten Gewitter direkt seine Kandidatur zurückzieht“, meint Schumacher.
Am 21. Dezember habe es schließlich ein Schreiben vom Kreisverbandsvorstand an alle Ortsverbände gegeben, indem die „persönliche Eignung von Volker Markus für ein Führungsamt im Vorstand des Kreisverbands am Niederrhein“ angezweifelt worden werde. Die von Volker Markus getragene Aktion habe „gegen VdK-Prinzipien verstoßen“, habe es geheißen. Darüber hinaus habe Markus mindestens die Protokolle dreier Vorstandssitzungen unerlaubt an Dritte weitergegeben.
Volker Markus selbst bestreitet dies vehement und sagt, dass er nur einen Sachverhalt weitergereicht habe, der ohnehin von den Empfängern einsehbar gewesen sei und keine sensiblen Daten erhalten habe. Der VdK-Kreisverbandsvorstand lud jedoch bereits am 6. Februar 2023 zu einer Dringlichkeitssitzung ein, bei der schließlich beschlossen wurde, dass Volker Markus mit sofortiger Wirkung für den Rest seiner Amtszeit, also für zwei Jahre, als Beisitzer aus dem VdK-Kreisverbandsvorstand ausscheidet. Diese Entscheidung wurde auf einer sich anschließenden Informationsveranstaltung auch direkt den Vertretern der VdK-Ortsverbänden verkündet. Volker Markus legte dagegen Einspruch ein. Am 7. Juni 2023 entschied die Schiedskommission schließlich, dass der Ausschluss zurecht erfolgt sei. Auf Rechtsmittel verzichtete Markus schließlich. „Ich habe meinen Anwalt kontaktiert und dieser hat mir gesagt, dass meine Berufung kaum eine Aussicht auf Erfolg gehabt hätte“, sagt Markus. Drei weitere Personen erhielten von der Schiedskommission zudem eine Rüge.
Was zurückbleibt, sind drei maßlos enttäuschte VdK-Ortsverbände und ein Xantener VdK-Vorstand, der sogar komplett gemeinsam zurücktritt, da er das Vertrauensverhältnis zum VdK-Kreisverband als erschüttert ansieht. Die mehrjährige gute und ehrenamtliche Arbeit sei nun noch nicht einmal gewürdigt worden. „Horst Vöge bringt in das Thema selbst auch keine Ruhe rein. Er erwähnt es auf jeder Versammlung immer wieder“, sagt Stefan Klemm, Ortsverbandsvorsitzender des VdK Alpen und ergänzt aufgebracht: „Ich war viele Jahre Betriebsleiter, aber man muss erst ein Ehrenamt machen, um so eine Scheiße zu erleben.“Sabrina PetersDie VdK-Vorstandsmitglieder der Ortsverbände sind erschüttert aufgrund der Ereignisse. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich