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Reh in Hecke, Schutz vor Wetter und Feinden, Naturfotografie
28. April 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Hecken: Immer ein Gewinn für Wildtiere

Vielfältiger Lebensraum mit unterschiedlichen Funktionen / Förderung weiterhin möglich

KREIS KLEVE. Feldhase, Reh, Fasan und Rebhuhn sind Arten, die in der Jägersprache als Niederwild bezeichnet werden. Zum Überleben brauchen die Niederwildarten vielfältige Strukturen. Neben dem Offenland wie Äcker und Wiesen, in denen sie tagsüber häufig anzutreffen sind, bilden auch Gehölzstrukturen wie Hecken einen wichtigen Teil ihres Lebensraums. Dabei gehen die Hecken und ihre angrenzenden Säume ein Wechselspiel mit den umgebenden Kulturpflanzen ein.

„Aus Sicht unserer Wildtiere ist die Hecke immer ein Gewinn“, sagt Revieroberjäger Konrad Niehues. Hecken seien langfristige Maßnahmen, die über Generationen in der Landschaft verbleiben und den Lebensraum optimieren.

Um einen vielfältigen Lebensraum zu bilden, sollte die Hecke im Querschnitt aus Kern, Mantel und Saum bestehen. Den Kern bilden höher gewachsene Sträucher oder Bäume, die auch als Überhälter bezeichnet werden, während der Mantel aus dichteren Sträuchern besteht, die den Kern umgeben. Angrenzend an die eigentliche Hecke ist der Saum, der aus Staudenfluren, Blüh- oder Altgrasstreifen besteht. Er wird manchmal auch als „Hasenapotheke“ bezeichnet, da dort viele nahrhafte Kräuter wachsen.

Schutz vor Wetter und Feinden

Die meisten Niederwildarten nutzen Heckenstrukturen als Deckung vor Feinden oder zum Schutz vor widrigem Wetter und Kälte.

Dazu gehört das Reh. Im Gegensatz zu anderen Vertretern aus der Familie der Hirsche hat es eine zierliche Gestalt und ein kleineres Geweih. So kann es sich gut in der Hecke verstecken und schlüpft unter die dichten Zweige. Der Jäger bezeichnet das Reh daher als „Schlüpfertyp“.

Die Gehölze dienen den Rehen auch als Leitstruktur und Revierabgrenzung. Wenn im Frühjahr die Rehböcke territorial werden, markieren sie ihr Revier, indem sie ihr Geweih und ihre Duftdrüsen an den Gehölzen reiben. Auch als Nahrung dienen dem Reh die Heckenpflanzen, junge Blätter und Knospen findet es besonders schmackhaft. Deshalb ist es wichtig, eine Hecke in der Anwuchsphase vor zu starkem Verbiss zu schützen. Später macht einer gut ausgeprägten Hecke der Verbiss nicht mehr viel aus.

Anderes Tier, anderer Fokus

Fasane nutzen die Gehölze oft als erhöhten Schlafplatz. In den Abendstunden „baumen sie auf“ und sind dadurch vor Fressfeinden in der Nacht geschützt.

Das Rebhuhn dagegen ist ursprünglich ein Steppenbewohner, der in unserer Kulturlandschaft wenig Versteckmöglichkeiten findet und einen starken Rückgang in der Bestandsentwicklung verzeichnet. Gerade der Saum der Hecke ist für diese Art als Brutplatz und Nahrungsquelle interessant. Um das Rebhuhn zu fördern, sollte die Hecke jedoch ohne Überhälter gepflanzt werden, damit keine Ansitzwarten für Greifvögel entstehen. So muss die Hecke, je nachdem welche Niederwildart gefördert werden soll, unterschiedlich gestaltet sein.

„Eine Säule der nachhaltigen Jagd ist auch immer der Naturschutz“, führt Niehues weiter aus. Neben der Hege der eigentlich bejagten Arten sei auch die Förderung von Pflanzen und Insekten, die Nahrungsquellen für andere Tiere darstellen, essenziell.

Im Interreg-Projekt „Grenzenlose Landschaft“ wird die Anlage von Hecken und Säumen im Projektgebiet Kalkar, Uedem, Weeze und Goch gefördert. Interessenten können sich melden unter Telefon 02851/9633-0 oder per Mail an info@nz-kleve.de.

Alt-Tag: "Fasan in Gehölzstruktur, Niederwild, Naturfotografie, Foto von B. Gießing"

Auch weiteres Niederwild wie der Fasan ist Nutznießer von Gehölzstrukturen. Foto: B. Gießing

Das Reh findet in Hecken wichtigen Schutz vor dem Wetter und Feinden. Foto: Pixabay

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