Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Auf das es voll werde: In diesem Jahr wird es einen Ostergottesdienst in der Kirche geben und auch die Erstkommunion an Christi Himmelfahrt wird in der Kirche stattfinden. NN-Foto (Archiv): hf
20. Februar 2026 · Heiner Frost · Kranenburg

Happy End mit Fragezeichen

Zu Ostern wird es wieder einen Gottesdienst in der Frasselter Kirche geben

FRASSELT. Frohe Botschaft für den Frasselter Kirchenchor: Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung ging es unter anderem um die Frage: „Singen wir zu Ostern und wenn j: wo?“ Immerhin wurde die Kirche (die NN berichteten) im November geschlossen mit dem Vermerk: „Ob dort jemals wieder ein Gottesdienst gefeiert wird, ist nicht sicher.“

Im Namen des Chores schrieb die Vorsitzende Berthild Heeks an den Pfarreirat: „Wir, die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores Frasselt-Schottheide-Grafwegen möchten dem Pfarreirat mitteilen, dass wir gerne Ostern 2026 in unserer Kirche St. Antonius Frasselt eine Messe mitgestalten (singen) möchten. Ich bitte um Kenntnisnahme und Weiterleitung an alle Mitglieder des Pfarreirates.“ Zur Jahreshauptversammlung dann die Antwort: Es wird ein Ostergottesdienst in der Kirche stattfinden. Auch die Eltern der Frasselter Kommunionkinder dürfen sich freuen: Die Erstkommunion an Christi Himmelfahrt wird ebenfalls in der Kirche stattfinden. Was ist passiert? Zunächst ließen sich zwei Frasselter (Joscha van Bergen und Karl Meurs) als Kandidaten für den Kirchenvorstand aufstellen und wurden gewählt. Meurs und van Bergen regten dann die Gründung eines Fördervereins an. Mit anderen Worten: Es ging und geht um Engagement. Es ging darum, den Entscheidern klarzumachen, dass die Schließung der Kirche weit mehr ist als eine Randnotiz. Karl Meurs, einer der Mitgründer des Fördervereins: „Es wird künftig nicht nur in Frasselt darum gehen, dass wir uns als Christen Gedanken darüber machen, wie unsere Gotteshäuser zu erhalten sind.“ Vor der Gründung des Vereins holten sich die Frasselter Rat in Bedburg-Hau, wo es bereits einen Förderverein gibt.

Den Förderverein verstehen die Mitglieder als Instrument der Ermöglichung. Meurs: „Wichtig dabei ist aber zu erwähnen, dass seelsorgerische Entscheidungen nach wie vor beim Pfarreirat und Kirchvorstand liegen.“

Der Förderverein werde sich aber auch darum kümmern, „die Türen der Kirche weit zu öffnen. Meurs: „Das kann bedeuten, dass wir Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen in eiigener Regie veranstalten.“ Und was, wenn es um Gottesdienste geht? Meurs: „Ich würde allen, die sich einen Gottesdienst in der Kirche wünschen – beispielsweise für eine Hochzeit – raten, zunächst an den Pfarreirat zu schreiben, so, wie es der Kirchenchor getan hat.“ Der Förderverein kann keine diesbezüglichen Entscheidungen treffen, „aber wir werden nach Kräften versuchen, Dinge zu ermöglichen.“ Man wolle, so Pastor Jörg Monier im Herbst letzten Jahres in einem Gespräch mit den NN, „in Seelsorge investieren und nicht in Gebäude“. Mittlerweile ist die Botschaft angekommen, dass ein Gotteshaus sehr wohl Teil des seelsorgerischen Konzeptes ist oder zumindest sein kann. Dass die Wellen beim Thema Frasselter Kirche hoch schlagen, war auch beim Frühschoppenzug in Kranenburg zu sehen, wo ein Mottowagen sich mit eben dem Thema „Kirchenschließung in Frasselt“ beschäftigte (die NN berichteten). Pastor Jörg Monier informierte am Aschermittwoch über die „Vorgehensweise zur Öffnung der Frasselter Kirche und die Wiederaufnahme der liturgischen Nutzung“. Grundlage seien, so Monier, „Beratungen des Kirchenvorstandes [...], sowie ein [daraus resultierender Anm. d. Red.] Beschluss. Im Folgenden werden sieben Punkte gelistet. Unter Punkt eins geht es um die Gründung von Fördervereinen für alle drei Kirchen [Nütterden, Mehr, Frasselt; Anm. d. Red.] „zur solidarischen Abfederung der Kosten in der Pfarrei“.

Unter Punkt zwei wird über die bevorstehende Gründung des Fördervereins Frasselt-Schottheide-Grafwegen berichtet. Träger bleibe, so Punkt drei, die Kirchengemeinde St. Antonius Abbas Kranenburg-Nütterden.

Im Herbst hatte Monier von verschiedenen Kosten gesprochen. Jetzt ist zu berichten: „Die aktuellen Kosten für die Reparatur der Heizung und der Orgel wurden durch Spenden bereits übernommen.“ Es folgt (Punkt fünf) eine Auflistung der für die Frasselter Kirche geplanten Gottesdienste: Ostersonntag, 9 Uhr; Christi Himmelfahrt, 11 Uhr; Pfingstsamstag, 18.30 Uhr, sowie Fronleichnam, 9 Uhr.

Unter Punkt sechs heißt es: „Die weitere liturgische Nutzung sowie andere Veranstaltungen werden Zug um Zug aufgenommen, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen es zulassen.“

Moniers Schreiben endet mit einer Zielsetzung: „Ziel ist alle Kirchen [Nütterden, Frasselt, Mehr] als Gotteshaus und als Orte der Begegnung auch für kommende Generationen zu erhalten.“ Eine zweifellos beeindruckende Vision. Festzuhalten ist: Das Engagement aus der Mitte der Gemeinde trägt erste Früchte. Ebenso wichtig: Der Erhalt von Gotteshäusern ist alles andere als ein Selbstläufer. Es braucht in jedem Fall weit mehr als Lippenbekenntnisse und Sonntagsreden. Es braucht Gemeinschaft, Solidarität und – vor allem – Engagement. Frasselt hat gezeigt, was das bewirken kann. Jetzt wird es darum gehen, in Sachen Zukunft am Ball zu bleiben. Das Happy End hat nach wie vor ein Fragezeichen.

Auf das es voll werde: In diesem Jahr wird es einen Ostergottesdienst in der Kirche geben und auch die Erstkommunion an Christi Himmelfahrt wird in der Kirche stattfinden. NN-Foto (Archiv): hf

Prospekte
weitere Artikel