"Joachim Henn und Markus Türk bei besonderem Event, schaffen stimmungsvolle Atmosphäre. Foto: privat"
13. September 2026 Von NN-Online · Uedem

Hanns Dieter Hüsch kehrt nach Uedem zurück

„N‘Abend zusammen“ im Bürgerhaus

UEDEM. Einen unterhaltsamen und zugleich nachdenklichen Abend erlebten die Besucher kürzlich im Bürgerhaus Uedem. Unter dem Titel „N‘Abend zusammen“ präsentierten der Rezitator Joachim Henn und der Multi-Instrumentalist Markus Türk Texte und Typen des großen Niederrheiner Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch. Eingeladen hatten die Kulturkiste Uedem gemeinsam mit den Katholischen Büchereien Uedem und Uedemerbruch. Im Mittelpunkt des Abends standen Hüschs unverwechselbare Figuren und Geschichten – humorvoll, skurril, manchmal melancholisch und immer geprägt von seinem besonderen Blick auf die Menschen und ihren Alltag.

Für Uedem war die Veranstaltung zugleich eine kleine Rückkehr zu den Wurzeln. Hanns Dieter Hüsch selbst war letztmalig 1998 in Uedem zu Gast. Auch darüber hinaus war sein Name über viele Jahre eng mit der Gemeinde verbunden: Bis vor einigen Jahren erinnerte die Hanns-Dieter-Hüsch-Verbundschule an den großen Wortmeister vom Niederrhein. Umso schöner war es, seine Texte nun wieder in Uedem aufleben zu lassen und damit an diese besondere lokale Verbundenheit anzuknüpfen. Joachim Henn hatte für das Programm bekannte und weniger bekannte Texte zusammengestellt und ließ die Figuren aus Hüschs literarischem Kosmos lebendig werden. Ob die Thekenphilosophen Ditz Atrops und Hein Schlottmann alias Heinrich von Asterlagen oder der weltläufige Lokal-Kosmopolit Hagenbuch: Hüschs Figuren durften schräg denken, geradeaus sprechen und dabei immer wieder überraschende Gedanken entwickeln. Ein besonderer Höhepunkt erwartete das Publikum gleich zu Beginn: das eindringliche antifaschistische Gedicht „Was ist das für ein Phänomen“. Der starke Auftakt machte unmittelbar deutlich, wie aktuell und kraftvoll Hüschs Texte auch heute noch wirken. Denn Hanns Dieter Hüsch verstand es wie kaum ein anderer, das Kleine mit dem Großen zu verbinden. Zwischen Küche und Kosmos, Alltag und Weltgeschehen entstanden Geschichten, die zum Lachen brachten und zugleich zum Nachdenken anregten. Genau diese Mischung aus Tiefgang, Wärme und feinem Humor prägte auch den Abend im Bürgerhaus.

Für die musikalische Atmosphäre sorgte Markus Türk. Mit virtuosen Eigenkompositionen auf verschiedenen Instrumenten setzte er besondere Akzente und schuf einen stimmungsvollen Klangraum für die Texte. Wort und Musik ergänzten sich zu einem abwechslungsreichen Programm und machten Hüschs literarischen Kosmos auf besondere Weise erlebbar. Mit „N‘Abend zusammen“ wurde somit nicht nur an einen der bedeutendsten Kabarettisten des Niederrheins erinnert, sondern zugleich ein Stück Uedemer Kulturgeschichte lebendig. Fast drei Jahrzehnte nach Hüschs letztem Auftritt in Uedem war sein unverwechselbarer Humor wieder in seiner alten Wirkungsregion zu hören. Und einmal mehr zeigte sich: Gute Worte kennen keine Verfallszeit.

Joachim Henn und Markus Türk sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre. Foto: privat

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