"Vier Personen lächeln beim ersten Handwerksfest in Emmerich, freuen sich auf Besucher"
5. Juni 2026 · Michael Bühs · Emmerich

Handwerksfest in Emmerich feiert Premiere

Handwerk trifft Familie: Lokale Betriebe präsentieren sich am 14. Juni mit vielen Mitmach-Aktionen.

EMMERICH. Das Handwerk in Deutschland sieht sich seit Jahren mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Steigende Energiepreise, hohe Sozialabgaben und ein großer Bürokratieaufwand sind laut des Präsidiums des Zentralverbands des Deutschen Handwerks die größten Belastungen für die Betriebe. Hinzu kommen der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel. Letzteres ließe sich durch die Ausbildung des eigenen Nachwuchses angehen, doch dafür braucht es vor allem eines, wie Sara Kreipe, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderin Emmerich, betont: „Es braucht mehr Präsenz in der Öffentlichkeit.“ Genau dafür soll das Handwerksfest in Emmerich sorgen, das am Sonntag, 14. Juni, von 10 bis 15 Uhr zum ersten Mal stattfindet.

Kooperation von Hochbau Niederrhein und WfG Emmerich

Die Idee zu dieser Veranstaltung stammt von Marek Köster, Geschäftsführer von Hochbau Niederrhein, wo das Fest auch stattfindet (An der Landwehr 14). „In Emmerich sind Logistik und Industrie stark vertreten“, sagt Köster, „aber auch das Handwerk in unserer Stadt ist beeindruckend.“ Das Problem: Können sich viele Kinder in jungen Jahren noch für Bagger, Radlader und Papas Werkzeug begeistern, lasse dies ab dem zehnten Lebensjahr oft nach. Im Gegenteil: „Ab einem gewissen Alter wird das Handwerk als Rückfallort für alle gesehen, die es nicht geschafft haben“, weiß Köster.

Doch genau das Gegenteil sei der Fall. Das sieht man auch bei der Emmericher WfG so, hat daher das Handwerk im Jahr 2026 zum Schwerpunktthema gemacht, wie Sara Kreipe berichtet. Als daher Köster vor einem Dreivierteljahr mit seinem Vorschlag auf die WfG zukam, ein Fest „aus dem Handwerk für das Handwerk zu organisieren, haben wir schnell gemerkt, dass es gut funktionieren wird“, erinnert sich Kreipe. Aus ihrer Sicht sei es „eine wunderbare Möglichkeit, das Handwerk auf eine familienfreundliche Weise zu präsentieren“.

Interaktion mit Mitmach-Angebote statt Messeständen

Denn der Ansatz, den Marek Köster für das erste Handwerksfest verfolgt, ist weit entfernt von bekannten Messeformaten mit Reihen von Infoständen. „Jeder Teilnehmer hat die Auflage bekommen, etwas zur Interaktion mitzubringen“, sagt Köster und fasst es kurz und knapp zusammen: „Die Betriebe müssen liefern – und nicht nur einen Pavillon.“

Von Beginn an habe man versucht, aus jedem Gewerk einen Vertreter für das Handwerksfest zu gewinnen. Und trotz der besagten Auflage sei die Resonanz durchweg positiv gewesen, wie Köster hervorhebt. Für ihn wenig verwunderlich: „Hinter jedem Gewerk, hinter jedem Betrieb stehen Familien, Freunde und Nachbarn. Genau das wollen wir mit dem Fest auch zeigen: Wir verbinden Handwerk mit Tradition, Innovation, Familie – und Emmerich.“

Mit dem positiven Feedback der angesprochenen Betriebe gingen auch weitere Ideen und Anregungen sowie „viel Eigeninitiative“ einher, freut sich Köster. „Wir haben festgestellt: Man muss nur den Ball ins Rollen bringen.“ Damit haben die Initiatoren auch das Interesse der Volksbank Emmerich-Rees geweckt. „Wir hatten ein Sponsoring gar nicht eingeplant“, sagt Köster. „Wir finden es super, dass aus der Unternehmerschaft die Initiative ergriffen wird“, betont Martin Stevens von der Volksbank Emmerich-Rees. Man sei immer offen für Möglichkeiten, den Wirtschaftsstandort Emmerich zu stärken, „daher unterstützen wir das Handwerksfest sehr gerne“, sagt Stevens. Die Hansestadt verfüge über „viele gute und gesunde Betriebe – diese Unternehmen halten auch die Kaufkraft hier vor Ort“.

Fünf Stunden Programm für die ganze Familie

An der Premiere des Handwerksfestes am 14. Juni nehmen zwölf Unternehmen aus dem Handwerk teil und sorgen für ein abwechslungsreiches, fünfstündiges Programm, dass die ganze Familie ansprechen soll. Die Besucher können beispielsweise aus Beton kleine Häuschen bauen und nach einer halben Stunde mit nach Hause nehmen. Ein Minibagger steht zum Entenangeln in einem Pool bereit, es gibt das Spiel „Der heiße Draht“, Schweiß- und Holzarbeiten zum Mitmachen werden angeboten sowie ein Einblick in den Einsatz von Virtueller Realität im Gartenbau. „Es gibt ganz viele Aktionen zum Mitmachen“, verspricht Marek Köster. Ballonkünstler Maik Schugt ist ebenfalls dabei, zudem werden Kicker und Hüpfburg aufgebaut. Speisen und Getränke werden mit einem Wertmarkensystem angeboten, der Kinderkarneval Vrasselt ist mit einer Kaffee- und Kuchentheke dabei. Parken ist auf dem Vorhof der Firma Convent möglich.

Mit Blick auf die Teilnehmer, bei denen WfG-Chefin Sara Kreipe „eine große Begeisterung“ für die Veranstaltung sieht, sagt Marek Köster: „Wir haben eine sehr ausgewogene Gruppe von Ausstellern.“ Es kämen sogar immer noch Anfragen von Betrieben rein, doch für die erste Auflage wolle man es erst einmal bei der aktuellen Zahl belassen. Wichtig ist ihm zu betonen, dass man mit dem Handwerksfest eine „idealistische Idee“ verfolge, keinen Kommerz. Es gehe darum, das Handwerk mehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken.

„Es ist etwas Bauhandwerk-lastig“, sagt Michael Köster, Vater von Marek Köster und Obermeister der Bau-Innung im Kreis Kleve, abschließend, „da ist für die nächsten Jahre noch Potenzial nach oben.“ Womit auch bereits klar ist, dass das erste Handwerksfest in Emmerich nicht das letzte sein soll.

Die Teilnehmer beim Handwerksfest in Emmerich

Hochbau Niederrhein, Dyckerhoff, Swertz, Metallbau Werk 2, Kühn Fensterbau, EBG Immobilien, KUSS, GartenWerkStadt Meisterbetrieb Stefan Scheers, Stelzig Elektrotechnik, Hydronik, Niles Bedachungen, Volksbank Emmerich-Rees.

Freuen sich auf viele Besucher beim ersten Handwerksfest in Emmerich: (v. l.) Martin Stevens, Nathalie Christmann, Marek Köster und Sara Kreipe. NN-Foto: Michael Bühs

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