Gewerbesteuer ist zu hoch
Analyse der Niederrheinischen IHK zeigt Handlungsbedarf für Stadt Geldern
GELDERN. Neue Flächen, aber zu hohe Steuern: Geldern macht aus Sicht der Wirtschaft vieles richtig. Aber es gibt auch Handlungsbedarf. Das zeigt eine Analyse der Niederrheinischen IHK. Über die Ergebnisse sprach IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger mit Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna.
„Geldern schafft es, dass die Menschen ihr Geld vor Ort ausgeben. Was uns besonders freut: Die Politik schafft Flächen für die Wirtschaft. Und damit Raum für neues Wachstum. Das Gewerbegebiet Pannofen West ist dafür ein gutes Beispiel“, so Dietzfelbinger. Allerdings: Die kürzlich durch den Rat erhöhte Gewerbesteuer schrecke Betriebe ab. Der Hebesatz ist für die Firmen in Geldern rund zehn Prozent höher als in anderen Städten im Kreis Kleve. Dietzfelbinger mahnt: „Die Politik schwächt mit den hohen Steuern den Standort. Das hat Konsequenzen – erst für die Unternehmen und später auch für die Bürger. Denn langfristig leiden Wohlstand und Region insgesamt. Die Stadt sollte ihre Kosten senken, so wie das auch die Unternehmen machen müssen.“
Sven Kaiser, Bürgermeister der Stadt Geldern, betont: „Die Ergebnisse der IHK-Analyse geben uns einen wertvollen Einblick in die Sichtweisen und Bedürfnisse der Gelderner Unternehmen. Gute Lebensqualität allein reicht nicht aus. Wir wollen daher Verfahren vereinfachen, damit Unternehmen investieren und Arbeitsplätze sichern können.“ Kaiser ist bewusst, dass die Erhöhung der Gewerbesteuer schmerzlich gewesen ist, betont aber zugleich, dass es im Gegenzug ein großer Vorteil sei, dass Geldern dadurch nicht in die Haushaltssicherung abgerutscht ist, um die Handlungsfähigkeit der Stadt aufrecht erhalten zu können. Im Rahmen einer Haushaltssicherung wären Steuererhöhungen von außen vorgegeben worden.
Seit September ist Stefan von Laguna Wirtschaftsförderer in Geldern. Er setzt auf die Zusammenarbeit mit der IHK: „Ich verstehe mich als Vermittler zwischen der Wirtschaft, der Politik und der Verwaltung. Einen guten Draht zu den Unternehmen vor Ort und der Niederrheinischen IHK zu haben, ist für mich entscheidend, um die Arbeit der Wirtschaftsförderung zielgerichtet zu gestalten“.