Gesundheitsamt des Kreises Wesel stellt auf Xantener Wochenmarkt sein Angebot vor
„Gesundheit ist nicht ersetzbar“, sagte Landrat Ingo Brohl am „Tag des Gesundheitsamtes“
KREIS WESEL. Die Themen sind vielfältig, über die das Gesundheitsamt des Kreises Wesel am vergangenen Donnerstag auf dem Xantener Wochenmarkt aufklärte: Depressionen, Impfungen und Organspende waren nur drei Themen, über die sich Passanten informieren konnten. Denn das Gesundheitsamt des Kreises Wesel nutzte den „Tag des Gesundheitsamtes“ am 19. März dazu, unter dem Motto „Vielfalt für die Gesundheit“ über die vielfältigen Aufgaben des Gesundheitsamtes im Kreis Wesel aufzuklären – und die gehen weit über die Kontaktnachverfolgung bei Infektionskrankheiten, die spätestens seit der Coronavirus-Pandemie hinreichend bekannt ist, hinaus.
„Die am stärksten nachgefragten Themen heute Morgen waren die Organspende und Impfungen“, berichtete Jan Höpfner, Koordinationsleiter Infektionsschutz beim Kreis Wesel. Am Stand des Gesundheitsamtes auf dem Xantener Marktplatz konnten etwa direkt Organspende-Ausweise ausgefüllt und mitgenommen werden. „Was viele nicht wissen, ist, dass man für eine Organspende nicht jung sein muss. Man kann auch etwa mit 70 Jahren noch ein Organ spenden. Bei meiner Mutter ist das etwa so gewesen, dass sie mit 70 Jahren eine Niere brauchte. Bei einer Spende von einem jungen Menschen betrug die Wartezeit etwa drei Jahre. Bei einer Spende von ,Old to Old‘, bei der sie die Niere eines 70-jährigen Menschen erhalten hat, hat sie nur knapp drei Monate gewartet“, berichtete Höpfner. Entscheidend bei einer Organspende sei auch im höheren Alter der individuelle Gesundheitszustand. Ist dieser gut, könne auch mit 75+ noch ein Organ gespendet werden. Dieses werde natürlich, bevor es zur Transplantation freigegeben werde, – wie jedes andere Organ auch – ärztlich untersucht.
Auch das Thema Impfungen interessierte am Donnerstag viele Passanten in Xanten. Hier wurde besonders über die Grippeschutzimpfung, die RSV-Impfung sowie die Pneumokokken-Impfung, die alle für Senioren empfohlen werden, aufgeklärt. „Ich bin sehr dafür, dass Menschen eigenverantwortlich entscheiden dürfen, ob sie sich impfen lassen oder nicht. Aber ich finde, es ist die Pflicht eines jeden Menschen, sich darüber zu informieren – genauso wie bei der Organspende. Ich hatte schon als junger Mensch einen Organspendeausweis und bin überzeugt davon. Was viele nicht wissen, ist, dass man auch einzelne Organe dort rausnehmen lassen kann. Ich habe für mich etwa entschieden, dass ich meine Augen nicht spenden möchte, weil ich finde, dass das etwas sehr Persönliches ist, das zu mir gehört“, sagte Ingo Brohl, Landrat des Kreises Wesel, am Info-Stand des Gesundheitsamtes auf dem Xantener Marktplatz.
Das Thema Gesundheit sei insgesamt jedoch ein gesellschaftlich sehr wichtiges Thema. „Die Gesundheit ist nicht ersetzbar“, betonte Brohl. Beim Kreis Wesel hat das Thema jedenfalls nicht nur am „Tag des Gesundheitswesens“ einen extrem hohen Stellenwert. Mit 120 Mitarbeitern ist das Kreis Weseler Gesundheitsamt gut aufgestellt. Denn der Kreis Wesel nutzte den „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ (ÖGD) dazu, das Gesundheitswesen nach den Erfahrungen der Corona-Pandemie langfristig zu stärken, indem der Kreis – anders als andere Landkreise – Fachkräfte unbefristet anstellte, die zuvor während der Pandemie befristet im Gesundheitsamt tätig waren. Zudem wurden Konzepte für einen Personalaufwuchs erarbeitet, um den Anforderungen des Infektionsschutzes und des Gesundheitsschutzes gerecht zu werden.
„Das Thema Gesundheit ist ein Thema, das überregional wichtig ist. Deshalb ist es auch wichtig, dass das Gesundheitsamt in den direkten Austausch kommt“, sagte Xantens Bürgermeister Rafael Zur. Auf dem Wochenmarkt hätten die Nicola Smeyts, Mitarbeiterin im Team regionale Gesundheit beim Kreis Wesel, Dr. Martina Urban-Geiter, Ärztin im Gesundheitsschutz, sowie Höpfner mit ihrer Aktion nicht nur Xantener, sondern auch viele Touristen – auch aus dem Kreis Wesel – erreicht.
Sabrina PetersAuch Xantens Bürgermeister Rafael Zur (l.) und Landrat Ingo Brohl (r.) besuchten den Stand des Gesundheitsamtes in Xanten. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich