Gemeinsam laut – und auch leise: Inklusionsmarsch in Kleve
Netzwerk organisiert buntes Programm mit Inklusionsmarsch, Musik und Mitmachaktionen am 9. Mai
KLEVE. „Zusammen stark“ hieß es im vergangenen Jahr auf einem der Plakate beim Inklusionsmarsch durch die Klever Innenstadt. Auch am Samstag, 9. Mai, möchte sich das Aktionsbündnis rund um den Paritätischen Wohlfahrtsverband Kreis Kleve wieder aktiv für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft einsetzen. „Mach Kleve bunt – eine Gesellschaft für Alle“ lautet erneut das Motto.
Um 11 Uhr treffen sich die Teilnehmer an der Gedenkstätte an der ehemaligen Synagoge – unterhalb der Klever Schwanenburg. Von dort aus setzt sich die Gruppe zunächst in Richtung Elsabrunnen in Bewegung, wo die erste von insgesamt drei Kundgebungen geplant ist. „Im vorderen Teil der Gruppe wird es laut werden. Hinten wird es dafür aber auch einen ruhigeren Teil geben, damit auch etwa hochsensible Menschen oder andere sensiblere Menschen an dem Inklusionsmarsch teilnehmen können“, sagt Carolyn Rutner, Fachkraft Selbsthilfe-Kontaktstelle im Kreis Kleve. Das sei auch eine Erfahrung der vergangenen Inklusionsmärsche – 2006 zog der erste durch Kleve – gewesen, dass ein ruhigerer Bereich für manche Menschen wichtig sei. Auch das sei soziale Teilhabe.
Weitere Stationen sind anschließend vor dem Modehaus Sinn und auf dem Koekkoekplatz geplant. Insgesamt werden mehrere Wortbeiträge, die eine Gebärdendolmetscherin übersetzen wird, einen Tanz und unter anderem Musik der „Konga Quings“ des Klever Konrad-Adenauer-Gymnasiums und Electric Vision erwartet. Auch Kleves Bürgermeister Markus Dahmen hat sein Kommen versprochen und wird auf dem Koekkoekplatz nicht nur ein paar Worte sagen, sondern nach dem Ende des Inklusionsmarsches und allen Kundgebungen – ca. ab 12.15 Uhr – im leerstehenden Ladengeschäft des Einrichtungshauses Rexing eine Bürgersprechstunde nur zum Thema Inklusion anbieten. Auch dabei gehe es darum, Barrieren abzubauen und ein niederschwelliges Angebot zu unterbreiten. Wer Interesse an dieser Bürgersprechstunde hat, kann sich bei Sonja Lemm, der Inklusionsbeauftragten der Stadt Kleve, per E-Mail an sonja.lemm@kleve.de melden oder auch einfach spontan vorbeikommen.
Mitmach-Aktionen
Auf dem Koekkoekplatz wird es im Anschluss an den Inklusionsmarsch zudem noch einen Aktionstag mit mehreren Info-Ständen und Mitmach-Aktionen geben. So ist zum Beispiel der gemeinsame Bau einer barrierefreien Lego-Rampe geplant. „Wir möchten zeigen, wie leicht Barrierefreiheit auch sein kann“, sagt Niklas Beyer, Inklusionsbeauftragter des Kreises Kleve. Zudem werde es Getränke und Popcorn sowie kostenloses Linsen-Curry vom SOS-Kinderdorf geben. Auch für ein behindertengerechtes WC werde gesorgt. Eingeladen, sowohl am Inklusionsmarsch und/oder am Aktionstag auf dem Koekkoek-Platz teilzunehmen, sei jeder – denn Inklusion gehe jeden etwas an. „Wir wollen alle erreichen und zeigen, wie vielseitig soziale Teilhabe ist“, sagt Monika Hoolmann von der Lebenshilfe im Kreis Kleve. „Wir müssen die gedachten Barrieren abbauen“, ergänzt Frederike Oymann von BetreuWo. Barrieren würden nämlich nicht nur im Alltag und im Stadtbild entstehen, sondern vor allem auch in den Köpfen der Menschen. Und die gelte es abzubauen.
Seltene Erkrankungen
Zudem könne der Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am Samstag, 9. Mai, in Kleve auch dabei helfen, auf seltene Erkrankungen wie ME/CFS aufmerksam zu machen und dazu beizutragen, einerseits die Forschung in diesem Bereich zu intensivieren und andererseits das Bewusstsein der Bevölkerung für die Auswirkungen von Erkrankungen wie ME/CFS zu erhöhen.
Netzwerk
Zum Netzwerk des Aktionstages gehören: BetreuWo e.V. – Wohnen für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung, EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, Fahrschule Lagarde, KoKoBe Kleve – Kontakt- und Koordinierungsstelle, Lebenshilfe gGmbH – Leben und Wohnen Kreis Kleve, LVR-Verbund für WohnenPlusLeben, Papillon e.V., Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Kleve, SOS-Kinderdorf Niederrhein, Stadt Kleve und together
Sabrina Peters„Inklusion Jetzt“ und ein buntes Kleve fordern die Vertreter der Netzwerk-Teilnehmer. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich