"Grüner Waldgarten des Vereins Emmergrün in Emmerich, essbares Paradies, nachhaltige Landwirtschaft."
25. September 2026 · Michael Bühs · Emmerich

Gemeinsam gärtnern in Emmerich: Warum der „Waldgarten Emmergrün“ so robust ist

Der noch junge Verein setzt auf naturnahes Gärtnern, Artenvielfalt und gemeinsames Ernten. Vorsitzende Sabine Kroeze spricht über den trockenen Sommer, den Klimaschutzpreis des Kreises Kleve und die Pläne für die Zukunft.

EMMERICH. Manches geht nur Schritt für Schritt – etwa das Anlegen eines essbaren Waldgartens mit biologischem Gemüsegarten. Das ist das Ziel des Vereins „Waldgarten Emmergrün“ in Emmerich. Im Mittelpunkt stehen dabei das gemeinsame Gärtnern, der Austausch von Wissen und Erfahrungen sowie das gemeinsame Ernten der angebauten Früchte und Gemüse. Im NN-Interview spricht Sabine Kroeze, die 1. Vorsitzende des Vereins, über die Anfänge, den heißen Sommer 2026 und den Klimaschutzpreis des Kreises Kleve, den „Emmergrün“ kürzlich erhalten hat.

Frau Kroeze, wie sehr freuen Sie sich über den Klimaschutzpreis des Kreises Kleve? Was bedeutet dieser auch für die Arbeit des Vereins „Waldgarten Emmergrün“?

Sabine Kroeze: Wir freuen uns natürlich sehr. Es ist auch eine Anerkennung unseres Engagements. Wir machen das zwar nicht in erster Linie fürs Klima, andererseits ist alles, was naturnah ist, auch gut fürs Klima. Je mehr Natur, umso mehr Gleichgewicht. Naturschutz ist im Grunde Klimaschutz, das geht Hand in Hand.

Den Verein gibt es seit mehr als einem Jahr. Wie ist es zur Gründung gekommen?

Kroeze: Wir waren bereits seit längerer Zeit als kleine Gruppe von sechs oder sieben Personen aktiv. Wir suchten damals auch bereits seit zwei Jahren nach einem Grundstück für einen Waldgarten. Ohne das konnten wir als Gruppe nicht viel machen. Letztlich war die Vereinsgründung einfach der nächste logische Schritt für uns. Damit konnten wir mehr nach außen treten und auf uns aufmerksam machen.

Schließlich haben Sie auch ein passendes Grundstück gefunden.

Kroeze: Ja, es war auch ein bisschen Glück dabei. Jemand ist über einen Bericht in der Zeitung auf uns aufmerksam geworden und hat sich gemeldet. Wir wurden daraufhin eingeladen: Wir haben einen großen Garten, kommt einfach mal vorbei und schaut ihn euch an.

"Essbarer Waldgarten Emmerich, Gemeinschaftsprojekt von Emmergrün mit Helfern, zukünftige Besucher willkommen"

Willkommen im essbaren Waldgarten in Emmerich: Der Verein „Emmergrün“ plant, in Zukunft auch Besucher zum empfangen. Fleißige Helfer sind bereits jetzt willkommen. Foto: privat

Verfolgt der Verein ein bestimmtes Ziel?

Kroeze: Uns geht es, neben dem Anbau von Obst und Gemüse, um die Natur. Sie verschwindet immer mehr. Es gibt immer weniger Insekten im Garten, auch weniger Säugetiere und Vögel. Aber auch Wildblumen liegen uns am Herzen. Das Ganze lässt sich in einem „essbaren Waldgarten“ verbinden. In den Niederlanden habe ich dazu einen Kurs mitgemacht: Dabei geht es um ein System, in dem sich Pflanzen und Bäume gegenseitig unterstützen. Große Bäume spenden nicht nur Schatten im Sommer, wenn es warm ist, sie geben jedes Jahr auch Blätter, die zu Humus werden. Dieser wiederum gibt Nahrung für die anderen Pflanzen. Hinzu kommt, dass wir zusammen Gemüse anbauen: Jeder kann mitmachen, man geht gemeinsam in den Garten, trifft hier Menschen. Das ist eine schöne Idee und eine echte Win-Win-Situation.

Sie haben den Sommer angesprochen – dieser war in diesem Jahr besonders heiß und trocken. Wie sehr hat der Waldgarten gelitten?

Kroeze: Eigentlich ist es ein kleines Wunder, aber die meisten Pflanzen haben es überstanden. Und das, obwohl unser Brunnen versickert ist. Aber wir haben einen neuen Brunnen geschlagen, und jetzt funktioniert auch die Pumpe wieder. Wir können also wieder wässern, wenn es trocken wird. Grundsätzlich ist ein Waldgarten sehr robust gegen trockene Sommer: Er bietet mehr Schatten, das Regenwasser wird besser gespeichert als zum Beispiel auf einem Acker oder einer Wiese, weil der Boden viel mehr verwurzelt und beschattet ist. Die Bäume müssen aber noch wachsen. Wir überlegen, auch für unseren Gemüsegarten noch mehr Schatten anzulegen.

"Emmergrün-Waldgarten mit Wildblumen, Sträuchern, Bäumen, Obst und Gemüse"

Wildblumen, Sträucher und Bäume sind ebenso Teil des „Emmergrün“-Waldgartens wie Obst und Gemüse. Foto: privat

Was wächst alles im Waldgarten?

Kroeze: In einer Ecke habe ich eine Blumenwiese gesät. Viele Wildblumen sind aber von selbst gekommen. Wir haben Obstbäume gepflanzt: Apfel, Birne, Quitte, Walnuss und Kastanie. Wir haben auch Sträucher, zum Beispiel Johannisbeeren und Himbeeren. Und dann natürlich Gemüse wie Kürbis, Mangold, Rote Beete, Bohnen und Salat. Das wächst alles wirklich gut.

Wie viele Leute sind mittlerweile im Verein aktiv?

Kroeze: Wir sind noch immer zu siebt. Manche sind gegangen, andere sind dazugekommen. Wir würden aber gerne ein bisschen größer werden – denn es gibt immer viel zu tun im Garten.

Der Kreis Kleve hat den Waldgarten auch als „Ort der Begegnung“ beschrieben.

Kroeze: Richtig, das war aber bislang noch nicht so viel. Das müssen wir erst mal richtig aufbauen, und dann möchten wir uns gerne beispielsweise Schulklassen vorstellen und zu uns einladen. Insgesamt wollen wir sichtbarer werden, dass Leute uns auch kennen und finden können. Auch den einen oder anderen Vortrag im Garten kann ich mir vorstellen. Es gibt also einige Ideen für die Zukunft.

Kontakt zum Verein in Emmerich

Mehr zum Verein „Waldgarten Emmergrün“ in Emmerich und Kontakte gibt es unter www.emmergruen.de.

Ein grünes und dabei essbares Paradies mitten in Emmerich: der Waldgarten des Vereins „Emmergrün“. Foto: privat

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