Netzwerkpartner beim Aktionstag „Mach Kleve bunt“, Kleve, Gemeinschaft, Vielfalt, Stadtentwicklung. Foto von Stadt Kleve.
27. Oktober 2026 Von NN-Online · Kleve

Gemeinsam für ein inklusives Kleve: Austausch mit Bürgermeister Markus Dahmen

Menschen mit Behinderung, Angehörige und Fachorganisationen bringen ihre Perspektiven ein – im Mittelpunkt stehen Barrierefreiheit, Wohnen und gleichberechtigte Teilhabe.

KLEVE. Wie kann Kleve eine Stadt werden, in der alle Menschen gleichberechtigt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können? Mit dieser Frage beschäftigten sich Menschen mit und ohne Behinderung, Angehörige und Bürgermeister Markus Dahmen beim Aktionstag „Mach Kleve bunt“.

Eine angebotene Sprechstunde wurde rege genutzt. Die Besucher berichteten von persönlichen Erfahrungen und machten auf Barrieren im Alltag aufmerksam. Besonders die Themen Wohnen, Arbeiten und bauliche Barrierefreiheit standen im Mittelpunkt. Die persönlichen Geschichten bewegten den Bürgermeister und verdeutlichten, wie wichtig es ist, zuzuhören und die Anliegen der Betroffenen ernst zu nehmen, denn Inklusion entsteht nicht allein durch politische Beschlüsse, sondern vor allem durch die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Menschen vor Ort.

Vom persönlichen Anliegen zu gemeinsamen Lösungen

Der Austausch wurde nach dem Aktionstag fortgesetzt. Bei einem weiteren Gesprächstermin trafen sich Bürgermeister Markus Dahmen und die Organisationen des Netzwerks, die den Aktionstag organisieren. Ziel war es, die persönlichen Anliegen aus der Sprechstunde um die fachliche Perspektive des Netzwerks zu ergänzen und gemeinsam über mögliche Verbesserungen zu sprechen.

Im Mittelpunkt standen drei Themenbereiche: Zugang und Verständigung, Wohnen und Sozialraum sowie Begegnung und Mitgestaltung.

Barrieren abbauen und Teilhabe ermöglichen

Verständliche Informationen und eine barrierearme Kommunikation sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass alle Menschen die Angebote der Stadt nutzen und ihre Anliegen selbstständig vorbringen können. Auch die Sensibilisierung der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung für unterschiedliche Behinderungen kann dazu beitragen, Hürden abzubauen.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Wohnen. Benötigt werden bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum und eine gut erreichbare Infrastruktur mit Arztpraxen, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen Verkehrsmitteln und kulturellen Angeboten. Die Perspektiven von Menschen mit Behinderung sollten deshalb frühzeitig in die Planung von Wohnprojekten und die Stadtentwicklung einfließen.

Darüber hinaus ging es um Begegnung und Mitgestaltung. Denn Barrieren entstehen nicht nur durch bauliche Hindernisse, sondern auch durch Unsicherheiten und Vorurteile. Bestehende Beteiligungsstrukturen sollen gestärkt und die Perspektiven von Menschen mit Behinderung stärker berücksichtigt werden. Das Netzwerk begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Gründung eines Inklusionsbeirates, der den Austausch zwischen Stadtverwaltung, Selbstvertretung und Stadtgesellschaft fördern kann.

Im Gespräch bleiben

Beim Treffen wurde deutlich, wie wichtig der kontinuierliche Austausch zwischen der Stadt, den Fachorganisationen und den Betroffenen ist. Das Netzwerk unter dem Dach des Paritätischen möchte seine Erfahrungen und sein Fachwissen weiterhin einbringen und zugleich als Schnittstelle zu Menschen dienen, die ihre Interessen selbst vertreten möchten.

Gemeinsam soll betrachtet werden, welche Maßnahmen die Stadt bereits umgesetzt hat und wo weitere Verbesserungen möglich sind. Ziel ist es, nicht nur Barrieren zu benennen, sondern konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Auch im kommenden Jahr wird Bürgermeister Markus Dahmen wieder am Aktionstag „Mach Kleve bunt“ teilnehmen. Damit soll der Dialog fortgesetzt und die gemeinsame Arbeit an einer inklusiven Stadtgesellschaft gestärkt werden.

„Mach Kleve bunt – eine Gesellschaft für alle“

Der Aktionstag macht seit 2006 auf Barrieren aufmerksam, bringt Menschen miteinander ins Gespräch und setzt sich für Vielfalt und gleichberechtigte Teilhabe ein.

Denn Inklusion betrifft uns alle. Barrierefreie Zugänge, verständliche Informationen und passende Wohnangebote verbessern die Lebensqualität vieler Menschen. „Mach Kleve bunt“ möchte Begegnungen ermöglichen, das Bewusstsein für Inklusion stärken und konkrete Veränderungen anstoßen – für ein Kleve, in dem alle Menschen dazugehören und selbstbestimmt leben können.

Die Netzwerkpartner des Aktionstags „Mach Kleve bunt“. Foto: Stadt Kleve

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