Gefühle richtig einschätzen und „Nein“ sagen
Der Mitmachparcours „Echt Klasse!“ dient der Prävention sexueller Gewalt / Kinder können am Samstag von 10 bis 13 Uhr die Ausstellung besuchen
Der Fachgruppe „Prävention“ des Netzwerks Kinderschutz der Stadt Rheinberg, hier insbesondere Frau Tina Deipenwisch von der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt vom Caritasverband Moers-Xanten, ist es gelungen, die Präventionsausstellung „Echt Klasse!“ des Petze Instituts für Gewaltprävention nach Rheinberg zu holen. Die Stiftung der Sparkasse am Niederrhein und der Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt des Kreisverbandes Wesel und des Caritasverbandes Moers-Xanten haben die Aktion unterstützt.
An den sechs unterschiedlich farbigen Säulen müssen die Grundschüler etwa Gefahrensituationen oder übergriffige Handlungen einordnen und angeben, wann sie Hilfe holen oder einschreiten müssen. Sätze wie „Erwachsene dürfen Kinder überall anfassen“ oder „Kinder müssen immer schweigen, wenn sich Erwachsene unterhalten“ müssen Grundschüler mit „Stimmt“ oder „Stimmt nicht“ bewerten. Das Ergebnis soll lauten: „Ich darf Nein sagen.“
„Kein Kind kann sich alleine schützen. Aber wir können es den Täterinnen und Tätern schwerer machen, indem wir dafür sorgen, dass die Gegenwehr der Opfer durch Sensibilität in diesem Bereich und ein gestärktes Selbstbewusstsein früher und lauter stattfindet“, sagte Rheinbergs Sozialdezernentin Iris Itgenshorst zur Ausstellungseröffnung. In der Präventionsausstellung lernen die Kinder auch, ihre Gefühle einzuschätzen und ihnen zu vertrauen: „Ein schlechtes Gefühl heißt: Da stimmt was nicht.“
Die Rheinberger Grundschüler haben bis zum 4. März die Gelegenheit, zusammen mit pädagogischen Fachkräften im Klassenverband den Mitmachparcours „Echt Klasse!“ im Raum 249 im Rheinberger Stadthaus zu durchlaufen. Am kommenden Freitag ist die Ausstellung zudem von 15 bis 18 Uhr für Kinder aus der ambulanten und stationären Jugendhilfe sowie für Pflegekinder geöffnet. Für alle sonstigen Interessierten ist sie am kommenden Samstag in der Zeit von 10 bis 13 Uhr zugänglich. Auch Eltern und Begleitpersonen haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der Ausstellung über Möglichkeiten der Prävention von sexualisierter Gewalt zu informieren. Vor Ort sind immer auch Pädagogen, die den Kindern helfen, die Ausstellung zu verstehen. Ein Mitmachparcours-Rundgang dauert etwa 90 Minuten.
Für Fragen steht Martina Muthweiß, Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz des Jugendamtes unter Telefon 02843/171-234 oder per E-Mail an martina.muthweiss@rheinberg.de zur Verfügung. Sabrina Peters
Diese Station erklärt Kindern, wann sie Hilfe holen müssen. NN-Foto: SP
Hier können Kinder mit den Füßen ihre Sinne erleben. NN-Foto: SP
Tina Deipenwisch (Caritasverband, 2.v.l.) erklärt Iris Itgenshorst (Stadt), Martina Muthweiß (Jugendamt) Andrea Kabs-Schlusen (Sparkasse; v.l.) die Station „Ich vertraue meinem Gefühl“. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich