Für stolze I-Dötzchen: Handgemachte Schultüten aus Rheinberg
René Schneider besucht Näherei Liebfrech auf seiner Sommertour
RHEINBERG. Die Schultüte fest im Arm, ein bisschen aufgeregt und vor allem mächtig stolz: Für viele Kinder ist der erste Schultag ein ganz besonderer Moment. Und natürlich gehört dazu eine Schultüte, die möglichst genau zu ihnen passt. Ob Weltraumabenteuer oder Prinzessinen-Traum: In Rheinberg entstehen ganz besondere Exemplare – handgenäht und mit viel Liebe zum Detail.
Bei seiner vierzehnten Sommertour, diesmal unter dem Motto „Guck mal: Da wächst was!“, besucht der Landtagsabgeordnete René Schneider in diesem Jahr Menschen, Unternehmen und Einrichtungen im Wahlkreis, bei denen Entwicklung, Wachstum und Zukunft eine besondere Rolle spielen. Bei seinem ersten Tourstopp 2026 warf er einen Blick hinter die Kulissen der Rheinberger Näherei Liebfrech von Inhaberin Iris Mlekus.
Die 51-jährige Rheinbergerin ist ausgebildete Erzieherin und hat ihre Wurzeln im Rheinland. Was zunächst als Nebenerwerb begann, entwickelte sich nach einer Long-Covid-Erkrankung zu einer Vollbeschäftigung. Heute arbeitet Mlekus vollständig von zu Hause aus. Dass gerade Hochsaison ist, lässt sich dabei kaum übersehen: In mehreren Zimmern stapeln sich Stoffe mit unterschiedlichsten Mustern, Garn und Zubehör, während professionelle Näh- und Stickmaschinen auf Hochtouren laufen.
Rund 90 Prozent ihres Umsatzes macht Liebfrech inzwischen mit Schultüten. Die verschiedenen Designs können individuell ausgewählt werden. Besonders beliebt ist ein Weltraum-Motiv. „Sonderanfertigungen sind auch möglich“, erzählt Mlekus und präsentiert das Weltraum Motiv in einer Ausführung mit samtigem Stoff und Braille-Elementen für einen blinden Jungen. Gegen Aufpreis können Kunden sogar eigene Ideen einbringen. Auch ein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Motiv lässt sich so in eine stickfähige Datei umwandeln.
„Jedes Kind fiebert auf die Schultüte hin. Und das finde ich so besonders. Ich bin Teil davon“, sagt Iris Mlekus. Für sie endet die Geschichte der Schultüte außerdem nicht mit dem ersten Schultag: Die genähten Unikate lassen sich später zu Kissen umfunktionieren und bleiben so noch lange erhalten.
Wie viel Arbeit und Technik hinter diesem originellen Produkt steckt, durfte Schneider dann auch selbst ausprobieren und nahm an der Stickmaschine Platz. Sein Ergebnis: ein SPD-rotes Handtuch mit dem Schriftzug „René“, das er anschließend als Souvenir mit nach Hause nehmen durfte. Der Landtagsabgeordnete zeigte sich nicht nur deshalb begeistert: „Bei Liebfrech sieht man sehr schön, wie aus einer Idee und viel handwerklichem Können ein erfolgreiches Unternehmen heranwachsen kann.“
Und das Unternehmen wächst weiter: „Bestellungen kommen längst nicht mehr nur aus der Region“, berichtet Mlekus. Sie verschickt ihre Schultüten deutschlandweit und sogar ins Ausland – unter anderem an deutsche Familien, die mittlerweile in Übersee leben. Neben ihrer eigenen Näherei gibt sie außerdem Nähkurse an der Volkshochschule.