Für mehr Sicherheit an der B9 in Rahm
Neue Querungshilfe soll den Verkehr beruhigen / Die Umsetzung ist bis spätestens 2025 geplant
Keine Querungshilfen
Das Ehepaar Brand hat sein Haus auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Aldekerk und Geldern. Hier ist die Situation besonders heikel. Einen Bürgersteig gibt es nicht, auch Ampeln und Verkehrsinseln fehlen, was die Querung zu Fuß immer wieder in ein gefährliches Unterfangen verwandelt. Wer auf die andere Seite will, muss im fließenden Verkehr auf der Linksabbiegerspur zur Stendener Straße Halt machen, um dort auf eine Lücke im Verkehr zu warten. Manchmal würden die LKW diese Spur auch schneiden, sagt Josef Brand. „Ein gefahrloses Überqueren der Straße für und mit Kindern sowie mit Hunden ist quasi unmöglich. Besonders ältere Menschen, zum Beispiel mit Rollator, können ohne Begleitung die Straße nicht queren“, sagt das Ehepaar.Bereits vor rund 25 Jahren habe der Landschaftsverband einen radikalen Umbau zur Verbesserung der allgemeinen Verkehrssituation geplant. Der sei jedoch durch die ansässige Bauernschaft verhindert worden, erzählt Josef Brand. Seither hat die Belastung nur zugenommen: „Vor 30 Jahren gab es hier kaum LKW, aber mittlerweile reiht sich während der Rushhour einer an den nächsten. Das ist eine wahnsinnige Lärmbelästigung. Da klappert bei uns das Glas im Schrank“, sagt Ulrike Brand.
Zwar kam irgendwann ein Blitzer am Rahmer Hof dazu und manchmal gibt es auch Geschwindigkeitskontrollen, viel bringen tue das aber nicht. „Danach geben die Fahrer sofort wieder Gas.“
In ihrem Brief haben die Anwohner bereits ein paar Lösungsvorschläge unterbreitet: Josef und Ulrike Brand denken in erster Linie an Verkehrsinseln auf Höhe der Hausnummer 19 und des Restaurants. Darüber hinaus schlagen die Anwohner aber auch Ampeln, weitere Blitzer oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde vor. Josef Brand würde auch eine Umleitung der LKW auf die A40 bei Kempen begrüßen.Hilfe von außen
Erste Unterstützung haben die Anwohner bei der BVK gefunden. Bei einer Ortsbegehung überzeugten sich einige Mitglieder selbst von der Situation vor Ort. Sie möchten das Thema weiter in die Politik tragen. „Die BVK sagt, es sei ein großes Wunder, dass hier noch nichts Schlimmes passiert ist“, sagt Ulrike Brand.Mittlerweile hat sich aber auch Bürgermeister Dirk Möcking eingeschaltet und von weiteren Anfragen der Anwohner berichtet. Nach einer Ortsbesichtigung mit Vertretern von Straßen.NRW als zuständiger Straßenbaulastträger teilte der Bürgermeister nun mit, dass man eine Möglichkeit zur Errichtung einer weiteren Überquerungshilfe auf der Hülser Straße gefunden habe.
Vor der Umsetzung müssten aber eigentumsrechtliche Fragen geklärt und planerische Grundlagen geschaffen werden. „Für beide Aufgaben stellen wir Finanzmittel für das kommende Haushaltsjahr ein, die vom Rat zu beschließen sind“, erklärt Möcking. Bis zur Vollendung der Maßnahmen könnte es aber noch etwas dauern: Der Bürgermeister spricht von einem Zeitraum zwischen Herbst 2024 und spätestens 2025. Denn neben den beiden genannten Aufgaben käme auch die Ausschreibung der Leistung und die Verfügbarkeit des ausführenden Unternehmens hinzu. Die anfragenden Anwohner seien bereits informiert worden. Thomas LangerJosef und Ulrike Brand hoffen auf eine zeitnahe Verbesserung der Situation. NN-Foto: Thomas Langer