Für ein lebendiges Vereinsleben
Der Fond „Energie für Kevelaer“ unterstützt zahlreiche Anschaffungen mit insgesamt 50.000 Euro
Nicht nur für die Begünstigten ist es ein Grund zur Freude. Die Verantwortlichen hinter dem Fonds – NiersEnergie, Stadtwerke Kevelaer, Bürgerwind Kevelaer und Bürgerenergie Schwarzbruch-Nord – können in diesem Jahr einen Rekord vermelden: 86 Bewerbungen aus 140 angeschriebenen Vereinen gingen dieses Mal ein. „Davor lagen wir maximal bei 75 Bewerbungen“, sagt Melanie Hahn von den Stadtwerken. Woran könnte dieser Anstieg liegen? „Um an Zuschüsse zu kommen, haben wir für die Vereine bewusst eine sehr niedrige, unbürokratische Schwelle gelegt. Ich glaube, das spricht sich im Laufe der Jahre herum.“
Was nicht selbstverständlich ist: Alle Bewerber, die die Kriterien erfüllen, erhalten für ihre Projekte eine Förderung. „Wir wollen, dass möglichst viele Menschen in Kevelaer davon profitieren“, sagt Hahn. Die Voraussetzungen dafür: ein Sitz in Kevelaer, das eingereichte Projekt darf nicht anderweitig förderbar sein „und es muss eine Spendenquittung ausgestellt werden können.“
Wo die Stadt Jugendfreizeiten fördert und andere Institutionen zum Beispiel sozial bedürftige Familien bedenken, so unterstützt Energie für Kevelaer Anschaffungen der Vereine. Damit sind die unterstützten Projekte und Anliegen so vielfältig wie das Vereinsleben in Kevelaer. In diesem Jahr werden zum Beispiel Notenmaterial und ein Chormikrofon für den Chor Young Voices Winnekendonk bezuschusst. Oder Spielmaterial für die Puppenecke in der Kita „Jona“. Möglichst nachhaltig sollen solche Anschaffungen sein und das sind die Projekte manchmal im wahrsten Sinne des Wortes, etwa, wenn es um Ersatzpflanzungen für Baumaktionen oder Blumenwiesen geht. „Der Natur- und Heimatverein Twisteden-Kleinkevelaer zum Beispiel legt vier Hektar Blumenwiese an. Dafür kaufen sie das Saatgut. Solche Projekte sind ideal für den Windpark“, sagt Wolfgang Toonen, Betriebsleiter der Stadtwerke.
Die größten Projekte in diesem Jahr betreffen jedoch die Tafel mit der Anschaffung eines Elektro-Fahrzeugs inklusive Kühlung und den Orgelbauverein Kevelaer mit der Restaurierung der Orgel in der Kerzenkapelle St. Marien. „Das bezuschussen wir, übernehmen aber nicht alle Kosten“, erläutert Toonen. Melanie Hahn erklärt: „Wir unterstützen die Vereine anteilig nach den eigenen Ausgaben. Wir haben eine prozentuale Staffelung entwickelt, damit wir es vergleichbar halten können.“ Kleinere Projekte würden dabei höher gefördert, bis 500 Euro gebe es einen Zuschuss von 50 Prozent. „Die Obergrenze liegt bei 3.000 Euro pro Antrag.“ So soll sichergestellt werden, dass wirklich alle legitimen Bewerber eine Finanzspritze erhalten können. „Wir möchten ja eine breite Streuung haben.“
Gelegenheit zum Netzwerken
Die Förderung durch den Fonds unterstützt die Vereine aber nicht nur finanziell. Gerade der gemeinsame Abend bietet immer wieder Gelegenheit, sich zu vernetzen, einander zu inspirieren und das Ehrenamt so sichtbar zu machen.
Der Fonds Energie für Kevelaer schüttet seit 2018 jedes Jahr Geldbeträge zugunsten der Vereinslandschaft aus – in 2018 waren es 25.000 Euro, ab 2019 50.000 Euro. Insgesamt circa 520 Anträge wurden seither bewilligt und mit 375.000 Euro bedacht. Die Summe stammt aus den Erträgen der beiden Windparks in Twisteden-Rietweyen und Schwarzbruch.
„Kevelaer lebt vom Ehrenamt. Dass sich in diesem Jahr erneut so viele Vereine beworben haben, ist ein starkes Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt“, sagte Bürgermeister Dr. Dominik Pichler beim Abend der Vereine. „Jeder einzelne Antrag steht für das Engagement von Menschen, die mit Leidenschaft etwas bewegen. Der Fonds hilft uns dabei, diese Energie zu verstärken – ganz buchstäblich mit Rückenwind aus erneuerbaren Quellen.“
In Zukunft könnte die fördersumme sogar noch einmal steigen: „Es ist noch ein neuer Windpark in Planung“, sagt Wolfgang Toonen. Die Verträge stünden bereits. Ob er jedoch gebaut wird, das entscheidet sich in den nächsten Wochen. T. LangerBürgermeister Dr. Dominik Pichler begrüßte die Gäste des Fonds „Energie für Kevelaer“ im großen Saal des Priesterhauses. Foto: Gerhard Seybert