Für ein besseres Gleichgewicht
NRW-Ministerin Gorißen gibt in Rees das Startsignal für Interreg-Projekt zum Schutz des Rheins
Ziel des Projekts ist eine neue grenzüberschreitende und gesellschaftsweite deutsch-niederländische Zusammenarbeit für ein besseres Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur im Lebensraum Rhein.
„Der Rhein verbindet uns Menschen mit naturnahen Lebensräumen über die verschiedenen Landesgrenzen hinweg. Ich freue mich daher, dass wir mit dem Projekt ‚Der Rhein verbindet‘ gemeinschaftlich für das Ziel eines gesunden und sauberen Rheins mit einer heimischen Artenvielfalt arbeiten“, sagte die auch für Fischerei zuständige Landesministerin Gorißen. „Das Land Nordrhein-Westfalen setzt sich bereits seit vielen Jahren mit seinen Partnerorganisationen für einen gesunden und artenreichen Rhein ein. Und auch mit unseren niederländischen Partnern können wir im Wanderfischprogramm sowohl beim Lachs und Maifisch als auch beim Nordseeschnäpel gemeinsame Erfolge verzeichnen. Ich bin überzeugt, dass dieses grenzüberschreitende Projekt nachhaltige Verbesserungen für Mensch und Natur schaffen kann.“
Im Rahmen der Eröffnung besuchte Ministerin Gorißen gemeinsam mit einer Exkursionsgruppe bestehend aus Projektbeteiligten, Fischereivertreten und Repräsentanten der kommunalen Politik den nahegelegenen Aalschokker am Reeser Rhein. Der sogenannte „Schokker“ ist eine historische Bezeichnung für einen niederländischen Schiffstyp, der für den Aalfang eingesetzt wurde.
Der letzte Rheinfischer
Auf dem Fischerboot traf die Ministerin den vermutlich letzten, hauptamtlich arbeitenden Rheinfischer Nordrhein-Westfalens, Rudi Hell. Im Gespräch mit ihm informierte sich die Ministerin über das Handwerk der Schokker-Fischerei. Der 86-jährige Rudi Hell fischt mittlerweile hauptsächlich für wissenschaftliche Projekte und arbeitet mit mehreren Universitäten zusammen. Für dieses Jahr berichtete Rudi Hell über Rekordzahlen beim Maifisch-Monitoring – eine Erfolgsmeldung für das Wanderfischprogramm Nordrhein-Westfalen und ein gelungener Auftakt für das Teilprojekt „Ein gesunder Rhein“, in dem Besatzmaßnahmen zur Wiederansiedlung des Maifischs und Europäischen Störs geplant sind.
Abschließend fand eine Podiumsdiskussion zur deutsch-niederländischen Zusammenarbeit und den Zielen des Interreg-Projektes statt. Sowohl Ministerin Gorißen als auch die Spitzenrepräsentantin der Niederlande, Marjolijn van de Zandschulp, betonten den hohen Stellenwert von grenzübergreifenden Kooperationen und hoben den europäischen Gedanken hervor: „Der Rhein verbindet“ sei ein gutes Beispiel für zukünftige grenzübergreifende Projekte.
Das Interreg-Projekt besteht aus drei Teilprojekten. Neben „Ein lebendiger Rhein“ sollen im Rahmen des Unterprojektes „Ein gesunder Rhein“ Ursachen für die Plastikverschmutzung sowie Fischschädigungen, insbesondere am vom Aussterben bedrohten Aal, untersucht werden. Auch die Auswilderung von Maifischlarven und juvenilen Europäischen Stören sollen als Wiederansiedlungsmaßnahmen durch beteiligte Projektpartner durchgeführt werden.
Im Rahmen des Projektes „Ein grüner Rhein“ soll die Biodiversität auf Deichen gefördert werden und der Lebensraum für aquatische Organismen durch das Einbringen von Totholz optimiert werden. Das Projekt ist damit ein weiterer Baustein der langjährigen Bemühungen am Rhein für einen guten ökologischen Zustand.
Startschuss zum Projekt „Der Rhein verbindet“: (v. l.) Vorsitzender Rheinischer Fischereiverband Frank Kleinwächter, Direktorin Rijkswaterstaat Oost-Nederland Marjolijn van de Zandschulp, Jan Kamman (Sportvisserij Nederland), Ministerin Silke Gorißen, Regierungspräsident Düsseldorf Thomas Schürmann, Andreas Scharbert (beim Rheinischen Fischereiverband zustaändig für das Rheinprojekt), Moderatorin Ute Schürings und Marco Tijnagels (Rijkswaterstaat Oost-Nederland). NN-Foto: Theo Leie