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Die Schüler des Straelener Gymnasiums präsentieren die „Spuren ihres Handelns“.Foto: Gymnasium Straelen/Minor
8. Juni 2024 · Jacqueline Kurschatke · Straelen

Für Demokratie aufstehen

Gymnasium Straelen beteiligt sich an Aktionstag zur Europawahl

STRAELEN. Morgen ist Europawahl und Millionen von Wahlberechtigten geben ihre Stimme ab. Erstmalig wurde das Wahlalter dabei von 18 auf 16 Jahren gesenkt. Um seine Schüler – und besonders die Erstwähler unter ihnen – ideal vorzubereiten, beteiligte sich das Gymnasium Straelen an zwei Projekten. Die Jugendlichen fassten auf kreative Weise ihre Bedeutung von Demokratie zusammen und wurden anschließend sogar an die Wahlurne gebeten.

„Wir stehen auf – unser Handeln hinterlässt Spuren.“ Um dieses Motto drehte sich am Donnerstag die dritte und vierte Stunde für alle Jahrgangsstufen. Gänge voller Schüler, die sich gemeinsam über positive Attribute einer demokratischen Gesellschaft unterhalten, auf dem Boden knien und malen. Denn: Am besten veranschaulicht man wichtige Dinge künstlerisch. „Wir haben uns gefragt, wie wir uns ausdrücken können. Jeder Schüler gestaltet heute einen Fußabdruck, mit dem wir symbolisieren wollen, dass unsere Stimme zählt und unser Handeln Spuren hinterlässt. Diese werden dann zusammen auf Plakate geklebt“, beschreibt Franziska Bohn, Lehrerin und Zuständige für die Öffentlichkeitsarbeit am Gymnasium Straelen.

Je nach Klasse fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Manche Schüler beschriften ihre Fußabdrücke mit Adjektiven, die sie mit den Europawahlen oder einer Demokratie verbinden, eine andere Klasse geht das Projekt noch etwas bildhafter an: Fußabdrücke, die aus den Gesichtern der Schüler ausgeschnitten werden und verschiedene Emotionen darstellen. „Manche Schüler machen ein trauriges oder nachdenkliches Gesicht, andere zeigen sich fröhlich“, beschreibt Bohns weiter. „Damit wollen wir die Vielfalt der Demokratie darstellen.“

Das bedeutet: Viele unterschiedliche Menschen mit Daseinsberechtigung und eigener Meinung, deren Stimme zählt und zum Ausdruck gebracht werden darf.

Einzeln schildern die Schüler der Jahrgangsstufe sechs, was ihnen einfällt, wenn sie an eine Demokratie denken. Marie erinnert sich zum Beispiel an die freie Meinungsäußerung, andere Schüler bringen Gerechtigkeit, Toleranz und Respekt zum Ausdruck.

Die Juniorwahlen

Der künstlerische Aktionstag „Ich Steh Auf – Schulen für Demokratie und Vielfalt“ bot ohne Zweifel einen Mehrwert für die Schüler. Aber nur über Demokratie zu sprechen reicht der Schule nicht: „Wir leben Demokratie in unserem Kopf und Herz“, heißt es passend dazu von Bohn. Aus diesem Grund veranstaltete die Schule ebenfalls die sogenannten Juniorwahlen. Das Konzept ist simpel: Große landesweite Wahlen werden nachgestellt, um auch den noch nicht Wahlberechtigten den Wahlprozess näherzubringen. Außerdem sollen sie lernen, sich für eine Partei zu entscheiden und erfahren, welche Wirkung und Wichtigkeit ihre Stimme hat. Dafür gibt es in den Pausen ein eingerichtetes Wahllokal, ein Schülerteam, welches die Wahlberechtigten abhakt, die Wahlscheine austeilt, und selbstverständlich muss jeder Wähler vorher auch seine Wahlbenachrichtigung abgeben. Fast 300 Schüler ab Klasse neun dürfen wählen: Wählbar sind alle Parteien, die auch bei der echten Europawahl antreten. Eine Vorbereitung gab es im Rahmen des Politikunterrichts. „Wir haben Arbeitsblätter bekommen und gelernt, was wir überhaupt bei der Europawahl wählen können und wie das EU-Parlament aufgebaut ist“, erklärt die 16-Jährige Pia. Milena berichtet von der Nutzung des „Wahl-O-Maten“, der die Meinung der Schüler mit den Wahlprogrammen der Parteien vergleicht und die auswählt, die am besten zu einem passen.

Für die Zukunft Europas wünschen sich die Jugendlichen besonders Frieden und eine Senkung von Kriminalität auch in Deutschland. Die Haltung unter den Erstwählern ist klar: Sie finden es gut, ihre Stimme abzugeben, wie Karla erläutert. „Als Jugendliche hat man andere Ansichten als Erwachsene und kann die Interessen von jüngeren besser vertreten. Ich finde es gut und wichtig, dass meine Stimme zählt.“Jacqueline Kuschatke

Die Schüler des Straelener Gymnasiums präsentieren die „Spuren ihres Handelns“.Foto: Gymnasium Straelen/Minor

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