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Eine Bäuerin mit einem Casssava-Verkaufstand in Nigeria. Foto: privat
28. Februar 2026 · Sabrina Peters · Xanten

Freundeskreis Nigeria Xanten: Mikrokreditprojekt für Dorffrauen in Nigeria bewilligt

Grünes Licht von der Schmitz-Stiftung: Förderung für Projekt des Freundeskreises Nigeria aus Xanten

XANTEN. Die größte Hürde ist für den Freundeskreis Nigeria der Eine-Welt-Gruppe Xanten (EWGX) geschafft: Vor wenigen Tagen hat Klaus Wolfertz vom Freundeskreis Nigeria die Projektbewilligung des Projekts „Revolvierende Mikrokredite für Dorffrauen in Nigeria“ von der Schmitz-Stiftung bekommen. „Wenn alles gut läuft, können wir an Ostern starten – das wäre klasse“, sagt Wolfertz.

Das Projekt „Revolvierende Mikrokredite für Dorffrauen in Nigeria“ ist ein ganz besonderes. Denn hier geht es darum, nigerianischen Frauen den Aufbau einer eigenständigen, wirtschaftlichen Existenz zu ermöglichen, zum Beispiel durch Hühnerfarmen, Marktstände oder Reisanbau. Schon in den Jahren 2003, 2007, 2009 und 2017 habe der Freundeskreis Nigeria damit sehr gute Erfahrungen gemacht. „Für die Dorffrauen ist das eine gute Möglichkeit, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Nahezu alle Dorffrauen in den zurückliegenden Jahren waren erfolgreich und konnten das Geld zurückzahlen – sodass es erneut an andere Frauen vergeben werden konnte. Das Fördergeld kommt dadurch immer wieder in den Kreislauf zurück und gibt anderen Frauen eine Anschubfinanzierung“, erläutert Wolfertz.

Im aktuellen Projekt sollen wieder rund 600 Frauen in 22 Dörfern Darlehen zwischen 50 und 80 Euro erhalten. Das Geld wird als rückzahlbares Darlehen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr vergeben; die Zinsen – meist fünf bis zehn Prozent – werden wiederum für gemeinnützige Dorfprojekte verwendet. „Die Dorfgemeinschaft entscheidet gemeinsam über deren Verwendung. Es muss aber etwas für die Allgemeinheit sein, zum Beispiel ist ein Kauf von Schulbänken oder Reparaturen, die immer wieder mal anstehen, möglich“, sagt Wolfertz. Zusätzlich würden die Informationsveranstaltungen zur Aufklärung über Gesundheits- und Hygienethemen, etwa zu HIV/AIDS und Genitalverstümmelung, dienen. Bislang seien so über 25.000 Frauen erreicht worden.

Das Mikrokreditprogramm basiert auf der Zusammenarbeit mit lokalen Selbsthilfegruppen, insbesondere der Christian Mothers Organisation (CMO). Diese Gruppen organisieren die Vergabe der Kredite eigenständig. Die Auswahl der Dörfer und Frauengruppen erfolgt durch den lokalen Partner Development Projects Coordination (DPC), der seit 2003 mit der EWGX zusammenarbeitet. „Mit Mike Chukwuma, dem Kopf des Ganzen, bin ich schon seit den 1980er Jahren befreundet“, berichtet Wolfertz. Der mittlerweile am Bodensee auf österreichischer Seite lebende Nigerianer kontaktiert Wolfertz beziehungsweise die EWGX immer wieder, um die Finanzierung neuer Projekte gemeinsam ermöglichen zu können. Durch die Zusammenarbeit und dank der Spendensammlung des Freundeskreis Nigeria konnte 2023 etwa eine Photovoltaikanlage auf einer Schule in Nigeria angeschafft und installiert werden. Diese Anlage stellt seither nicht nur die Stromversorgung der Schule sicher, sondern ermöglicht auch die Bereitstellung von sauberem Wasser.

Die „Revolvierenden Mikrokredite für Dorffrauen in Nigeria“ sei nun aber auch wieder ein wichtiges Projekt, wie Wolfertz betont. Denn die Dorffrauen würden in den ländlichen Regionen Nigerias die Hauptverantwortung für ihre Familien tragen, da viele Männer abgewandert seien. Ohne eigenes Einkommen könnten die Familien oft nicht ausreichend versorgt werden, und Kinder könnten nicht zur Schule gehen. Neben der wirtschaftlichen Stärkung der Frauen trage das Projekt daher wesentlich zur Verbesserung der gesamten Lebensbedingungen in den Dörfern bei. Durch die zusätzlichen Einkünfte könnten die Frauen nicht nur Nahrungsmittel, Medikamente und Kleidung für ihre Familien kaufen, sondern auch Schulgeld und Schulmaterialien für ihre Kinder bezahlen, wodurch langfristig Analphabetismus verringert würden. Die Verwendung der Zinserträge für gemeinschaftliche Infrastrukturprojekte wie die Reparatur von Schulgebäuden, Brücken oder die Anschaffung von Schulmöbeln stärke zusätzlich den sozialen Zusammenhalt und verbessere die öffentliche Versorgung. In einigen Dörfern würden mit den Einnahmen sogar Gebrauchsgegenstände wie Geschirr angeschafft, das dann gegen Gebühr verliehen werde, um weitere Einnahmen für die Gemeinschaft zu generieren.

Das Kreditsystem selbst sei so angelegt, dass die Mittel nach Rückzahlung erneut als Darlehen an andere Frauen vergeben werden könnten. „Auf diese Weise entsteht ein nachhaltiger Kreislauf, der auch in Zukunft immer mehr Frauen erreichen und unterstützen kann“, betont Wolfertz.

Die Gesamtprojektkosten betragen 36.000 Euro, davon werden nun 27.000 Euro – also drei Viertel – über die Schmitz-Stiftung (mit Bundesmitteln) gefördert. Der Eigenanteil der EWGX liegt bei 9.000 Euro, die durch Spenden bereits zusammengekommen sind. „Durch den hohen Förderanteil konnte jede Spende aus Xanten vervielfacht werden: Aus 50 gespendeten Euro wurden so 200 Euro“, sagt Wolfertz, der am kommenden Freitag, 6. März, im Anschluss an den Weltgebetstag im Xantener Dom beim gemütlichen Beisammensein in der Mensa der Marienschule Xanten nochmal persönlich über das Projekt und seine Nigeria-Reisen informieren sowie Bilder aus Nigeria zeigen wird. Denn passenderweise stehen die Frauen aus Nigeria beim diesjährigen Weltgebetstag im Mittelpunkt.

Weitere Informationen gibt Klaus Wolfertz per E-Mail an klaus.wolfertz@web.de.

Sabrina Peters

Eine Bäuerin mit einem Casssava-Verkaufstand in Nigeria. Foto: privat

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