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„Flüchtlingsarbeit muss bleiben – Finanzierung ist machbar!“
4. Mai 2026 Von NN-Online · Kevelaer

„Flüchtlingsarbeit muss bleiben – Finanzierung ist machbar!“

Kevelaerer Grüne stellen Antrag zur Erhaltung der Flüchtlingssozialarbeit

KEVELAER. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Kevelaer hat einen Antrag an Bürgermeister Dr. Pichler gestellt, in dem sie die Rücknahme des Ratsbeschlusses vom 24. Februar 2026 zur Kündigung des Vertrags mit dem Caritas Verband Geldern-Kevelaer für die Flüchtlings- und Migrationsarbeit fordert.

Statt die wichtige Arbeit der Caritas komplett zu beenden, schlagen die Grünen ein kostendeckendes Finanzierungskonzept vor, das die Beratung und Begleitung von Geflüchteten in Kevelaer langfristig sichert.

„Die Kündigung des Vertrags wäre ein herber Rückschlag für die Integration in unserer Stadt“, erklärt Nicole Ganss, Co-Fraktionssprecherin der Grünen Kevelaer. „Die Caritas leistet seit Jahren unverzichtbare Arbeit – von der Beratung bis zur sozialpädagogischen Begleitung. Wenn wir diese Struktur einfach abbauen, entstehen an anderer Stelle deutlich höhere Kosten, und vor allem leiden die Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind.“

Neues Finanzierungskonzept

Die Grünen schlagen vor, die Asylsozialarbeit und Flüchtlingsberatung ab dem 1. Januar 2027 mit einer Vollzeitstelle weiterzuführen. Die jährlichen Kosten von circa 84.000 Euro sollen durch ein Mischfinanzierungsmodell gedeckt werden, das auf drei Säulen basiert.

1. Übernachtungsgebühr für Wohnmobile: An den Stellplätzen Europaplatz und Hallenbad sollen Automaten aufgestellt werden, über die Parktickets für fünf Euro pro Nacht erworben werden können. Bei einer konservativen Schätzung von 2.000 Übernachtungen pro Jahr ergeben sich 10.000 Euro Einnahmen.

2. Einführung einer Zweitwohnungssteuer: Analog zur Stadt Kleve soll eine Steuer von zehn Prozent der jährlichen Kaltmiete auf Zweitwohnungen erhoben werden. Bei geschätzten 130 Zweitwohnungen in Kevelaer und einer durchschnittlichen Miete von 400 Euro ergibt sich ein Ertrag von 62.400 Euro pro Jahr.

3. Zivilgesellschaftliche Unterstützung: Runder Tisch Flüchtlinge: 10.000 Euro jährlich; Katholische Kirchengemeinde St. Marien: 8.000 Euro jährlich.

Insgesamt stehen damit 90.400 Euro pro Jahr zur Verfügung – genug, um die Stelle langfristig zu finanzieren.

Romina Höhn, Co-Fraktionssprecherin der Grünen Kevelaer, unterstreicht: „Unser Modell zeigt: Soziale Verantwortung und Haushaltskonsolidierung sind kein Widerspruch. Die Maßnahmen sind fair, bewährt und belasten die Bürgerinnen und Bürger nicht.“

Die Einführung der Übernachtungsgebühr und der Zweitwohnungssteuer sind aus Sicht der Grünen pragmatische Lösungen, die in anderen Städten bereits erfolgreich umgesetzt würden. Gleichzeitig trügen sie dazu bei, die soziale Infrastruktur Kevelaers zu stärken und nachhaltige Einnahmen zu generieren.

Am Donnerstag, 7. Mai, wird im Rat der Stadt Kevelaer über diesen Antrag entschieden.

Der bestehende Vertrag mit der Caritas umfasst unter anderem: Kommunale Flüchtlings- und Migrationsberatung; Aufsuchende Beratung in Flüchtlingseinrichtungen; Sozialpädagogische Begleitung im Projekt „Alle Wohnen“; Sozial- und Alltagsbetreuung in den kommunalen Unterkünften.

Eine komplette Streichung dieser Leistungen würde aus Sicht der Grünen nicht nur die Integration von Geflüchteten erschweren, sondern auch höhere Folgekosten für die Stadt verursachen. Mit dem neuen Vorschlag der Grünen könne zumindest die Grundversorgung gesichert werden.

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