„Fehlende Zuverlässigkeit belastet Pendler“
Die bisherigen Erfahrungen der Mitglieder der Interessengemeinschaft RE10
KREIS KLEVE. Die Verlässlichkeit der Bahnlinie RE10 (Niers-Express) bleibe eines der drängendsten Themen für die Mobilität im Kreis Kleve, so die Interessengemeinschaft RE10. Die täglichen Herausforderungen für Pendler, Schüler und Studierende nachhaltig zu bewältigen, dafür setzt sich die Interessengemeinschaft RE10 (IG RE10) ein. Durch den Austausch innerhalb der Gruppe sei es möglich, einen Eindruck der Serviceleistungen von RRB und DB InfraGO zu erhalten.
Trotz Investitionen in Millionenhöhe in die Bahn-Infrastruktur am unteren linken Niederrhein sei diese Infrastruktur insbesondere auf der Teilstrecke Krefeld-Düsseldorf nach wie vor äußerst fragil. Die Aufzeichnungen der IG RE 10 belegten, dass mehr als 50 Prozent der von Pendlern genutzten Züge unpünktlich seien. Zwischen acht Stunden im Januar und aktuell für Juli fast 24 Stunden in Summe an Verspätungen seien die Pendler länger unterwegs. In den neun Tagen im Juli wurden 97 Züge erfasst. Davon seien 25 Züge ausgefallen oder nicht ab Düsseldorf gefahren, 52 Züge waren verspätet. Hinzu komme die mangelhafte und nicht nachhaltige Instandsetzung durch die DB InfraGO an der Strecke im Raum Meerbusch. Die IG RE 10 fragt. „Sind das mittlerweile der Qualitätsstandards der DB? Was hat und wird dagegen seitens des VRR, der auch diesen Teil der Strecke angemietet hat, unternommen? Die bisherigen Bemühungen reichen auf alle Fälle nicht aus, denn regelmäßig gibt es dort Probleme.“
Hinzu käme noch die schlechte Fahrzeugqualität. Die Zeit des Schienenersatzverkehrs (SEV) hätte die Rhein-Ruhr-Bahn (RRB) dafür nutzen können, ihre Fahrzeuge instand zu setzen. Stattdessen würden die Fahrzeuge lediglich mit kosmetischen Verbesserungen wie neuen Sitzbezügen wieder auf die Strecke geschickt. Größere Mängel wie auslaufende Kühlmittel oder defekte Toiletten würden dagegen nicht behoben.
Das Ausbesserungswerk in Wuppertal war aufgrund des defekten Stellwerkes und der Sanierung schlecht zu erreichen. Dass sei natürlich nicht die Schuld der RRB. Allerdings stand die Streckensanierung bereits lange fest. Aus Sicht der IG RE10 wäre also Zeit genug gewesen, nach Alternativen zu suchen: „Wir erinnern uns, dass die RRB Züge bis nach Neustrelitz in Mecklenburg gefahren hat, damit diese so schnell als möglich wieder einsatzbereit sind. Weiterhin fährt die NWB in Niedersachsen mit den gleichen Zugtypen wie die RRB. Wo werden diese gewartet? Sowohl die RRB als auch die NWB sind Tochterunternehmen der Transdev, des zweitgrößten Zuganbieters in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass die Nutzer des RE10 bereits über einen so langen Zeitraum eine solche miserable Zugleistung erhalten.“
Für die IG RE10 liegt daher die Vermutung nahe, dass die RRB momentan einen mehr oder weniger großen akuten Fahrzeugmangel hat. Eine andere Vermutung lasse die Schlagzeile in der WAZ „RE 44 von Bottrop nach Duisburg: Rhein-Ruhr-Bahn gibt Strecke kurzzeitig ab“ nicht zu.
Zu allem Verdruss von Zugausfällen und Verspätungen komme ein weiteres Problem hinzu. Die digitalen Auskünfte der verschiedenen Apps stimmten nicht immer mit der Realität überein. Das heißt konkret, dass sich die Reisenden nicht auf die digitalen Auskünfte verlassen könnten und oft vergeblich auf Züge warten, die in den Auskunftssystemen als pünktlich angezeigt werden. „Woran liegt das? Werden die Züge nicht richtig in das System eingepflegt? Sind es Schnittstellenprobleme?“, fragt die IG RE10.
Wie so oft badee der Pendler das Missmanagement aus den Führungsetagen der RRB und der DB InfraGo aus. Sei es der „Komfortschaden“ der defekten Toiletten, defekte Türen, ausfallende Klimaanlagen oder nun zum wiederholten Male der Fahrzeugmangel. Im Infrastrukturbereich seien es die defekten Weichen, Bahnübergänge oder defekte Signale. Die Frage stelle sich: „Wie lange möchte der VRR seinen Kunden dieses miserable Angebot anbieten? Soll das die ausgerufene Verkehrswende sein?“
Damit belegt werden könne, welche Mängel tatsächlich auf der Strecke des RE10 vorhanden sind, werde die IG RE10 diese weiterhin dokumentieren. Diese Aufzeichnungen könnten dann als Gesprächsgrundlage für Lösungsansätze hilfreich sein, denn wie Betreiber und VRR wünschten auch die Pendler einen zuverlässigen und pünktlichen RE10.
Hintergrund
Die Interessengemeinschaft RE10 ist ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine Qualitätsverbesserung und Ausfallsicherheit auf der Bahnstrecke Kleve–Düsseldorf einsetzen